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Schwellenländer und Nachhaltigkeit: Traumpaar oder Albtraum?

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Wir haben unsere Titelauswahl um ein ESG-Signal erweitert, das sich auch auf Schwellenländer anwenden lässt. ESG-Reporting reicht in den Emerging Markets erst bis etwa 2012 zurück, doch seither werden auch dort Scores erhoben, sodass Daten vorliegen.

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Helene Williamson: "Spreads sind weiterhin attraktiv"

Der Head of Emerging Market Debt bei First State Investments geht auf die Aussichten der Schwellenländer und deren Anleihemärkte ein. Der Grundtenor ist vorsichtig optimistisch, wohl auch deshalb, weil die stärksten Kursanstiege bereits erfolgten.

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Helene Williamson, First State Investments: „Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das globale Umfeld in 2018 weiterhin positiv auf die Schwellenländer auswirken wird.“
© Axel Gaube

Laut Ansicht von Helene Williamson, Head of Emerging Market Debt bei First State Investments sind die Aussichten für Schwellenländermäkrte dieses Jahr "solide". Dennoch könnten Wahlen und damit einhergehend mögliche finanzpolitische Richtungsänderungen in den kommenden Monaten Herausforderungen liefern. „Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das globale Umfeld in 2018 weiterhin positiv auf die Schwellenländer auswirken wird“, so Helene Williamson, Head of Emerging Market Debt bei First State Investments.

Durch die zeitgleiche globale Erholung der Märkte sieht Williamson momentan das Potential eines ansteigenden Wachstums für Schwellenländer sowie die Möglichkeit stabiler oder gar steigender Rohstoffpreise. Zum jetzigen Zeitpunkt profitieren die Schwellenländermärkte von einer steigenden Exportnachfrage und dem Anstieg des globalen Handelsvolumens.

Inflationsentwicklung ist entscheidend
Trotz der Erwartung, dass die G3 Zentralbanken (EZB, Bank of Japan und FED) ihre expansive Geldpolitik verlassen werden, ist Williamsons derzeitige Grundannahme, dass die globalen Zinssätze nicht drastisch ansteigen werden und wohl eher eine langsame und vorsichtige Anpassung ihrer Geldpolitik einleiten. Jedoch könnte ein schneller als erwarteter Anstieg der Inflation in den Vereinigten Staaten diese Grundannahme untergraben. In diesem Fall dürften die globalen Zinssätze zügiger ansteigen.

Auf diesen Annahmen fußend, ist Williamsons Blick auf Schwellenländer in 2018 weiterhin positiv. Zwar sind die Bewertungen und Spread-Levels momentan weniger attraktiv als Anfang 2017. Dennoch erwartet Williamson ein weiteres positives Jahr. "Im Gegensatz zu 2017 gehen wir dieses Jahr davon aus, dass die Marktrendite von einer fallenden Risikoprämie bei Schwellenländern getrieben wird und inmitten steigender U.S.-Staatsanleihen weiter getragen wird. Mögliche Herausforderungen für die Performance der Schwellenländer sehen wir dieses Jahr vordergründig durch die protektionistische Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Falls die Trump-Administration an einer solchen Politik festhält, könnte dies nachteilige Effekte für diverse Staaten, insbesondere Mexiko, mit sich bringen."

Markttechnik für EMD
Schwellenländeranleihen verzeichneten in 2017 aufgrund der guten Fundamentaldaten Rekordzuflüsse. Durch das weiterhin solide globale Umfeld geht Williamson davon aus, dass auch in 2018 die Zuflüsse konstant bestehen werden. Für Staatsanleihen aus Schwellenländern erwartet Williamsonauf der Angebotsseite weniger Emissionen als in 2017 und geht aktuell von einer positiven Balance zwischen Angebot und Nachfrage aus.

Bei Quasi-Staatsanleihen sieht Williamson momentan verbesserte Finanzkennzahlen sowie einen positiven Rating-Trend. Unternehmen reduzieren derzeit Investitionen und Dividenden, verschieben M&A-Transaktionen, bilden Kapitalreserven und verlängern die Laufzeiten ihrer Schuldtitel.

Weiterhin attraktive Risikoaufschläge
So seien laut Williamson in 2018 die Schwellenländer-Bewertungen weniger stichhaltig als zum Jahresbeginn 2017. Jedoch relativ gesehen, vergleichend mit anderen Fixed-Income-Assetklassen, ist Williamson der Ansicht, dass die Spreads in den Schwellenländern weiterhin attraktiv sind – insbesondere im Umfeld steigender Rohstoffpreise sowie sich weiter verbessernden Fundamentaldaten. "Unserer soliden Prognose zum Trotz, blicken wir dennoch auch auf die diversen politischen Ereignisse in den Schwellenländern. Vor allem die in 2018 anstehenden Wahlen in einigen Schwellenländern könnten Auswirkungen auf die damit im Zusammenhang stehenden Reformausrichtungen haben", erklärt Williamson abschließend. (aa)

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