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Fünf Jahre SDGs: Lob, aber auch Kritik an Institutionellen

Die Ziele der UNO für eine nachhaltige Entwicklung sind wegen Corona nicht nur schwerer zu erreichen, sondern werden von vielen Investoren auch nicht ernsthaft genug, vor allem was den eigentliche Zweck anbelangt, verfolgt. Das löst Kritik aus.

Andrew Parry, Head of Sustainable Investment bei Newton Investment Management
Andrew Parry, Head of Sustainable Investment bei Newton Investment Management
© Newton Investment Management

Das wachsende Interesse an nachhaltigen Geldanlagen hat einerseits zu einem größeren Bewusstsein für die Rolle der Vereinten Nationen geführt, die vor genau fünf Jahren 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Social Development Goals, SDGs) festgeschrieben haben. Anleger haben dadurch neue unternehmerische Wachstumsfelder identifiziert und Kriterien zur Minimierung von Investmentrisiken entwickelt. Die SDGs sind wirtschaftlich sinnvoll: Ihre Umsetzung kann nach UN-Schätzungen ein Volumen von zwölf Billionen Dollar zur Weltwirtschaft beitragen und 380 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. "In einer Welt, die sich von der Corona-Krise erholen muss, stellt dies eine sehr willkommene Wachstumschance dar", kommentiert Andrew Parry, Head of Sustainable Investment bei Newton Investment Management, eine Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management. Parry erkennt Fallstricke, aber auch Fortschritte:

Verwässerung droht
Wenn diese Ziele allerdings weder konkret in Geschäftspläne der Unternehmen integriert noch durch festgelegte Kriterien gemessen werden, dann werde dieser Prozess laut Parry verwässert. Mangelndes Engagement der Wirtschaft setze auch Grenzen für die Allokation von Aktien- und Anleiheportfolios, die sich an den SDGs orientieren.

Harte Kritik
"Werden die SDGs unreflektiert verwendet, um lediglich bestehende Index-Klassifikationen umzubenennen, könnten diese zu einem bloßen Etikettenschwindel verkommen", erklärt Parry. Viele der heutigen Index-Konstruktionsmethoden basieren auf einer Gewichtung nach Marktkapitalisierung und nicht auf der Messung des Risikos für den Menschen oder den Planeten. "Es darf nicht sein, dass Maßnahmen zur Beseitigung der Armut vor allem den Anlegern dienen", moniert Parry.

Lobende Worte
Doch es werden auch Fortschritte bei der Durchsetzung der SDGs erzielt. Viele neue Instrumente beziehen neben den positiven nun auch die negativen Aspekte bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in die Bewertung ein. "Eine wachsende Übereinstimmung mit einzelnen Zielen ist ermutigend, aber die Corona-Krise macht deutlich, dass noch mehr Einsatz zur Erreichung der SDGs nötig ist. Die Uhr tickt für die UN", erklärt Parry abschließend. (aa)

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