Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Hände weg von Mini-IPOs in den USA!

Winzige IPOs beschweren im Durchschnitt große Verluste in einem der wildesten US-Märkte.

ipo_kritchanut.jpg
© kritchanut

Eine Führungskraft wurde falscher Steuererklärungen für schuldig befunden, eine weitere wegen Behinderung der Justiz und eine dritte Person wegen des Verkaufs nicht-registrierter Aktien. Dennoch sind drei winzige Unternehmen, die mit diesen Managern in Verbindung stehen, jetzt in den USA auf dem vielleicht verrücktesten kleinen Markt der Wall Street an die Börse gegangen, nämlich jenem für Mini-IPOs, berichtet Bloomberg.

Der Rat der Behörden: Käufer, passen Sie auf!

Diese Unternehmen - bisher gerade einmal insgesamt sieben - sind nicht gerade Blue-Chips. Eines wurde kürzlich an der New York Stock Exchange mit einem Wert von nur 43 Millionen US-Dollar gelistet, das meiste Geld stammte von Kleinanleinvestoren.Und einige der Wertpapierfirmen, die diese Unternehmen an den Markt bringen, sind ihrerseits auch nicht gerade Blue-Chips. 

34 Prozent Kursverlust im Schnitt

"Diese Aktienangebote sind extrem schwer zu überwachen", sagt etwa William Galvin, der oberste Wertpapieraufseher des Bundesstaats Massachusetts, gegenüber Bloomberg News. Keines der Unternehmen wurde eines Fehlverhaltens beschuldigt. Aber ultra-kleinen IPOs sind absolute Hoch-Risiko-Anlagen. Alle Firmen bis auf eine haben seit dem Börsengang an Wert verloren - im Durchschnitt lag der Kursverlust bei rund 34 Prozent.

Jumpstart Our Business Startups Act - ein Rohrkrepierer?

Die Mini-IPOs sind aus dem amerikanischen Jumpstart Our Business Startups Act (JOBS) hervorgegangen, einem Gesetz aus dem Jahr 2012, das kleinen Unternehmen helfen sollte, an die Börse zu gehen und so letztlich die Wirtschaft anzukurbeln. Es gibt jedoch kaum Belege dafür, dass das Gesetz tatsächlich viele Börsengänge angeschoben oder viele Arbeitsplätze geschaffen hat. 

Größere Adressen meiden oft Börsengänge: Private Equity lockt

Die Zahl der IPOs habe in den letzten zwei Jahrzehnten abgenommen, wobei der Rückgang in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, weil Unternehmen viel Geld von Private-Equity- und Risikokapitalfirmen einsammeln können, erklärt Robert Bartlett, Professor für Rechtswissenschaften an der University of California in Berkeley. Regulatorische Hürden würden eine geringere Rolle spielen.

Regulierung A+ aus 2015

Gemäß der von der Securities and Exchange Commission (SEC) im Jahr 2015 unter dem Gesetz eingeführten Regulierung A+ können winzige Unternehmen ihre Aktien mit begrenzten Offenlegungspflichten platzieren und Geld von weniger wohlhabenden Anlegern einwerben, selbst wenn die Wertpapiere nicht an einer großen Börse gehandelt werden. Die Trump-Regierung will das maximale Volumen dieser sogenannten Crowdfunding-Angebote von 50 auf 75 Millionen US-Dollar erhöhen.

Die SEC lehnte es ab, sich gegenüber Bloomberg zu äußern. Die Regulierungsbehörde hatte aber bekanntgegeben, dass etwa 25 Unternehmen bis 2016 mehr als 235 Millionen US-Dollar unter der Regulierung A+ eingesammelt haben. Die meisten haben keine Aktien an einer Börse gelistet. Die SEC-Regeln verbieten Unternehmensvertretern, an Mini-IPOs teilzunehmen, wenn sie innerhalb der vergangenen zehn Jahre gegen bestimmte Wertpapiergesetze verstoßen haben. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen