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Infrastruktur-Fondsrenditen: Zu glatt und zu gut, um wahr zu sein?

Wenn man die Jahresberichte vieler nicht gelisteter Infrastruktur-Eigenkapital-Fonds studiert, sieht man sehr häufig folgendes Muster: Angesichts der berichteten Renditen ist das Risiko in Form der Volatilität überraschend niedrig. EDHECinfra-Experten haben die richtigen Rechen-Instrumente zur Hand.

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© Fotolia

Die folgende Tabelle, abgeleitet aus den Geschäftsberichten von nicht gelisteten Infrastruktur-Eigenkapitalfonds, zeigt hohe Renditen in Verbindung mit ausgesprochen niedrigen Volatilitäten. Das lässt Infrastruktur-Portfolios wie einen unglaublich guten Deal aussehen. In Anbetracht des Volatilitätsniveaus über Zehn-Jahres-Zeiträume erscheinen solche Renditen geradezu als suspekt. 

Andere Erklärung
Diese andere Erklärung zieht nicht in Zweifel, dass die Fondsmanager im guten Glauben bei der Renditeberechnung handeln. Sie sollte nichtsdestoweniger eine Quelle der Besorgnis für institutionelle Investoren, die in Infrastrukturfonds investiert sind, darstellen: Die berichteten Daten sind schlichtweg falsch, meint man bei EDHECinfra. Wenn man neue mark-to-market Daten verwendet, die die Entwicklung des Fair Value von Infrastruktur-Eigenkapital-Investments widerspiegeln (siehe die nachstehende Tabelle), zeigt sich ein anderes Bild. Der EDHECinfra Broadmarket Index liefert eine andere Wahrheit, nämlich teilweise deutlich geringere Renditen, verbunden mit höheren Volatilitäten und geringeren Sharpe Ratios:

Auf den Fair Value kommt es an
Auch wenn man die Risiken von Infrastruktur-Eigenkapitalinvestments miteinkalkuliert, zeigen akademische Studien der letzten Zeit, dass nicht gelistetes Infrastruktur-Eigen- und Fremdkapital sehr attraktive Investments bleiben und immer ihren Platz in einer langfristigen Asset Allocation institutioneller Investoren einnehmen. Um eine informierte Investmententscheidung treffen zu können, ist es nötig, Fair Value Bewertungen in Betracht zu ziehen, da diese das Risiko widerspiegeln. Genaue Marktbewertungen sind etwa für Investments am Sekundärmarkt nötig, besonders dann, wenn es sich um sogenannte "Continuation Funds" handelt, die es Fondsmanagern gestatten, ihre Investments aus früheren Fonds in die neu aufgelegten zu übernehmen. Solange die Übertragung zum Fair Value erfolgt, ist diese Art von Deal komplett unproblematisch. 

Fair Value Bewertungen sind auch Ausgangspunkt eines adäquaten Rendite-Managements. Für viele Investoren bedeuten Infrastruktur-Investments Positionen, die mit einer attraktiven Rendite bis zur Fälligkeit gehalten werden. Den richtigen Einstiegszeitpunkt dabei zu finden, ist essenziell, da die Renditen nicht nur von den erzielten Cashflows, sondern auch von dem Kaufpreis dieses Cashflows abhängen. Ohne den letzten Marktpreis zu wissen, kann man keine laufende Rendite errechnen. 

Ein langfristiger Buy-and-Hold Investor zu sein, ändert an der Wirklichkeit nichts
Es ist ganz einfach erforderlich, den gegenwärtigen Marktpreis der künftigen Zahlungsströme zu kennen, um ein entsprechendes Risikomanagement implementieren zu können. Selbst wenn die kurzfristige Volatilität keinen Grund zur Sorge für Langfristinvestoren darstellt, so sieht deren treuhänderische Verantwortung die Durchführung von Impairment Tests und die Kenntnis des Liquidiationswerts der Assets vor, speziell dann, wenn diesen Verpflichtungen in der Bilanz gegenüberstehen. Langfristinvestments zu tätigen, bedeutet nicht, im Blindflug zu investieren. 

Investoren sind heute in einer glücklicheren Lage
Investoren in ungelistete Infrastruktur haben es heute besser als sich auf statische Bewertungen zu verlassen. Seit 2019 misst EDHECinfra quartalsweise den fairen Wert von hunderten nicht gelisteten Infrastrukturfirmen, wobei man sich auf qualitativ hochwertige Daten und eine fortgeschrittene Technologie zum Pricing von Assets unter Einschluss von Machine Learning stützt, um den letzte Preis für Risiko aus den Sekundärmarkttransaktionen  extrahieren zu können. 

Kein Exit mehr nötig zur Fair Value-Ermittlung
Dank dieser Innovation kann EDHECinfra Abzinsungsfaktoren, Risikoprämien und Bewertungs-Kenngrößen für verschiedene Segmente des nicht gelisteten Infrastrukturmarkts anbieten.  Investoren könne diese Daten verwenden, um den Fair Value ihrer bestehenden Assets zu errechnen, Transaktionspreise einer Bewertung zu unterziehen und die wahre Rendite der Assetklasse Infrastruktur festzustellen. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass Investoren nicht mehr auf einen Exit warten müssen, um herauszufinden, wie viel der faire Wert ihrer Infrastrukturanlagen ausmacht. Mit diesen glaubwürdigen Fair Value-Schätzungen schuf EDHECinfra unverzichtbare Information für Investoren, damit diese vernünftige Investmententscheidungen treffen können. (kb)

 

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