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Investorenrisiken und -chancen durch Dekarbonisierung

FERI Cognitive Finance Institute und ISS Ethix präsentieren eine gemeinsame Studie im Rahmen der 23. UN-Klimakonferenz 2017. Dabei steht die Auswirkungen der Dekarbonisierung auf Branchen und Investoren im Fokus. Gefordert wird mehr Transparenz und größere Handlungsbereitschaft der Unternehmen.

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Dr. Kevin Schaefers, Co-Founder des FERI Cognitive Finance Institute
© Feri

Für den Übergang zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft fehlt es in vielen Branchen immer noch an den notwendigen Schlüsseltechnologien. Zu diesem Ergebnis kommt das FERI Cognitive Finance Institute in seiner aktuellen Studie, die in Zusammenarbeit mit ISS-Ethix Climate Solutions erstellt und im Rahmen der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn vorgestellt wurde. 

Optionen für die Anlagestrategie 

Vor allem beim Thema Dekarbonisierung – also der Abkehr von kohlenstoffhaltigen Energieträgern – bestehe in vielen Sektoren noch erheblicher Nachholbedarf. „Die selbstgesteckten Dekarbonisierungsziele der Unternehmen und die bislang ergriffenen Transformationsmaßnahmen klaffen zum Teil weit auseinander“, sagt Dr. Kevin Schaefers, Co-Founder des FERI Cognitive Finance Institute. Daraus resultierten signifikante und nachhaltige Risiken für Investoren – aber auch Chancen. „Im Zuge der UN-Klimaziele und der damit verbundenen Dekarbonisierung müssen zahlreiche Unternehmen neu bewertet werden – vor allem bezogen auf ihre Öl- und Gasreserven“, so Schaefers. Dadurch eröffneten sich jetzt im Rahmen einer langfristigen Anlagestrategie neue Optionen.

Sektoren unterschiedlich stark betroffen

Die Studie gibt einen Überblick über den Status Quo der Transformation in den betroffenen Sektoren sowie über ihren Einfluss auf die  Kapitalmärkte. „Klimawandel und Dekarbonisierung haben weit reichende Auswirkungen auf alle industriellen Sektoren, aber sie unterscheiden sich in ihrer Intensität, Dauer und Bedrohung“, sagt Dr. Maximilian Horster, Head of ISS-Ethix Climate Solutions: „Investoren müssen daher im Hinblick auf die langfristige Entwicklung alle Sektoren beobachten“. 

Fehlende Transparenz bezüglich Emissionen 

Für einen besonders hohen Anteil an den weltweiten direkten CO2-Emissionen ist laut IPCC die Elektrizitäts- und Wärmeproduktionsbranche verantwortlich (25 Prozent), gefolgt von Land- und Forstwirtschaft (24 Prozent), Industrie (21 Prozent), Transport (14 Prozent) sowie Immobilien (6,4 Prozent). „In keiner dieser Branchen konnten wir bislang hinreichende Fortschritte in den Schlüsseltechnologien feststellen, die für den Übergang zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft erforderlich sind“, betont Dr. Kevin Schaefers. Auch beim Thema Transparenz fehle es an Signalen aus der Wirtschaft: Laut Studie berichtet nur eine Minderheit der Unternehmen in diesen Sektoren über ihre Emissionen. „Wenigstens diese Maßnahme sollte angesichts der UN-Klimaziele zum jetzigen Zeitpunkt selbstverständlich sein“, so Schaefers.

Investoren unterschätzen Risiken

Doch auch auf Seiten der Investoren gebe es Nachholbedarf: Laut FERI Cognitive Finance Institute unterschätzen Investoren sowohl das Risiko einer möglichen Carbon-Blase („Carbon Bubble“) als auch die Investitionschancen, die sich im Zuge der Dekarbonisierung von ganzen Volkswirtschaften ergeben. (kb)

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