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Going Private wird unter Milliardären zunehmend schick

Millliardäre von Japans Tycoon Masayoshi Son bis zum französischen Medienmagnaten Patrick Drahi denken darüber nach, ob sie nicht einen Rückzug ihrer Flaggschiffunternehmen von der Börse ins Auge fassen und diese damit dem grellen Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit entziehen sollten.

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Masayoshi Son ist auch unter jenen superreichen Entrepreneurs, die einen Börsenrückzug erwägen.
© Kiyoshi Ota/Bloomberg / Bloomberg

Dazu kommt, dass sie nach einem Going Private nicht mehr von der Volatilität des Aktienmarktes und Aktionären, die ihre Stimme lautstark erheben, abhängig wären. Dieses Jahr sind bereits Going Private Transaktionen mit einem Volumen von 26 Milliarden US-Dollar angekündigt worden, was gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen satten Anstieg um das Fünfundzwanzigfache darstellt, wie sich aus Bloomberg-Daten ablesen lässt.

Hinter vielen dieser Deals stehen ultrareiche Gründer, denen die günstigen Finanzierungsbedingungen und die matte Performance ihrer Aktien bei diesen Bestrebungen helfen. "In den letzten Jahren konnten wir nicht nur beobachten, dass viele Firmen ihren IPO in die Zukunft verschoben, sondern auch im Falle einer Börsennotiz darüber nachdenken, ein Going Private anzustreben", sagt Isabelle Toledano-Koutsouris, Head of Private Capital Markets für die EMEA-Region bei der UBS Group. "Die Volatilität im Zug der Pandemie in den letzten Monaten hat diese Nachdenkprozesse jedenfalls intensiviert beziehungsweise angestoßen."

Startup-Fabrik
Masayoshi Son, Chairman der SoftBank Group, überlegt wieder einmal einen MBO seines japanischen Konglomerates, wie Bloomberg aus informierten Kreisen in Erfahrung gebracht haben will. Grund soll die Frustration darüber sein, dass es eine Bewertungsdifferenz zwischen der Marktkapitalisierung von SoftBank mit 126 Milliarden US-Dollar und dem breiten Investmentportfolio gibt. Der Franzose Patrick Drahi wiederum bot letzten Freitag 2,5 Milliarden Euro für jene Aktien des Telekommunikationsanbieters Altice Europe, die er noch nicht besitzt. Nicht einmal zwei Wochen zuvor hatte die deutsche Start-up-Fabrik Rocket Internet Pläne bekanntgegeben, ihre Aktien von den Börsenplätzen Frankfurt und Luxembourg zurückzuziehen. Die dahinterstehenden Milliardärs-Brüder Samwer meinen, dass eine Börsennotiz nicht mehr länger der beste Weg sei, um Risikokapital aufzubringen, vielmehr könne man sich auf privates Funding für künftige Expansionsvorhaben verlassen. 

Die Initiative dieser superreichen Entrepreneurs zum Going Private kommt zu einer Zeit, wo am M&A Markt Flaute herrscht. Year-to-Date liegt das M&A-Volumen um 33 Prozent hinter jenem des Vergleichszeitraums 2019, wie Bloomerg-Daten zeigen. Private Equity-Firmen halten sich bei Deals zurück, die Investitionen sind heuer um 15 Prozent gefallen, und das, obwohl die Branche auf eine Rekordsumme an nicht investierten Mitteln, "Dry Powder" genannt, sitzt. 

Hongkong Tycoons
Der Trend zum Privaten hat auch Asien erfasst. Der indische Milliardär Anil Agarwal bot im Mai an den Streubesitz aus deinem Flaggschiffunternehmen Vedanta auszukaufen. Hongkongs Immobilienmagnat Peter Woo schloss in den letzten Monaten die Privatisierung von seinem Immobilienentwickler Wheelock & Co ab, wobei er seinen freien Aktionären einen Aufschlag von 52 Prozent anbot. Und die mehr als hundert Jahre alte Li & Fung, der größte Konsumgüteranbieter der Welt, glänzte ebenfalls durch ein Delisting als Folge des Buy-Outs der Gründerfamilie. Toledano-Koutsouris sagt dazu: "Finanziell macht der Rückzug viel Sinn, denn als private Firma hat man mehr Flexibilität bei der Ausführung seiner Pläne und auch mehr Zeit, diese umzusetzen." (kb)

 

 

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