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Geduld zahlte sich aus: börsennotierte Asset Manager im Aufwärtstrend

Corona ging auch an den Asset Managern nicht spurlos vorbei: Ihr Aufschwung an den Börsen ließ 2020 lange auf sich warten. Finanzwerte insgesamt und auch das Gros der weltweit 83 börsennotierten Asset Manager hinkten dem breiten Markt deutlich hinterher. Doch das vierte Quartal 2020 belohnte Geduld.

Michael Klimek, Euroswitch
Michael Klimek, Portfoliomanager der Vermögensmanagement Euroswitch
© Euroswitch

„Waren die Aussichten für die Dienstleistung Asset Management zuvor noch schwer eingetrübt, beherrscht seit Ende September blauer Himmel die Zukunftserwartungen der Anleger an die Investmentbranche. Das bescherte der Gruppe der gelisteten Asset Manager ein sattes Plus von 26,9 Prozent für das vierte Quartal“, freut sich Michael Klimek, Portfoliomanager der Vermögensmanagement Euroswitch. Damit konnten Asset Manager in den letzten drei Monaten des Jahres nicht nur den MSCI World mit einer Überperformance von 17,6 Prozentpunkten und den MSCI World Financials mit 7,9 Prozentpunkten hinter sich lassen.

Kluft zwischen Gewinnern und Verlieren
Zu den Profiteuren zählt auch der global anlegende Aktienfonds ARC ALPHA Global Asset Managers-Fonds (ISIN LU2177558082) der Vermögensmanagement Euroswitch. Der ausschließlich in Aktien börsennotierter Asset Manager investierende Fonds ist mit einem Anteilspreis von 100 Euro am 1. Juli 2020 an den Start gegangen. Er schloss das Jahr mit einem Anteilspreis von 115,55 Euro ab und lag damit fast 2,5 Prozentpunkte vor dem MSCI World in Euro (13,14 Prozent). „Das vierte Quartal trug maßgeblich zu dem positiven Ergebnis bei, auch im Vergleich zu den anderen, in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassenen Publikumsfonds, die auf Aktienanlagen im Finanzsektor spezialisiert sind“, fasst Klimek zusammen.

Große Dispersion in den Performances der notierten Asset Managementfirmen
Insgesamt stiegen die Aktienkurse der börsennotierten Asset Manager 2020 um durchschnittlich 14,4 Prozent. Damit lagen sie klar hinter dem Vorjahr (33,3 Prozent), allerdings auch auf deutlich höherem Niveau als der breite Aktienmarkt. Der Portfoliomanager gibt zu bedenken: „Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass die Hälfte der Aktien der gelisteten Asset Manager Ende 2020 schlechter als +3,7 Prozent notierte, es also eine große Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern in der Branche gab.“

Multi-Affiliates im Vorteil
Der Wachstumstrend setzt sich im Januar 2021 fort – wenn auch differenziert. „Die an der Börse aktuell gehandelte Zukunft sieht die breit gestreuten Produktplattformen der Multi-Affiliates-Unternehmen, die für eine breit gefächerte Klientel eine zumeist institutionellen Ansprüchen genügende Topqualität bieten, im Vorteil gegenüber Anbietern à la Blackstone, die für eine High-End-Klientel Fonds von nicht börslich gehandelten Sachwerten verwalten“, stellt Klimek fest. Standen 2019 und 2018 noch Asset Manager, die sich auf Private Markets spezialisieren wie z. B. Blackstone, Apollo oder Partners Group hoch im Kurs der Investorengunst, markierte 2020 einen Wendepunkt.

Problem von Natixis IM mit H2O AM stoppte Aktien-Höhenflug des Multi-Affiliates nicht
Der Investmentexperte ist sicher: „Der Vorteil der im Fall der Private-Markets-Spezialisten vergleichsweise hohen Erträge, die pro Euro verwaltetem Vermögen erwirtschaftet werden können, vermag zurzeit nicht den Nachteil eines relativ hohen Marketing- und Compliance-Aufwands im Falle der Multi-Affiliates-Produktgeneralisten zu überwiegen, der durch die Bewirtschaftung von selbständig agierenden Tochtergesellschaften mit eigenständigen Marken entsteht.“ Selbst das Debakel um Natixis Investment Managers und deren Affiliate H2O Asset Management im vergangenen Jahr konnte den Aktienkurs-Höhenflug des Multi-Affiliates-Geschäftsmodelles nicht stoppen. Von insgesamt sieben börsennotierten Multi-Affiliates-Unternehmen fanden sich vier unter den Top 20-Aktienperformern, und alle sieben lagen mit ihrer Aktienkursentwicklung 2020 oberhalb des Medians der Branche. „Es bleibt allerdings abzuwarten, ob dieses Geschäftsmodell, das sich mehrheitlich in Nordamerika und Australien findet, auch in Europa und Asien Einzug halten wird“, so Klimek. (kb)

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