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Invesco: Warum insbesondere Versicherungen auf ESG-ETFs setzen

ESG-ETFs haben sich laut Invesco als interessantes Instrument für das kurz- und langfristige Risikomanagement in den Investmentportfolios von Versicherungsgesellschaften etabliert. Das ist aber noch nicht alles, warum Assekuranzen auf diese Produkte setzen.

Christina Volkmann, Leiterin Versicherungslösungen bei Invesco Deutschland.
Christina Volkmann, Leiterin Versicherungslösungen bei Invesco Deutschland
© Invesco

ETFs entwickeln sich zu einem wichtigen Instrument für institutionelle Investoren, die in ihren Portfolios auch ESG-Kriterien berücksichtigen möchten. Nach Ansicht von Versicherungsexperten können insbesondere Assekuranzen von ESG-ETFs profitieren. Ihnen bieten die börsengehandelten Fonds eine Kombination von strenger Einhaltung aufsichtsrechtlicher Anforderungen, Flexibilität in der Vermögensaufteilung und einer Feinsteuerung ihrer ESG-Strategie. Auch die Implementierung von Self-Indexing-Strategien ist damit möglich. Darüber informiert Invesco in einer Aussendung.

Wie der Asset Manager meint, hätten einige große institutionelle Investoren – darunter auch Versicherungsgesellschaften – bereits ihr gesamtes ETF-Portfolio auf ESG-Strategien umgestellt, wobei die Covid-19-Krise und die dadurch ausgelöste Marktvolatilität den Trend zu ESG-ETFs nochmals beschleunigt haben.

Einige Kaufgründe
Christina Volkmann, Leiterin Versicherungslösungen bei Invesco Deutschland, sieht fundamentale strukturelle Gründe für die zunehmende Attraktivität von ESG-ETFs für Versicherer. An erster Stelle nennt sie regulatorische Entwicklungen und die inhärenten Qualitäten von ETFs wie Transparenz, Flexibilität und geringe Kosten. „Unser Eindruck ist, dass Versicherer ESG nicht mehr als Beschränkung, sondern als Chance betrachten. Das zeigt sich auch darin, dass viele Versicherer bei der Integration der ESG-Dimension über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinausgegangen sind“, so Volkmann.

Ihrer Ansicht nach könnte sich das bereits ausgezahlt haben, da ESG-Strategien ihre Fähigkeit, das Risiko in turbulenten Märkten zu reduzieren – ein wesentliches Ziel für Versicherer – in den vergangenen Jahren klar unter Beweis gestellt hätten. „Auf lange Sicht kann der ESG-Ansatz zu einer schrittweisen Risikoreduktion beitragen, indem er zum Beispiel Betrugs-, Klima- und Pandemierisiken abmildert“, erklärt Volkmann.

Im turbulenten ersten Quartal 2020 haben nachhaltige ETFs bewiesen, dass sie in einem schwierigen Umfeld Mehrerträge generieren können: Nach Angaben von Morningstar verzeichneten 24 von 26 ESG-ETFs in diesem Zeitraum eine bessere Performance als nicht nachhaltige Konkurrenzprodukte.

Wie Volkmann erläutert, ist die Outperformance der ESG-Fonds zwar teilweise auf ihr geringeres Engagement im Energiesektor zurückzuführen. Letztlich sei aber die Resilienz eine grundlegende Eigenschaft dieser Fonds, die häufig auf ihre krisenfesten Branchenallokationsstrategien zurückzuführen sei. „Diese Investmentphilosophie meidet zum Beispiel von Natur aus Öl und bevorzugt Gesundheit. Durch diese Eigenschaft erhalten Versicherer einen natürlichen Verbündeten in ihrem besonders umsichtigen Risikomanagement-Ansatz“, so Volkmann.

Regulierung spielt ESG-Fonds in die Hände
Unterdessen hält das Thema ESG auch massiv Einzug in die aufsichtsrechtlichen Regelwerke für europäische Versicherungsunternehmen. Das neue ESG-Reporting-Rahmenwerk der Europäischen Union (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR), das am 10. März 2021 in Kraft tritt, verpflichtet Versicherer mit Sitz in der EU dazu, künftig detaillierte Strategien zur Berücksichtigung von ESG-Kriterien auf ihrer Website zu veröffentlichen.

Zudem werden Lebensversicherer und alle Unternehmen, die versicherungsbasierte Anlageprodukte anbieten, in ihrer vorvertraglichen Dokumentation für Kunden offenlegen müssen, wie sie ESG-Risiken berücksichtigen und welche Auswirkungen dies auf den Wert und die Wertentwicklung ihrer Anlagen hat.

Darüber hinaus werden Versicherungsgesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern ihre Strategien zum Umgang mit den negativen ESG-Auswirkungen ihrer Anlagen offenlegen müssen. Diese Versicherer unterliegen auch der Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung (Non-Financial Reporting Directive), nach der sie schon bald ausweisen müssen, welcher Anteil ihrer Investitionen „grüne“ Aktivitäten gemäß der Definition der EU-Taxonomie finanziert. Die EU-Taxonomie definiert Sektoren mit positiven Umweltauswirkungen.

ETFs werden als geeignete Tools betrachtet
Neben dem aufsichtsrechtlichen Druck locken die inhärenten Eigenschaften von ETFs immer mehr Versicherer in ESG-ETFs. Zum einen sind ETFs transparente, leicht verständliche Produkte, die für Anleger leicht zugänglich sind. „Ihre Nutzerfreundlichkeit ist ein Asset für Versicherer, die gewillt sind, neue oder komplementäre Strategien zu testen“, sagt Volkmann. Daneben schätzen Versicherer ETFs als flexible und liquide Produkte. „Wie wir in dieser Krise gesehen haben, blieben ETFs selbst unter den schwierigsten Bedingungen, die Investoren jemals erlebt haben, liquide und wurden weiter gehandelt – sowohl im Primärmarkt als auch im Sekundärmarkt“, betont Volkmann. „In den Augen vieler Investoren scheinen die Flexibilität der Produkte und die Fähigkeit, sie in einem extrem volatilen Umfeld jederzeit kaufen oder verkaufen zu können, ETFs noch attraktiver gemacht zu haben.“

Ein wichtiger Pluspunkt für Versicherer und Anleger generell sei die kostengünstige Struktur, die eine einfache ESG-Optimierung der Asset Allokation mithilfe von ETFs ermögliche – ein großer Vorteil in einem Krisenumfeld, in dem das Kostenbewusstsein besonders ausgeprägt ist. Volkmanns Fazit: „Das ETF-Format eignet sich besonders gut für die Umsetzung fortschrittlicher, genau auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Versicherer abgestimmter ESG-Strategien. Wir bezeichnen dies als ‚Self-Indexation‘, wobei das Ziel darin besteht, einen Index zu schaffen, der den ESG-Vorgaben und -Strategien der jeweiligen Institution entspricht, da die ESG-Ansätze in Abwesenheit eines einheitlichen Marktstandards weiter sehr unterschiedlich sind.“ (aa)

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