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Hin und her macht die Taschen leer – auch bei Hedgefonds

Hedgefonds sollten aufhören, so häufig zu handeln, sagt Experte Dinakar Singh, CEO/Managing Partner und Mitbegründer von Axon Capital Management. Er hat eine einfache Erklärung dafür, warum Hedgefonds hinter dem Aktienmarkt herhinken: Sie handeln zu häufig.

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Viele Hedgefonds seien keine Wölfe mehr, sondern mittlerweile zu Schafen mutiert, findet Dinakar Singh, der sich selbst neu erfunden hat und im neuen Set-Up wieder lichte Performancehöhen erreicht.
© Ral / stock.adobe.com

Anstatt an überzeugenden Wetten festzuhalten, sind die Fondsmanager zu Gefangenen des kurzfristigen Anlagehorizonts geworden. Wenn eine Position nicht schnell genug Geld einbringt oder zu früh zu viel verliert, wird sie gnadenlos geschlossen. “Es gibt viele sehr, sehr intelligente Leute an der Wall Street, die bei Fonds arbeiten”, sagte Singh, der Gründer und Co-Chief-Executive-Officer von Axon Capital, in einem Bloomberg-Interview. “Das Problem liegt nicht darin, dass ihr Gehirn irgendwie geschrumpft ist. Das Problem ist, dass ihre Risikotoleranz geschrumpft ist.”

Höhenflug und Absturz
Singh, ein ehemaliger Top-Händler bei Goldman Sachs, startete seine in New York ansässige Firma in einer unkomplizierteren Ära. Mit der Private-Equity-Gesellschaft TPG als Partner wurde TPG-Axon Capital Management zu einem der größten Fonds mit einer Long-Short-Strategie für Aktien. Das verwaltete Kapital stieg von ursprünglich 2,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 auf 13 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007, und angesichts der Kapitalzuflüsse expandierte Singh nach London, Hongkong und Tokio. Aber seine Performance brach ein und die Partnerschaft löste sich auf.

Neustart mit ruhiger Hand liefert wieder Top-Resultate
Der 51-jährige Singh hat das Unternehmen vor zwei Jahren ohne TPG neu gestartet und seitdem sein Portfolio auf zehn bis 15 Long- und Short-Positionen konzentriert, die nur selten gehandelt werden. Axon erzielte 2019 einen Ertrag von 17 Prozent und kam im ersten Halbjahr dieses Jahres auf ein Plus von 24 Prozent, während der Bloomberg Equity Hedge Fund Index einen Verlust von 5,2 Prozent aufwies. Das verwaltete Kapital beläuft sich auf rund 500 Millionen US-Dollar.

Positionierung
Singhs Wetten auf steigende Kurse umfassen Facebook, Alphabet und den Krankenversicherer Centene Corp. Das Investment, von dem er am stärksten überzeugt ist, ist das indische Kreditinstitut HDFC Bank, dessen Aktien in diesem Jahr bis Donnerstag letzter Woche um elf Prozent gefallen sind.

Kurzfristdenken schuld an hektischem Hin und Her
Zu viele Manager kaufen Aktien, nicht weil sie grundsätzlich billig sind, sondern um die vierteljährlichen Performance-Ziele zu erreichen, sagte Signh im Bloomberg-Talk. Das ist der Grund, warum bei Fehlbewertungen die Kurse häufig nicht hochschnellen, wenn die Märkte volatil werden.

Strenge Risikolimits erschweren gute Performance
Obwohl er den geschäftlichen Erfolg von Multi-Strategy-Fonds wie Millennium Management und Citadel bewundert, sagte Singh, dass ihre strengen Risikolimits übergroße Erträge für Händler nur schwer möglich machen.

Nicht nur Singh stellt das Modell der Hedgefonds infrage
Es ist leicht, solche Vorwürfe als Bitterkeit zurückzuweisen. Immerhin strauchelte Singh in der Finanzkrise 2008 und konnte nie wieder an seine Glückssträhne anknüpfen. Kunden zogen Milliarden von US-Dollar ab. Top-Leute wie Eric Mandelblatt und Hari Kumar gingen weg. Singh ist jedoch nicht der Einzige, der das Modell der Branche in Frage stellt. Die Anleger zogen 2019 mehr Geld aus Long-Short-Fonds ab als von jeder anderen Strategie. Lansdowne Partner schloss seinen Flaggschiff-Fonds, nachdem er im ersten Halbjahr 23 Prozent verloren hatte. Sloane Robinson wird abgewickelt.

Singh: vom Wolf zum Schaf - und wieder zurück
Singh sagte, er musste neu entdecken, wie man in einem Markt Geld verdient, der jetzt von „Schafen“ wie quantitativen Fonds und Daytradern dominiert wird, die blindlings den Preisen nach oben oder unten folgen. “Die Hedgefonds sind nicht mehr die Wölfe”, sagte er. (kb)

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