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Haben Linker eine Chance auf neue Outperformance nach Marktkorrektur?

Nach einer positiven Kursentwicklung im 1. Quartal 2022 spürten inflationsgeschützte Euro-Staatstitel (Inflation-Linker; ILBs) in den zurückliegenden beiden Monaten zunehmend Gegenwind. Doch wie geht es nun weiter? LBBW Research zu den Zukunftsaussichten der Linker.

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Dr. Thomas Meißner, Abteilungsleiter Makro- und Strategy-Research bei der LBBW
© LBBW

Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst, und Dr. Thomas Meißner, Abteilungsleiter Makro- und Strategy-Research bei der LBBW befassen sich in der neuesten Ausgabe des "Strategy Alert Bonds" mit den Zukunftsaussichten von Inflation-Linkern.

Die Kursrücksetzer waren auch im Juni mit rund minus einem Prozent etwas größer als die Vorgabe des weiterhin negativen Gesamtmarkttrends. Die Year-to-Date Outperformance der Linker hat sich im Zuge dessen auf rund sieben Prozent verringert, gleichwohl bleibt die massive relative Stärke zum Jahresauftakt für die Bilanz des ersten Halbjahrs prägend. Die langfristigen Inflationserwartungen setzten im Juni die im Vormonat begonnene Abwärtskorrektur fort, der 10Y EUR-Inflationsswapsatz fiel auf rund 2,5 Prozent, und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte März. Die langfristigen Forward-Inflationserwartungen konsolidierten zuletzt auf einem Niveau von rund 2,1 Prozent.

Rückschau 
In der Rückschau auf den vergangenen Monat lässt sich abermals eine auffällige Diskrepanz zwischen dem Trend der Inflationserwartungen und der tatsächlichen Entwicklung des Inflationsumfelds feststellen. Konkret scheint das Anlegerinteresse an inflationsgeschützten Anleihen abgenommen zu haben, obwohl sich der Teuerungsdruck im Juni nochmals zugespitzt hat. Zwar lässt sich einwenden, dass das Inflationsbild ambivalent ausfällt, da der Sprung der Headline-Inflation auf ein Rekordniveau von 8,6 Prozent weitgehend auf neuerliche Energiepreissprünge zurückgeht, während sich die Kernrate im Juni von 3,8  auf 3,7 Prozent  leicht ermäßigt hat.

Kerninflation gibt im Juni geringfügig nach

Nachlassender Preisdruck Resultat der inflationsdämpfenden Entlastungsmaßnahmen 
Falls die Marktteilnehmer tatsächlich von diesem Rückgang der Kernrate auf ein beginnendes Nachlassen des unterliegenden Preisdrucks schließen, so stünde dies auf einem recht fragilen  Fundament, meinen die beiden Experten von LBBW Research. Das scheinbare Nachlassen dürfte hauptsächlich auf die temporär wirkenden inflationsdämpfenden Entlastungsmaßnahmen in Deutschland zurückzuführen sein, deren Auslaufen ab dem Spätsommer einen neuerlichen, gewissermaßen "aufgeschobenen" Inflationsschub hervorbringen dürfte.

Elmar Völker und Dr. Thomas Meißner gehen vielmehr davon aus, dass die "Trigger" für die im Mai beobachtete Korrektur der langfristigen Inflationserwartungen auch im Juni für die relative Linker-Schwäche verantwortlich zeichneten: Zum Ersten sind dies wachsende globale Sorgen vor einer rezessiven konjunkturellen Entwicklung in den großen Wirtschaftsräumen beiderseits des Atlantiks. Für global wirkende Tendenzen spricht hierbei, dass die langfristigen Inflationserwartungen in den USA zuletzt ebenfalls merklich gesunken sind, obgleich die US-Inflationsdaten für Mai die zuvor am Markt dominierenden Hoffnungen auf ein Peak torpediert hatten. Am USD-Zinsmarkt sind die langfristigen Inflationserwartungen sogar bis auf ihren Stand vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs zurückgefallen. Zum Zweiten hat die EZB im Verlauf der zurückliegenden Wochen bekräftigt, dass sie notfalls bereitsteht, ihre Geldpolitik deutlich zügiger zu straffen als sie dies im Rahmen der am 9. Juni präsentierten Guidance für die im Juli beginnende Leitzinswende avisiert hatte.

Inflationsentwicklung durch Notenbanken deutlich unterschätzt
Wichtig ist dabei nach Meinung der beiden LBBW-Experten das Eingeständnis der Währungshüter, die Inflationsentwicklung deutlich unterschätzt zu haben und dieser nunmehr absolute Priorität einräumen zu wollen. Wie die Stabilisierung der 5Y5Y Forward-Inflationserwartungen knapp oberhalb von zwei Prozent zeigt, scheint dies am Markt eine gewisse Wirkung als "vertrauensbildende" Maßnahme entfaltet zu haben. (kb)

 

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