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Gaspreis explodiert, Aktien und Euro fallen: Märkte watschen Politik ab

Stark steigende Gaspreise, fallende Aktien und ein noch schwächerer Euro gegenüber dem US-Dollar, der inzwischen auf eine 20-Jahres-Tief gefallen ist, zeigen auf, wie die amtierende Politik versagt hat. Leidtragende sind Bürger und Investoren.

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© imageteam / stock.adobe.com

Nach dem Komplettstopp der russischen Lieferungen über die Nord-Stream-Pipeline haben sich die europäischen Benchmark-Gasfutures am Montagmorgen um bis zu 35 Prozent verteuert, berichtet Bloomberg. “In Anbetracht der knappen Gasversorgung kann man nicht ausschließen, dass es in diesem Winter je nach Wetterlage zu obligatorischen Gasbeschränkungen für nicht lebensnotwendige Industrien oder sogar zu ‘rollenden Gasabschaltungen’ kommt”, hieß es in einer Analyse von JPMorgan. Laut Goldman Sachs Group könnten sich die europäischen Gaspreise nach Russlands Schritt den Höchstständen vom August nähern. Das hat Auswirkungen auf die Märkte:

Die Gemeinschaftswährung fiel am Montag um 0,8 Prozent auf 98,78 US-Cent und damit auf den schwächsten Stand seit 2002. Der Stoxx Europe 600 gab im frühen Handel um 1,6 Prozent nach und verlor damit sein Plus von zwei Prozent vom Freitag großteils wieder. Der Dax sank um bis zu drei Prozent. Bundesanleihen schwankten.

Der Gas-Stopp “ist ein weiterer Schlag für die europäischen Wirtschaftsaussichten, die den Euro aufgrund von Risiken im Zusammenhang mit der Regierungsführung auf kurze Sicht geschwächt haben”, sagte Piet Philip Christiansen, Chefstratege der Danske Bank in Kopenhagen. “Gleichzeitig ist ein weiteres Konjunkturpaket aus Deutschland ein Versuch, das Wachstum über Wasser zu halten, was die Inflationsprognose und die Aufgabe der EZB erschwert.”

EZB steigt auf die geldpolitische Bremse
Die Erwartung, dass die EZB die Zinsen bereits am Donnerstag um 75 Basispunkte anhebt, ist in der letzten Woche gewachsen. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde und ihre Kollegen stehen vor dem Dilemma, die hohe Inflation zu bekämpfen und zugleich die drohende Rezession zu meistern.

“Irgendwann werden sich die Märkte fragen, wie viel Inflation die Zentralbanken zu tolerieren bereit sind, wenn die Volkswirtschaften in eine Rezession abrutschen, vor allem, wenn diese Inflation angebotsgetrieben ist”, sagt Su-Lin Ong, von der Royal Bank of Canada. “Anhaltend hohe Energiepreise könnten das Ausmaß der EZB-Maßnahmen sowohl in dieser Woche als auch im weiteren Verlauf abschwächen.”

Die Regierung steigt auf das fiskalpolitische Gaspedal
Wie dramatisch die Lage ist, zeigen auch die staatlichen Hilfsprogramme. Die Bundesregierung verabschiedete am Wochenende ein drittes Entlastungspaket im Wert von 65 Milliarden Euro. Finnland will den Strommarkt mit einem 10 Milliarden Euro schweren Programm stabilisieren. Schweden unterstützt seine Versorger mit bis zu 250 Milliarden Kronen (23 Milliarden Euro), um eine Finanzkrise abzuwenden.

Goldman Sachs hat die Prognose für den Euro-Wechselkurs auf Sicht der nächsten drei Monate am Freitag auf 97 Cent gesenkt von zuvor 99 Cent. “Die Eurozone hat zwar gute Fortschritte bei der Aufstockung der Gasspeicher für den kommenden Winter gemacht, aber dies geschah um den Preis einer beträchtlichen Zerstörung der Nachfrage durch Produktionskürzungen. Dabei ist das Risiko einer schweren Störung im Winter nicht völlig ausgeschlossen”, so die Analysten. (aa)

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