Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Grüner Fisher: Konjunkturdaten verleiten zu Missverständnissen

Viele Länder dürften in den kommenden Wochen traumhafte Wachstumszahlen vorlegen. Anleger sollten sich davon nicht blenden lassen, sagen Experten des Vermögensverwalters Grüner Fisher Investments.

fotolia_100814635_stokkete.jpg
© stokkete / stock.adobe.com

Ende Oktober werden in den Vereinigten Staaten Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal veröffentlicht. Investoren sollten sich auf einen historischen Anstieg gefasst machen, heißt es in einem Kommentar von Grüner Fisher Investments. Marktbeobachter rechnen mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehr als 26 Prozent. Ähnlich große Sprünge werden für die meisten Industrieländer erwartet: Satte 39 Prozent BIP-Anstieg in der Eurozone, immerhin 31 Prozent in Deutschland.

Anleger sollten sich von den starken Konjunkturdaten allerdings nicht blenden lassen, warnen Experten von Grüner Fisher. Das Wachstumsplus dürfte nämlich aus einem ganz einfachen – und eher unschönen – Grund enorm hoch ausfallen: Der Anstieg findet von einer niedrigen Basis aus statt. Im zweiten Quartal entwickelte sich die Wirtschaft in vielen Ländern rund um den Erdball wegen der Corona-Krise historisch schlecht. Die Daten für das dritte Quartal zeigen deshalb kein traumhaftes Wachstum an, sondern bestenfalls eine solide Erholung.

Zurück zum Mittelwert
Wenn gegen Ende des Jahres die ersten Ganzjahreszahlen veröffentlicht werden, dürften die BIP-Ausschläge nicht mehr so hoch ausfallen, der Basis-Effekt verpufft. Analysten rechnen etwa für die USA mit einer annualisierten Wachstumsrate von 5,2 Prozent. "Dieser Wert lässt immer noch auf eine hohe Dynamik schließen, allerdings werden dadurch im vierten Quartal 2020 keine neuen Rekordwerte erreicht", so die Experten von Grüner Fisher. 

Schwächere Wachstumszahlen in naher Zukunft wären eine gute Nachricht, denn sie würden auf eine gewisse Normalisierung hindeuten. "Von einer gestärkten Basis ausgehend ist es normal, dass sich Wachstumsraten wieder auf einem moderaten Niveau einpendeln, nachdem die erste hochdynamische Gegenbewegung vollführt wurde", schreiben die Experten des Vermögensverwalters. Wer langfristig investiert, sollte den BIP-Zahlen eines einzigen Quartals ohnehin keine zu hohe Bedeutung beimessen. (fp)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren