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HSH Nordbank: Privatisierung könnte Anstoß für „Superbank“ sein

Durch den Verkauf der Anteile an der HSH Nordbank durch Hamburg und Schleswig-Holstein kam es in der deutschen Bankenlandschaft zu einer Premiere, die dem Steuerzahler der beiden Bundesländer teuer kam. Der neue Eigner Cerberus könnte in Deutschland nun ein großes Rad drehen, meinen Marktbeobachter.

Cerberus
© kzkzuk

Die HSH Nordbank heißt demnächst "Hamburg Commercial Bank" und gehört ab nun nicht mehr der öffentlichen Hand, sondern Privatinvestoren. Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein haben am Mittwoch ihre Anteile an der HSH Nordbank veräußert. Käufer sind die Cerberus Capital Management, J.C. Flowers & Co., GoldenTree Asset Management, Centaurus Capital sowie Bawag P.S.K. Der Gesamtpreis beträgt rund eine Milliarde Euro. Zuvor waren die letzten Hürden für die bereits im Februar angekündigte Übernahme aus dem Weg geräumt worden, berichtet „Bloomberg News“.

Die EU-Kommission hatte Hamburg und Schleswig-Holstein im Mai 2016 dazu verpflichtet, die in die Schieflage geratene HSH Nordbank bis Ende Februar 2018 zu verkaufen. Andernfalls hätten das Neugeschäft eingestellt und die Vermögenswerte mit dem Ziel der Abwicklung verwertet werden müssen.

"Wenn wir die Einnahme aus dem Verkauf abziehen, schließen wir das Kapitel HSH Nordbank mit einem Verlust von 5,5 bis 7 Milliarden Euro für die Schleswig-Holsteinischen Steuerzahler ab. So ein Desaster darf sich nicht wiederholen", sagte Monika Heinold, Finanzministerin des Bundeslandes. Hamburg sieht die eigenen Belastungen in einer ähnlichen Spanne.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hatte vor kurzem den Weg dafür geebnet, dass die HSH Nordbank geordnet von der Institutssicherung des Sparkassenverbundes in die Einlagensicherung der privaten Banken wechseln kann. Kurz darauf folgte auch die Freigabe durch die EU-Kommission.

Wechsel bei der Einlagensicherung per 2022
Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) per Aussendung informiert, ende zwar mit dem Übergang der HSH Nordbank an private Eigentümer die Mitgliedschaft der HSH im Deutschen Sparkassen- und Giroverband und mit dem Erlöschen der Mitgliedschaft scheidet die HSH auch aus allen Gremien und Arbeitskreisen im DSGV aus.

Demgegenüber besteht die Mitgliedschaft der HSH im Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe und in der Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen laut Verlängerungsvereinbarung für eine Übergangszeit von drei Jahren bis zum Ablauf des 31. Dezember 2021 fort. Für diesen Zeitraum bleibt die HSH „ordentliches“ Mitglied in der Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen, bevor sie zum 1 Januar 2022 in die Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) wechselt.

Was plant der Höllenhund?
Die neuen Eigner wollen die ehemalige HSH unter dem Namen "Hamburg Commercial Bank" weiterführen. Von den 1.600 Stellen würden über kurz oder lang höchstens 1.000 übrig bleiben, Vorstand und Aufsichtsrat werden ebenfalls neu besetzt, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Auf Shopping-Tour
Gut ein Jahr, nachdem Cerberus-Gründer Stephen Feinberg seine Shopping-Tour auf dem deutschen Bankenmarkt gestartet hat, stehe nun fest, dass hier ohne das US-Private-Equity-Haus "gar nichts mehr geht", so die SZ. Denn in den vergangenen Monaten hat der Finanzinvestor Anteile an zahlreichen Instituten erworben, auch bei deutschen Nachbarn.

Zunächst kauften sich die Amerikaner mit gut fünf Prozent in die Commerzbank ein, dann übernahmen sie drei Prozent an der Deutschen Bank. Über seine Beteiligung an der österreichischen Bawag hält Cerberus außerdem weitere Anteile an der Stuttgarter Südwestbank und an der Deutschen Ring Bausparkasse. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro habe die Einkaufstour im kriselnden Bankensektor das Investmenthaus, das nach dem gleichnamigen Höllenhund aus der griechischen Mythologie benannt ist, gekostet.

Dass sich der "Höllenhund" auf den deutschsprachigen Bankenmarkt stürzt, sorgt der SZ zufolge für Misstrauen in der Branche. Zumal Feinbergs Lust auf hiesige Geldinstitute offenbar noch nicht gestillt ist. Cerberus wolle weiter zukaufen. 

Wird eine Superbank geschaffen?
Möglicherweise könnte der US-Finanzinvestor binnen Kurzem auch in Hannover zuschlagen. Dort läuft Mittwoch die Frist ab, in welcher Interessenten für zum Verkauf stehenden Anteile an der Nord LB bieten können – und Cerberus ist im Rennen. Kommt der Höllenhund zum Zug, wäre es nicht ausgeschlossen, dass er mittelfristig aus den Puzzlestücken eine neue Superbank formen könnte. (aa/am)

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