Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Garland Hansmann, Investec: „Weitere Spread-Verengungen sind möglich!"

Garland Hansmann, Portfolio Manager des Investec GSF Global Total Return Credit Fund, geht davon aus, dass das wirtschaftliche Umfeld 2018 intakt bleiben wird, was sich auch in den soliden Unternehmensergebnissen und geringen Ausfallraten widerspiegelt. Aber es drohen auch Risiken…

hansmann_garland_investec_2015_querfoto_www.jpg
Garland Hansmann von Investec hält am 11. Institutional Money Kongress einen Workshop darüber, wie institutionelle Investoren vor dem Hintergrund steigender Zinsen über einen Multi-Credit-Ansatz interessante Renditen erzielen können.
 
© Investec

Der Portfolio Manager des Investec GSF Global Total Return Credit Fund, der am 11. Institutional Money Kongress Ende Februar 2018, zu dem sich Sie sich nur noch bis 22. Februar anmelden können - sowohl einen Workshop, als auch ein Gruppengespräch hält, legt im Interview mit „Institutional Money“ seine Sicht der Dinge über die weitere Entwicklung an den Credit-Märkten dar. Er ist grundsätzlich optimistisch gestimmt, nennt aber auch jene Risiken, die Investoren im Auge behalten sollten.

Garland Hansmann verwaltet seit Juni 2017 gemeinsam mit Jeff Boswell den Investec GSF Global Total Return Credit. Bevor er 2015 zu Investec AM stieß war er mehrere Jahre bei Credit Suisse, u.a. als Head of European Credit Research & High Yield Bond Portfolio Manager tätig. 

Die Spreads der meisten Unternehmensanleihen liegen ähnlich dem Niveau nach der der globalen Finanzkrise. Unter welchen Bedingungen wird sich dies wieder ändern?
Hansmann: Wir halten einen Aufwärtstrend dann für möglich, wenn die Fundamentaldaten günstig bleiben und die Märkte wie vor der Krise enger werden. Positive Mittelzuflüsse, ein Unterangebot an mehreren Kreditmärkten sowie Zentralbankprogramme zum Kauf von Unternehmensanleihen sorgen weiterhin für ein günstiges Marktpreisverhalten.

Wie ist diese aktuelle Lage in Anbetracht der letzten Jahre zu bewerten?
Hansmann: Die Spread-Niveaus von Anleihen erscheinen im historischen Vergleich recht eng, wobei einige Anleihen sich den Tiefständen nach der Krise annähern oder diese bereits erreicht haben. Die Verengung der Spreads entspricht jedoch noch nicht den Tiefstständen vor der Krise. Die Zeit vor der Krise war aus verschiedenen Gründen ungewöhnlich, wohingegen nach der Krise eine Unterstützung seitens der Zentralbanken zu beobachten war, die es so noch nie gab. Daher ist es schwer, eine klare Linie zu ziehen, die anzeigen würde, wie weit Spreads zurückgehen können. Da Credit Spreads das Ausfallrisiko kompensieren sollen – aktuell etwa setzt sich das günstige fundamentale Umfeld fort und die Ausfallquote ist begrenzt – halten wir eine weitere Verengung der Spreads für möglich.

Welche Folgen hat dies für die Anleger?
Hansmann: Trotz enger Spreads legen Anleger nach wie vor ein klar renditeorientiertes Verhalten an den Tag. Das Niedrigzinsumfeld lockt die Anleger weiterhin in Marktbereiche mit höheren Renditechancen, was zu engeren Spreads und höheren Preisen führt. Außerdem haben Kapitalströme in Anleihefonds mit Investment Grade zuletzt stark zugenommen – ein weiteres Indiz. Diese Kapitalflüsse haben in Verbindung mit Neuemissionen in geringerer Höhe als Anleiherückkäufe an verschiedenen Kreditmärkten (insbesondere im Hochzinssegment) und mit diversen Anleihekaufprogrammen der Zentralbanken zu einem Unterangebot geführt und den Kreditmärkten Auftrieb verliehen. Damit erhielten die Kreditmärkte im letzten Jahr deutlich Rückenwind. Allerdings ist die Entwicklung auch mit einem Risiko verbunden, sollte sich eine Trendwende abzeichnen.

Welches Risiko ist für Sie langfristig gesehen auschlaggebend?
Hansmann: Klar ist, dass das synchron verlaufende globale Wachstum der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken zu verdanken ist. Extrem niedrige Zinsen und die quantitative Lockerung sind hier die wesentlichen Impulsgeber. Weniger klar ist die zukünftige Herangehensweise, da die Notenbanken hart auf dieses Ergebnis hingearbeitet und dafür nahezu jedes verfügbare Werkzeug verwendet haben. Im Idealfall fahren sie die Anreize zurück. Wir gehen allerdings davon aus, dass sie dies nur sehr allmählich tun werden, und nur bis zu einem Punkt, der dem anfälligen Wachstumsumfeld ihres Erachtens nicht schadet. Unserer Ansicht nach werden jegliche Anzeichen für ein sich verlangsamendes Wachstum die Zentralbanken dazu verleiten, eine weitere Straffung aufzuschieben. Allerdings könnten sie dabei das nötige Maß aus den Augen verlieren. Und damit bleibt die Möglichkeit für Fehlentscheidungen und ein zu schnelles Zurückfahren der Geldpolitik bestehen.

Wir danken für das Gespräch!


Institutionelle Investoren, sollten am 11. Institutional Money Kongress Ende Februar 2018 im Frankfurter Congress Center die gebotene Gelegenheit nutzen, um den Workshop von Garland Hansmann zum Thema Multi-Credit-Strategien zu besuchen.

 

Aber auch das von Detlef Ernsting (Provinzial-Gruppe) moderierte Gruppengesprächverspricht interessante Einblicke:

Eine Anmeldung zu diesem exklusiven Kongress und "jährlichen Pflichttermin" für Institutionelle ist noch bis 22. Februar 2018 möglich. Melden Sie sich rasch an!

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen