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Hedgefonds als Mega-Datensammler zu Konsumgewohnheiten

Wenn es darum geht, einen flüchtigen Handelsvorsprung zu erlangen, kommt Big Data den Hedgefondsmanagern gerade recht. Denn Daten intelligent auszuwerten, ist der entscheidende Faktor, egal ob diese von Fitbit, Roku und Tesla oder von Job-Plattformen wie Glassdoor.com stammen.

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Mike Marrale ist CEO von M Science, einem Unternehmen, das Daten und Analysen für Hedgefonds bereitstellt.
© Scott McIntyre/ Bloomberg / Bloomberg News

Aus diesem Grund haben einige der weltweit größten Hedgefonds, von Steve Cohens Point72 Asset Management bis zu Ken Griffins Citadel, große Mengen alternativer Daten beschafft.  Viele Hdegfonds zahlen eine Menge Geld für diese Daten. Es gebe keinen einzigen großen Hedgefonds oder Vermögensverwalter, der keine Dateninitiativen auf den Weg gebracht habe oder der keine alternativen Daten verwende, sagte Michael Marrale, CEO von M Science, einem Unternehmen, das Daten und Analysen für Hedgefonds bereitstellt, gegenüber Bloomberg News.

Trend- und Mustererkennung bei Verbrauchergewohnheiten als großes Geschäft
Dieses Segment ist Teil eines globalen Marktes für Big Data, das einem Bericht von J.P. Morgan zufolge bis nächstes Jahr mehr als 200 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Trotzdem gibt es keine Garantie dafür, dass all diese Informationen zu Reichtum führen. Sie müssen bereinigt, organisiert und aggregiert werden, um von Nutzen zu sein.

Welche Daten Hedgefonds beobachten
WiFi- und Bluetooth-fähige Geräte: WLAN- und Bluetooth-Verbindungen sind mittlerweile so allgegenwärtig, dass sie oft als selbstverständlich gelten. Hedgefonds sind jedoch sehr daran interessiert, Geräte zu verfolgen, die mit dem Internet verbunden sind. Die Erfassung der von ihnen gesendeten Signale kann zeigen, “wann und wo neue Dinge auf der Welt auftauchen“, sagte Hugh O’Connor, Direktor für Datenbeschaffung und Partnerschaften bei Eagle Alpha, die alternative Daten für die Finanzbranche sammelt.

Unternehmen können die Anzahl der verwendeten Roku-Video-Streaming-Geräte oder Fitbit-Fitness-Tracker, die Nutzungsdauer und den ungefähren Standort verfolgen. Wenn Sie ein Tesla Model 3 kaufen und dessen Bluetooth-fähige Medien verwenden, kann ein Datenanbieter auf ähnliche Weise erfassen, wann Sie Ihre Fahrt beginnen. Seitens einiger der weltweit größten Vermögensverwalter gäbe es eine “unglaubliche Nachfrage“ nach dieser Art von Informationen, sagte Marrale.

Standortverfolgung
Daten, die bei der Verwendung von Mobiltelefonen gesammelt wurden, können in Echtzeit die Anzahl der Personen anzeigen, die Geräte an einem bestimmten Ort tragen. Dies kann Aufschluss darüber geben, wie viele - oder wie wenige - Personen einen Einzelhändler, einen Supermarkt oder einen Schnellimbiss besuchen. Unternehmen können auch App-Downloads überwachen: Wie beliebt sie sind, wo sie auftreten und wann sie für Einkäufe verwendet werden.

Web durchkämmen
Hedgefonds haben interne Sparten eingerichtet, um das größte Informationslager zu durchkämmen, das es gibt: Das Internet. Sie durchforsten Websites, um maßgeschneiderte Sammlungen öffentlicher Daten zu erstellen. Beispiele sind unter anderem Preistrends bei Flügen oder Hotels, Bestandszahlen für auf der Coupon-Website Groupon angebotene Produkte oder Verkäufe von Waren, die auf Amazon.com angeboten werden.

Twitter-Stimmung
Wie oft twittern Leute über Apples neuestes iPhone? Ist der neueste Nike-Sneaker ein Verkaufsschlager bei Teenagern? Unternehmen haben begonnen, Schlüsselwörter oder -sätze auf Social-Media-Websites wie Facebook und Instagram zu verfolgen, um eine Vorstellung zu bekommen, was die Verbraucher denken. Diese Informationen können verschiedenen Unternehmen zugeordnet werden und geben Aufschluss über die Beliebtheit eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Kreditkartendaten
Transaktionsdaten der Konsumenten werden seit Jahren häufig verwendet, um zu verfolgen, was und wie viel Kunden mit ihren Kreditkarten begleichen, welche Quittungen an E-Mail-Postfächer gesendet werden oder welche Websites Online-Zahlungsdienste wie Venmo akzeptieren. Diese Art von Daten kann aufgrund ihres Potenzials teurer sein als andere Kategorien. “Kreditkartendaten können zwischen 150.000 US-Dollar und über einer Million US-Dollar pro Jahr kosten, abhängig von bestimmten Merkmalen wie der Detailgenauigkeit”, sagt Daniel Goldberg, Gründer von Alternative Data Analytics.

Beschäftigungsdaten
Unternehmen können unzählige Informationen über Stellenausschreibungen, Änderungen der Vergütung und Mitarbeiterbewertungen von Unternehmen sammeln. Sie können Websites wie Glassdoor durchkämmen oder in den Steuer-Mitteilungen stöbern, die Arbeitgeber zu ihren Vorsorgeplänen abgeben. Sämtliche Arten von Informationen können aus diesem Material gewonnen werden. Wenn ein Technologiegigant plötzlich nach Talenten aus dem Gesundheitswesen sucht, könnte dies beispielsweise darauf hindeuten, dass ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung in Arbeit ist. Wenn mehr Stellenangebote von der Website eines Unternehmens genommen werden, könnte es Stress im Unternehmen signalisieren.

Auch Bloomberg selbst bietet im Übrigen alternative Daten über das Bloomberg-Terminal und an Datenlizenzkunden über den Bloomberg Enterprise Access Point an. (kb)

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