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Janus Henderson zu EZB: Etwas hat gefehlt ...

Der Asset Manager beklagt das Ausformulieren klarer Konzepte dazu, wie die neuen Inflationsziele überhaupt erreicht werden sollen und weist warnend Richtung Japan und das dortige geldpolitische Umfeld.

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Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate bei Janus Henderson Investors, ortet eine Lücke in der EZB-Politik.
© Janus Henderson

Am 8. Juli  hat die EZB einige Änderungen angekündigt, wie die Geldpolitik der Eurozone künftig erfolgen soll. Die Ankündigungen entsprachen mehr oder weniger den Markterwartungen, obwohl die vollständige Überprüfung der Strategie erst im September abgeschlossen sein dürfte – eine Lücke wird jedoch Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate bei Janus Henderson Investors. Im folgenden auszugsweise die betreffenden Passagen aus der entsprechenden Analyse:

"Was uns in den aktuellen Ankündigungen fehlte, war ein detailliertes Konzept darüber, wie die EZB ihr revidiertes Inflationsziel erreichen will. Und während die EZB klarstellte, dass die geldpolitischen Innovationen seit der Finanzkrise (Ankäufe von Vermögenswerten, TLTRO usw.) ein fester Bestandteil des EZB-Instrumentariums sind, zeigt sich in der Praxis, dass ihre Fähigkeit, diese Instrumente einzusetzen, zunehmend durch ihre eigenen Grenzen eingeschränkt wird. Die Beschränkungen in Bezug auf den prozentualen Anleihenanteil, die von einem einzelnen Emissionsland gehalten werden, werden zunehmend verbindlich. Jedoch werden die von der Zentralbank vertraglich auferlegten Beschränkungen des Verbots der monetären Finanzierung nach wie vor als erhebliche Einschränkung des Flexibilitätsgrads wirken, den die EZB bei der Feinabstimmung ihrer Politik hat. Da der Pandemic Emergency Purchase Plan (PEPP) in den nächsten zwölf Monaten ausläuft, wird eine Neustrukturierung des ursprünglichen Public Sector Purchase Program (PSPP) immer dringlicher. Hier werden im Herbst weitere Details erwartet. 

Leere Worte?
Letztendlich mag die EZB mit der expliziten Einbeziehung des Klimawandels in das geldpolitische Regelwerk eine Vorreiterrolle einnehmen, aber sie folgt der Bank of Japan und der Fed bezüglich ihrer Inflationszieländerungen. Die vielleicht treffendste und besorgniserregendste Analogie zu den Inflationszieländerungen der EZB sind die, die die Bank of Japan 2016 vorgenommen hat. Damals führte sie eine Überschreitungsverpflichtung ein, um die Wirksamkeit ihres geldpolitischen Kurses zu stärken (ein bedeutenderer Schritt, als die EZB jetzt bereit war zu gehen). Fast fünf Jahre später ist die japanische Inflation nach wie vor unglaublich niedrig, und die vom Markt gemessenen Werte für die Inflation liegen weit näher bei null als bei zwei Prozent. Die EZB mag hoffen, dass diese Anpassungen sowohl die Märkte als auch die Bürger überzeugen, aber die Evidenzen aus Japan zeigen, dass Erklärungen allein nicht in der Lage sind, die Herausforderungen der niedrigen Inflation zu bewältigen." (hw)

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