Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Inflation: Erwartungen von Ökonomen und Märkten laufen auseinander

Laut einer Analyse von Jaco Rouw, Senior Portfolio Manager von NN IP scheint es gemäß der eingepreisten Break Even-Inflation unterschiedliche Erwartungen zwischen Ökonomen und Märkten zu geben, was die Entwicklung der Teuerung betrifft. Das könnte auf ein Marktungleichgewicht hindeuten.

adobestock_225418968.jpg
© noskaphoto / stock.adobe.com

Die Inflation bleibt ein großes Thema an den Märkten, wobei Investoren und Ökonomen gleichermaßen darüber debattieren, ob ein Anstieg der Inflation ein vorübergehendes oder ein dauerhaftes Phänomen sein wird. "Aber was preisen die Märkte genau ein?", fragt Jaco Rouw, Senior Portfolio Manager von NN Investment Partners, um auch gleich die Antwort zu geben:  Bei den Inflationsswaps. Der NN IP-Chart weiter unten zeigt die Marktprognosen für die Breakeven-Inflation (BEI) sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Die Breakeven-Inflation ist die Differenz zwischen der Rendite einer nominalen und einer inflationsgebundenen Anleihe. Sie gilt als die Markterwartung für die Inflationsrate. 

2,5 Prozent auf Neun-Jahres-Sicht
"Für unsere Bewertung konzentrieren wir uns auf Inflationsswaps, da diese weniger Verwerfungen aufweisen als der „Cash“-Markt (z. B. aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten der nominalen und der inflationsgebundenen Anleihe). Aus unseren Berechnungen geht hervor, dass der Markt eine Breakeven-Inflation von 3,7 Prozent für die USA im kommenden Jahr einpreist – dies ist zwar hoch, entspricht aber in etwa den Erwartungen der Ökonomen. Noch auffälliger ist, dass die Breakeven-Inflation in den USA in den darauffolgenden Jahren relativ konstant bei knapp 2,5 Prozent liegt, und zwar bis zu neun Jahre im Voraus", erklärt Rouw.


Eingepreiste einjährige Breakeven-Inflation in den USA und der Eurozone

Quelle: NN IP


Dies ist laut Rouw "aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens erwarten die meisten Ökonomen, dass die 1-Jahres-Inflation in einem Jahr (d. h. im Zeitraum zwischen Juni 2022 und Mai 2023) deutlich auf etwa 2,0 % zurückgehen wird, was vor allem auf das Auslaufen der zahlreichen temporären Effekte zurückzuführen ist. Der Markt glaubt dies entweder nicht, oder er hat eine sehr hohe Inflationsrisikoprämie eingepreist. Zweitens geht der Markt anscheinend davon aus, dass es der Fed gelingen wird, die Inflation in den nächsten neun Jahren strukturell über dem Zielwert von 2,0 Prozent zu halten - eine stolze Vermutung, die im Widerspruch zu den Erwartungen der meisten Ökonomen steht. Die Zahlen für die Inflation in der Eurozone sind moderater: Nach relativ hohen 1,75 Prozent in den nächsten 12 Monaten preist der Markt einen raschen Rückgang auf etwa 1,25 Prozent ein, bevor er in den folgenden Jahren auf stabilere 1,5 Prozent steigt." (hw)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren