Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Geldmenge steigt, die Inflation aber nicht: Wie kommt's?

Rund um den Globus steigt die Geldmenge. Das sollte aber nicht zu steigender Inflation führen, zumindest auf kurze Sicht, meinen die Experten der DWS Group.

2_geldflut_adobestock_43719965.jpg
© Carsten Reisinger / stock.adobe.com

In den vergangenen Monaten ist so manche bis dahin kaum vorstellbare Entwicklung eingetreten. Wir wurden Zeuge eines beispiellosen Einbruchs der Wirtschaftstätigkeit, genauso beispiellos waren aber auch die Rettungspakete von Geld- wie Fiskalpolitik, um die Folgen der Rezession abzufedern. Angesichts der unter großem Druck entwickelten und implementierten Maßnahmen stellt sich natürlich die Frage, ob die hastig verabreichten Maßnahmen nicht irgendwelche unerwünschten Nebenwirkungen entwickeln könnte.

Bemerkenswertes Geldmengenwachstum allerorten
Ein monetärer Indikator, der seit Ausbruch der Krise eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt, ist das Wachstum der Geldmenge. In den USA, in der Eurozone, im Vereinigten Königreich, in China, so gut wie überall, kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Geldmengenaggregate. Bei Monetaristen lässt diese Entwicklung natürlich die Alarmglocken läuten. Ist das ein Vorbote für einen ebenso sprunghaften Inflationsanstieg? Besteht gar ein Zusammenhang zwischen dem starken Geldmengenwachstum und den anziehenden Inflationserwartungen, wie man sie aus der Bewertung von inflationsindexierten Anleihen ablesen kann?

Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum und Inflation
Wieder folgende Chart ersichtlich ist, kann ein aus theoretischen Modellen abgeleiteter Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum (M3) und Inflation auch in der Praxis nachgewiesen werden. Der aktuelle Geldmengenanstieg würde eine (Kern-)Inflationsrate von rund 1,5 Prozent nahelegen. Der statistische Zusammenhang ist aber alles andere als perfekt.

Geldmenge versus Inflation

Hohe Kassenhaltung 
Hauptverantwortlich für den aktuellen Anstieg der Geldmenge dürfte einerseits die Kassenhaltung der öffentlichen Hand sein, die den zu erwartenden Steuerausfall durch verstärkte frühzeitige Kreditaufnahme kompensiert hat. Auch der Unternehmenssektor hat sich noch reichlich mit Liquidität eingedeckt, nicht zuletzt mithilfe staatlich garantierter Kredite aus den Rettungsmaßnahmen. Aber auch die Emissionstätigkeit bei Unternehmensanleihen ist auf Rekordhöhen gestiegen.

Dem steht jedoch eine immer noch hoch fragile Wirtschaftslage gegenüber
Millionen von Arbeitnehmern befinden sich nach wie vor in Kurzarbeit. Angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt weltweit ist nicht mit aggressiven Lohnforderungen zu rechnen. Die schwache Nachfrage sowie die drastische Unterauslastung der Kapazitäten sprechen ebenfalls nicht für ein schnelles Anziehen der Inflationsraten. Die Senkung der Mehrwertsteuer hat in Deutschland die Inflationsrate sogar in den negativen Bereich abgleiten lassen.

DWS sieht aktuell keine großen Inflationsgefahren
Längerfristig sind jedoch Entwicklungen erkennbar, die in ein paar Jahren durchaus höhere Inflationsraten bescheren könnten. Das gehe jedoch deutlich über den normalen zeitlichen Vorlauf der Geldmengenentwicklung hinaus, so die Experten der DWS Group. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren