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In Schieflage geratene Pensionskassen kriegen nach Sanierung die Kurve

Die Pensionskasse der Caritas wie auch die Kölner Pensionskasse, die organisatorisch und personell verbunden sind, haben nach ihren harten Sanierungsschritten neue Zahlen geliefert, die auf bessere Zeiten hoffen lassen.

Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas und der Kölner Pensionskasse
Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas und der Kölner Pensionskasse
© Pensionskasse der Caritas

Bei der Pensionskasse der Caritas wie auch der Kölner Pensionskasse ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen, nachdem die Mitglieder-Vertreterversammlungen beider Pensionskassen den Sanierungskonzepten, die auch Leistungskürzungen umfassten, zustimmten. Bei der Caritas-Pensionskasse sind Mitarbeiter der Deutschen Caritas, der katholischen Kirche sowie Mitglieder der Ordensgemeinschaften versichert. Aktuell konzentriert sich die Caritas-Pensionskasse auf die betriebliche Altersversorgung von über 400 Einrichtungen der Caritas und der katholischen Kirche. 2002 wurde die Kölner Pensionskasse von der Pensionskasse der Caritas gegründet, wodurch beide Kassen organisatorisch und personell sehr eng verbunden sind.  

Bilanzen geben Hoffnung
Die Mitglieder-Vertreterversammlungen beider Pensionskassen haben in den letzten Tagen jeweils den Jahresabschluss 2018 einstimmig verabschiedet. Dabei handelt es sich um die ersten Abschlüsse nach den Sanierungsbeschlüssen und den Einstellungen der Neugeschäfte. Die Sanierungen wurden notwendig aufgrund bilanzieller Fehlbeträge in den Jahresabschlüssen des Jahres 2017. Neue Kunden Der Caritas PK erhalten nur noch Betriebsrentenverträge, die über die R+V laufen (Institutional Money berichtete).

Laut Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas und der Kölner Pensionskasse, bedeutet die Sanierung einen gravierenden Einschnitt für die Pensionskasse der Caritas und unsere Mitglieder. „Unser Ziel ist es, im Sinne unserer Mitglieder eine bestmögliche Leistungserbringung oder Abwicklung zu erreichen. Die Bilanz 2018 und auch die positiven Entwicklungen im aktuellen Geschäftsjahr zeigen, dass wir mit dem Sanierungskonzept den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Solides Ergebnis
Wie die Pensionskasse der Caritas per Aussendung informiert, beendete man nach dem Ausgleich des Finanzbedarfs in der Bilanz 2017 (damals betrug der Finanzbedarf 146,4 Millionen Euro) das Berichtsjahr 2018 mit einem „soliden Ergebnis“. Das Geschäftsergebnis beläuft sich auf 522,1 Tausend Euro (Vorjahr nach Sanierung 0 Euro), das der Verlustrücklage und somit den Eigenmitteln zugeführt wird. Die Kölner Pensionskasse ihrerseits meldete eine Geschäftsergebnis in Höhe von 343 Tausend Euro Euro, das dem Gründungsstock zugeführt wird. Zur Erinnerung: 2017 bestand noch ein Finanzbedarf von 62,5 Millionen Euro.

Der Versichertenbestand der Pensionskasse der Caritas verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 24.760 Versicherten (Vorjahr: 25.000). Die Beitragseinnahmen dagegen lagen mit 9,37 Millionen Euro 2,66 Prozent über dem Vorjahresergebnis (9,13 Millionen Euro). An Versicherungsleistungen wurden im Berichtsjahr 31,97 Millionen Euro ausgezahlt (Vorjahr: 32,08 Millionen Euro). Damit muss die Caritas PK mehr auszahlen, als sie an Einnahmen gewinnt.

Der Versichertenbestand der Kölner PK legte im Berichtsjahr mit 31.553 Versicherten im Vergleich zum Vorjahr leicht zu (Vorjahr: 31.449). Dies ist vor allem auf Vertragsteilungen- insbesondere bei Scheidungen - zurückzuführen, die aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen vorgenommen wurden

Die Beitragseinnahmen bei der Kölner PK gingen um 0,58 Prozent auf 21,97 Millionen Euro zurück. An Versicherungsleistungen wurden im Berichtsjahr 7,99 Millionen Euro ausgezahlt (Vorjahr: 7,16 Millionen Euro). Im Gegensatz zur Caritas PK erfreut sich die Kölner PK über einen positiven Saldo bei Einnahmen und Auszahlungen. Das zeigt sich auch bei einer unterschiedlichen Entwicklung der Höhe  der Kapitalanlagen:

Licht und Schatten
Die Kapitalanlagen der Caritas PK nahmen um 2,7 Prozent auf 462,9 Millionen Euro ab (Vorjahr: 475,1 Millionen Euro). Sie erbrachten Erträge von 21,60 Millionen Euro (Vorjahr: 24,98 Millionen Euro) sowie einen Nettoertrag von -1,96 Millionen Euro (Vorjahr: -17,82 Millionen Euro), dies entspricht einer Nettoverzinsung von -0,42 Prozent (Vorjahr: -3,59 Prozent).

Die negative Verzinsung ergibt sich laut Caritas PK aus Abschreibungen auf Wertpapiere, die bereits im Rahmen der Sanierung berücksichtigt wurden. Die laufende Brutto-Verzinsung betrug 3,36 Prozent (Vorjahr: 2,06 Prozent), die laufende Durchschnittsverzinsung 2,89 Prozent (Vorjahr: 1,50 Prozent).

Die Kapitalanlagen der Kölner PK erhöhten sich um 2,59 Prozent auf 353,71 Millionen Euro (Vorjahr: 344,75 Millionen Euro). Die Kapitalanlagen erbrachten Erträge von 10,7 Millionen Euro (Vorjahr: 9,6 Millionen Euro) sowie einen Nettoertrag von -106 Tausend Euro, dies entspricht einer Nettoverzinsung von -0,03 Prozent (Vorjahr: 2,57 Prozent). Die negative Verzinsung ergibt sich aus Abschreibungen auf Wertpapiere, die bereits im Rahmen der Sanierung berücksichtigt wurden. Die laufende Brutto-Verzinsung betrug 3,24 Prozent (Vorjahr: 3,05 Prozent), die laufende Durchschnittsverzinsung 2,97 Prozent (Vorjahr: 2,81 Prozent).

Die Kölner PK hat bei der Veröffentlichung ihrer Jahresergebnisse 2018 auch über Änderungen in ihrem Aufsichtsrat informiert, der neu aufgestellt wurde: Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Oliver Butke, sein Stellvertreter ist Stefan Sendker, und der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Thomas Vortkamp, verbleibt als Mitglied des Aufsichtsrats.

Bafin schaut genau hin
Damit scheinen sowohl die Caritas als auch die Kölner PK nach Einschnitten bei ihren Sanierungen auf dem richtigen Weg zu sein. Andere Pensionskassen müssen aufgrund des Niedrigzinsumfelds weiterhin um ihr Überleben bangen. So soll die Deutsche Steuerberater-Versicherung, Pensionskasse des steuerberatenden Berufs VVaG (DSV) vor dem Aus stehen. Die Finanzaufsicht Bafin hat am 17. Oktober 2019 das Sanierungskonzept der seit Ende 2017 in finanziellen Nöten steckenden Pensionskasse abgelehnt und angekündigt, ihr die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb zu entziehen.

Damit dürfte die DSV kein Neugeschäft mehr zeichnen. Die bestehenden Vertragsverhältnisse müssen aber fortgeführt werden, jedoch mit reduzierten Leistungen, um die Erfüllbarkeit zu gewährleisten. Die endgültige Entscheidung der Behörde steht noch aus.

Insgesamt stehen deutschlandweit derzeit nicht weniger als 31 betriebliche Vorsorgeeinrichtungen unter besonderer Beobachtung der Bafin. (aa)

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