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Hedgefondsgigant warnt vor SPACs-Boom: Platzt bald die Blase?

Beim Hedgefonds Marshall Wace klingen die Alarmglocken wegen des Booms bei Special Purpose Acquisition Companoes (SPACs) - auch Mantel oder Blankoscheckgsellschaften genannt. Marshall Wace ist dort Long- und Short-Wetten über insgesamt mehr als eine Milliarde US-Dollar eingegangen.

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Marshall Wace
© Bloomberg / Bloomberg News

Paul Marshall, Mitgründer des 55 Milliarden US-Dollar schweren Hedgefonds Marshall Wace, spricht in einem Schreiben an siene Investoren, aus dem Bloomberg zitiert, von perversen Anreizstrukturen für Investoren, Sponsoren und Firmen, die diese Abkürzung gegenüber dem klassischen IPO nähmen, um zu einer Börsennotiz zu gelangen. Zudem hätten diese Blankoscheckgesellschaften schlechte Renditen geliefert, und die zuletzt gekommenen Neuemissionen würden hier keine Ausnahme darstellen. 

Long und Short als Lösung
Marshall rechnet damit, dass das SPAC-Phänomen schlimm ausgehen und so manche Leichen produzieren wird. Im Schreiben enthüllte er, dass sein 21 Milliarden US-Dollar schwerer Flagschifffonds Eureka Hedge Fund brutto eine Milliarde in Long- und Short-Positionen von SPACs geparkt hat.  

Goldgräberstimmung mit hässlichen Auswüchsen
In diesem Zusammenhang sprach er von dem Begriff "bezzle", der soviel bedeutet wie Veruntreuung oder Betrug, einem Wort, das der Ökonom John Kenneth Galbraith aufgebracht hatte. Unter "Embezzler" versteht man jemanden, der Geld veruntreut hat, ohne dass das Opfer des Betrugs oder der Veruntreuung den Schaden überhaupt bemerkt hat. Die Warnung erfolgt nach einem Ansturm von mehr als 300 SPACs, die in diesem Jahr bereits mehr als hundert Milliarden US-Dollar an Kapital aufgenommen haben. Mittlerweile ist aber bereits die SEC auf den Plan getreten, denn der Anlegerschutz dürfte hier vernachlässigt worden sein, und es gibt erste Klagen. Zudem ist die Aufsicht nicht mit der Anwendung bestimmter Buchhaltungsregeln bei den Blankoscheckgesellschaften einverstanden, die Geld durch IPOs  aufnehmen und dann nicht notierte Firmen suchen, um mit diesen zu fusionieren.

Rauschzustand
Marshall, der bereits früher Geld bei Wetten auf SPACs verloren hat, sagte, dass der Rausch auch schon Retail-Investoren erfasst habe und vielen als Opportunität zum Geldmachen erscheine. Früher habe Marshall Wace fast jedes SPAC auf der Long-Seite besessen, doch nun sei man verstärkt auf der Short-Seite positioniert, wo die SPACS ex-deal  gingen und es kleinkalibrige Deals gebe. Und da sei auch noch das POtential für "Bezzle".

SPAC-Party bald schon vorbei?
Die SEC hat letzte Woche eine neue Guidance für Warrants in Kraft gesetzt, die an die Investoren der frühen Stunde meinsam mit Aktien als Units, bestehend aus jeweils einer Aktie und einem Drittel Warrant, ausgegeben werden. Diese Warrants könnten künftig nicht mehr als aktienähnliches Instrument behandelt werden, sondern als Verbindlichkeiten zu Verbuchungszwecken. Der Regulator warnte auch Kandidaten für ein Börsenlisting davor, dass die Strukturierung eines SPAC kein geeigneter Weg sei, um eine Offenlegung von Schlüsselinformationen vor den Investoren zu verbergen. (kb)

 

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