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Insti-Umfrage zu Zinsen, Aktien, Alternatives, ESG, digitalen Assets

Universal-Investment befragte auf ihrer Konferenz im Oktober dieses Jahres institutionelle Investoren zu ihren Einschätzungen betreffend die wichtigsten Assetklassen sowie ihre ESG-Umsetzung. Dabei kam es zu einigen überraschenden Erkenntnissen.

Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment
Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment: „Institutionelle Anleger investieren schon seit Jahren verstärkt in Alternative Assets, damit sie auch zukünftig ihre Ausschüttungsversprechen erfüllen können. Ein gutes Verhältnis von Risiko und Rendite zu finden wird allerdings immer anspruchsvoller.“
 
© Axel Gaube für Institutional Money

Eine Zinswende und damit Kursverluste scheinen Großanleger grosso modo derzeit nicht wirklich zu fürchten. Dafür werden steigende Aktienkurse für Europa erwartet. Das sind einige jener Erkenntnisse, die Universal-Investment bei einer Konferenz im Oktober 2019 zur Zukunft der institutionellen Kapitalanlage aus einer Befragung per Live Voting zieht. Die Umfrageteilnehmer sind Pensionskassen, Versorgungseinrichtungen, Versicherungen, Unternehmen, Finanzinstituten oder Stiftungen und zählen zu den größten Anlegern in Deutschland.

Zinsen bleiben noch langen niedrig
Die von Universal-Investment befragten institutionellen Investoren stellen sich auf eine langanhaltende Dürre an den Zinsmärkten und auf viele weitere magere Jahre ein. Denn 41 Prozent rechnen damit, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen noch länger als acht Jahre unter einem Prozent bleiben wird. 29 Prozent gehen von fünf bis acht Jahren aus und 24 Prozent von drei bis fünf Jahren. Nur sechs Prozent schätzen, dass die Zinsen in einem bis drei Jahren wieder nach oben gehen.

Leichter Optimismus für europäische Aktien
Optimistischer sehen die Befragten die Aussichten für die europäischen Aktienmärkte: Den EuroStoxx50 sieht eine Mehrheit von 41 Prozent in den nächsten zwölf Monaten bei einem Plus von einem bis fünf Prozent. Fast 20 Prozent erwarten sogar eine Steigerung zwischen fünf und zehn Prozent und fünf Prozent von über zehn Prozent.

Alternativen sind gefragt
Zu den Ergebnissen zählt in der Konsequenz auch die Erkenntnis, dass der Trend hin zu einer stärkeren Diversifizierung der Portfolios durch alternative Anlageformen anhält. Fast die Hälfte der Anleger gab an, ihre Anteile beispielsweise in Beteiligungen wie Private Equity, Infrastrukturprojekten oder Erneuerbare Energien leicht erhöhen zu wollen. Ein Fünftel plant sogar, hier stärker zuzulegen, das heißt, ihre Volumina um fünf Prozent oder mehr zu steigern. 21 Prozent wollen ihre Bestände auf dem aktuellen Niveau belassen und acht Prozent werden diese eher verringern.

Entwicklung des Anteils Alternativer Assets

Bei Immobilieninvestments sieht das Bild ähnlich aus, nur dass hier 35 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Gewichtung nicht verändern wollen, während weitere 35 Prozent diese leicht erhöhen werden.

„Institutionelle Anleger investieren schon seit Jahren verstärkt in Alternative Assets, damit sie auch zukünftig ihre Ausschüttungsversprechen erfüllen können. Ein gutes Verhältnis von Risiko und Rendite zu finden wird allerdings immer anspruchsvoller“, sagt Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment.

Überaschende Offenheit für digitale Assets
Recht offen zeigt sich die Investorengruppe gegenüber neuen Formen der Anlage. Mehr als die Hälfte der institutionellen Investoren kann sich vorstellen, zukünftig in digitale Assets zu investieren. Voraussetzung ist allerdings, dass sich sowohl die Regulatorik als auch die Möglichkeiten rund um die Blockchain-Technologie noch weiterentwickeln. Jeder zehnte Profianleger möchte so lange nicht warten, sondern am liebsten sofort damit starten. Allerdings hat rund ein Drittel der Befragten noch große Vorbehalte gegenüber dieser Form der Vermögensanlage.

Interesse an Investments in digitale Assets

ESG-Umsetzung ist ein Mammutprojekt
Auf die Frage nach dem großen Trend der Branche, nämlich der Ausrichtung der Anlagen auf Kriterien bezüglich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG, ergibt sich ein gemischtes Bild: Während ein Teil der professionellen Investoren ihre Portfolios bereits komplett ESG-optimiert hat, sind die meisten noch auf dem Weg dorthin oder haben noch nicht damit angefangen.

Auf einer Skala von eins (noch gar nicht) bis fünf (Portfolio ist ESG-optimiert) zeigt der durchschnittlich angegebene Wert von 2,7, dass es hier noch Luft nach oben gibt.

ARUG II wirft ihren Schatten voraus
Auch mit regulatorischen Themen werden sich Investoren in Zukunft beschäftigen müssen: Die Umsetzung der zweiten EU-Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) haben bisher aber nur die wenigsten Umfrageteilnehmer auf der Agenda. Auf der Skala von 1-5 lag der Durchschnitt bei niedrigen 1,4. (aa)

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