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Bericht von der SZ-Kapitalanlagetagung in München + Fotogalerie

Bei der SZ-Kapitalanlagetagung 2018 standen jüngst Themen wie Diversifizierung in Zeiten niedrigster Zinsen, die Zukunft der Globalisierung und die zunehmende Bedeutung von ESG im Vordergrund. Aber auch andere interessante Themen wurden ausführlich behandelt.

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© Anke Dembowski

Von 17. bis 18. April 2018 fand in München die diesjährige SZ-Kapitalanlagetagung statt, auf der zahlreiche interessante Kapitalmarktthemen ausführlich beleuchtet und diskutiert wurden. Ein Highlight war der Eröffnungsvortrag von Dr. Carsten Detken, der bei der EZB als Head of Division der Einheit „Directorate Generale“ verantwortlich für die Analyse der makroprudentiellen Politik und Finanziellen Stabilität ist. Während er die Immobilienpreise im Wohnmobilen-Bereich mit vier Prozent Wachstum noch als „angemessen“ ansieht, und die Wachstumsrate bei Wohnungsbaukrediten mittlerweile als „tief, aber steigend“, ließe sich bei Gewerbeimmobilien eventuell eine Überbewertung erkennen. Immerhin habe es hier Wachstumsraten von bis zu 18 Prozent gegeben. Als Probleme bei den Banken sieht Detken nach wie vor die Kosten und Non-Performing Loans. „Die EZB fördert die wirtschaftliche Expansion, denn diese trägt zur Finanzstabilität bei“, so Detken.

Die Highlights dieser Veranstaltung können Sie nachfolgender Fotogalerie entnehmen:

Verschuldung und Ungleichverteilung
Dr. Jürgen Callies, Head of Research bei der MEAG, erinnert daran, dass wir uns immer noch in einem geldpolitischen Experiment befinden. „Durch das große Experiment ist zwar eine wirtschaftliche Erholung zustande gekommen, aber wir haben dadurch auch die Einkommens- und Vermögensverteilung noch ungleicher gemacht als sie vorher war“, so Callies. Schließlich könne nicht jeder von den Leverage-Chancen der niedrigen Zinsen und steigender Assetpreise profitieren. Callies kritisiert auch die hohe Verschuldung. „Die belastet die künftigen Generationen.“ Über die langfristige Erholung ist er jedoch erfreut. „Die aktuelle Erholung ist bereits die zweitlängste in der US-Historie. Wenn die nächste Rezession nicht 2019 kommt, sehen wir derzeit die längste Erholungsphase in der US-Geschichte.“

Er verweist darauf, dass die Niedrigzinsphase nun beendet sei und wir uns derzeit auf eine Niedrig-Return-Phase zubewegen. „Investoren werden wohl Risiken nehmen müssen. Das spricht für Multi-Asset-Lösungen“.

Deutsche Investoren sind Spritzenreiter bei Aktien und alternativen Anlagen
In seinem Impulsreferat spricht Herwig Kinzler von Mercer Deutschland, dass deutsche Investoren im europäischen Vergleich mittlerweile zu den Spritzenreitern bei Aktien und alternativen Anlagen gehörten. „In den traditionell aktienlastigen Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden haben wir recht reife Rentensysteme, bei denen jetzt auch eher eine Risikoreduktion sinnvoll ist“, gibt er eine Erklärung. Er verweist darauf, dass sich das Thema Nachhaltigkeit vom Nischenthema zu einem Standard-Baustein in der institutionellen Vermögensverwaltung etabliert. „Nachhaltigkeit ist kein Luxusthema mehr, sondern unter Risikomanagement eine Notwendigkeit“, so Kinzler.

Immer internationaler
In der anschließenden Diskussionsrunde erklärt André Heimrich von der Bayerischen Versorgungskammer, dass seine Versorgungswerke die regionale Universum immer weiter ausdehne „Das Thema Emerging Markets ist mittlerweile der größte Einzelfonds bei uns, und auch mit Immobilien sind wir immer internationaler gegangen“, so Heimrich.

Dieter Schorr von ZF Friedrichshafen, stimmt dem zu: „Unsere Mandate sind alle global ausgerichtet – zumindest die liquiden.“ Er hat insgesamt fünf Aktien-Mandate vergeben und schreckt im Fixed-Income-Bereich auch vor Frontier Markets nicht zurück.

Dr. Joachim Köhne von der Hamburger Sparkasse und Rainer Weidt von Vorwerk & Co.KG müssen hingegen stärker auf die Liquidität achten als ihre beiden Diskussions-Kollegen. „Als Bank sind wir natürlich sehr liquide aufgestellt im Depot-A-Management“, so Köhne. „Ich muss liquide bleiben, weil das Geld eventuell für unternehmerische Zwecke eingesetzt werden muss. Aber insgesamt sind wir mit unserem Anlageportfolio internationaler geworden“, erklärt Weidt.

Insgesamt breiteres Universum
Auf die Ausweitung des Investment-Universums gingen dann auch verschiedene Asset Manager ein. Thomas Spring von Syntaxis Capital stellte das Thema Private Debt und Aktien Osteuropa vor, ferner ging es um Aviation-Investments, Immobilien und Nachhaltigkeit. (ad)

 

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