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Haftungsrisiken im europäischen Bankenmarkt sind nach wie vor zu hoch

Für einen Risikoabbau im Rahmen der Bankenunion sprechen sich die beiden kreditwirtschaftlichen Verbünde, der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), aus. Für die europäische Einlagensicherung sei es noch zu früh.

Sparkassenpräsident Helmut Schleweis
„Der weitere Risikoabbau in der Euro-Zone hat oberste Priorität. Zudem gibt es keinen akuten Handlungsbedarf, denn mit der Einlagensicherungsrichtlinie aus 2014 wurden die Anforderungen für alle Sicherungssysteme in der EU harmonisiert, damit jeder Euro Einlage in jedem Mitgliedsstaat gleich abgesichert ist. Zudem existiert mit dem Einheitlichen Abwicklungsmechanismus bereits ein solidarischer Auffangmechanismus für große, grenzüberschreitend tätige Banken in der Euro-Zone“, sagt DSGV-Präsident Helmut Schleweis.
© DSGV

Die EU-Kommission will die europäische Einlagensicherung voranbringen, doch das bedeutet Haftungsrisiken für die besser aufgestellten Banken in Nord- und Zentraleuropa. Die beiden Verbände bestärken die deutsche Bundesregierung darin, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass in Europa Risiken aus notleidenden Krediten und aus Staatsanleihen erheblich reduziert und Insolvenzregeln angeglichen werden, bevor über weitere Schritte bei der europäischen Einlagensicherung (EDIS) diskutiert wird. Anlass ist die Vorlage des Abschlussberichts einer hochrangigen Arbeitsgruppe der Euro-Staaten, die mit der Vorbereitung der politischen Verhandlungen zu EDIS beauftragt war. Hierzu hatte sie ein politisches Mandat erhalten, um verschiedene Gesichtspunkte der Bankenunion erörtern zu können.

Non-Perfoming-Loans (NPLs) noch zu hoch in der Südflanke der EU
“Es ist verfrüht, jetzt über weitere Schritte bei der europäischen Einlagensicherung zu diskutieren. Immer noch variieren die Bestände an notleidenden Krediten in Bankbilanzen von Land zu Land stark. Die Quoten lagen Ende 2018 beispielsweise bei 1,3 Prozent in Deutschland, 8,3 Prozent in Italien und 41,2 Prozent in Griechenland. Die Frage der Behandlung von risikoreicheren Staatsanleihen in Bankbilanzen ist trotz der sehr unterschiedlichen Staatsverschuldung in der Euro-Zone noch nicht einmal ansatzweise adressiert worden. Für die Stabilität der Euro-Zone ist die Lösung dieser Probleme jedoch vorrangig”, erklärt BVR-Präsidentin Marija Kolak (Bild links).  

Subsidiarität eingemahnt
Schleweis und Kolak unterstreichen, dass Subsidiarität zu den Kerntugenden der EU gehöre. Ein lokales Feuer müsse auch lokal bekämpft werden können. Regionale Kreditinstitute wie Sparkassen und Volksbanken brauchten den Verbund, und die institutssichernden Systeme dieser Verbünde müssten anerkannt bleiben. Wer ja sage zur Vielfalt im Bankenmarkt, müsse auch den Fortbestand der Verbundsysteme gewährleisten. 

Wer sich die NPL-Qoten aus dem EBA Risk Dashboard (aktuelle Werte aus Q4/2018) ansehen möchte, der findet diese hier auf Seite 31. (kb)


 

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