Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Italienische Anleihen fallen: Kommt eine 250-Milliarden-Abschreibung?

Die Renditen zehnjähriger Anleihen steigen weiter, da von Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung in der Schlussphase der Regierungsverhandlungen Ideen zu einem Schuldenschnitt um 250 Milliarden Euro hochkochen. Ein Gutes hat diese Idee aber doch...

huefner2.jpg
© Marco2811 / Fotolia

Italiens Staatsanleihen und auch die Kurse der Banken, die ein hübsches Sümmchen in  italienischen Staatspapiere halten, gehen südwärts, als die Vertreter der Parteien einen Schuldenschnitt im Ausmaß von 250 Milliarden Euro diskutierten. Die Forderung der beiden italienischen Parteien erregt deswegen Aufsehen, da die EZB via Schuldenschnitt den italienischen Staatshaushalt finanzieren würde, was einen wichtigen Grundsatz der Währungsunion verletzt. 

EZB wird dadurch zum Staatsfinanzierer
Lega Nord-Parlamentarier Armando Siri sagte in einem Fernseh-Interview am Mittwoch, dass man in Zuge der Verhandlungen über einen Regierungspakt eine 250 Milliarden Euro-Abschreibung der EZB auf italienische Staatsschulden diskutiere. Die Rendite zehnjähriger italienischer Bonds stieg am Mittwoch als Folge der Schuldendiskussion über die Zwei-Prozent-Marke, und das zum ersten Mal seit März dieses Jahres. Das zeigtd er folgende Chart.

Renditeentwicklung der zehnjährigen BTPs

 

Disruptives Element?
Jason Simpson, Stratege der Societe Generale, sagte gegenüber Bloomberg, das diese Meldung ein disruptives Element für italienische Staatsanleihen darstelle. Die Märkte hätten nämlich erwartet, dass die beiden Partein ihre radikalen Ansichten abschwächen würden. 

Dabei ist die Koalitionsregierung alles andere als in trockenen Tüchern, die nächsten Stunden werden darüber Aufschluss geben. Die Idee des Staatspräsidenten Sergio Mattarella, ein Übergangskabinett von Parteiunabhängigen einzusetzen, wird von beiden Parteien verworfen, die sofort einen Misstrauensantrag stellen und damit Neuwahlen im Sommer erzwingen würden. 

Alarmierte Investment-Community
Analysten sind alarmiert über die durchgesickerten Ausgabepläne, die wegen der Einführung einer Flat Tax von 15 Prozent (Lega Nord-Forderung im Wahlkampf), der Reduktion des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre und der Einführung eines Grundeinkommens (Forderung des Movimento 5 Stelle) den Staatshaushalt aus dem Ruder laufen lassen würden. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen