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Frontier-Markets-Anleihen bieten attraktive Anlagechancen

Frontier Markets sind zu einem wesentlichen Segment des Anlageuniversums der Schwellenländeranleihen geworden. Peter Eerdmans, Head of Fixed Income bei Ninety One, erklärt, warum es für Investoren sinnvoll ist, sich näher mit ihm zu beschäftigen.

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Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
© Ninety One

Für das Universum der „Frontier Markets“ gibt es keine Standarddefinition. Deshalb betrachtet Ninety One das gesamte Spektrum der Schwellenländeranleihen als Kontinuum. Unabhängig von seinem Volkseinkommen oder seiner Bonität wird jeder Markt mit demselben Ansatz analysiert und die Märkte anhand von Volatilitäts- und Liquiditätskennzahlen als gering-, mittel-, hochriskant oder als Frontier Market klassifiziert.

Marktvolumen entspricht dem von US High Yields
Das Anlageuniversum der Frontier Markets besteht aus weltweiten vielfältigen Märkten und ist genauso groß wie der Markt für US-High Yield-Anleihen. Für Schwellenländer-Anleiheinvestoren haben diese erheblich an Bedeutung gewonnen: Die Hälfte der Länder im J.P. Morgan EMBI, der Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern abbildet, sind heute Frontier Markets. Diese machen außerdem zirka 40 Prozent des Index-Spreads aus und bieten Investoren ausreichend Liquidität zum Aufbau eines relevanten Engagements.

Hohes Wachstum
Dass die Frontier Markets den Schwellen- und Industrieländern hinsichtlich ihrer Wachstumsraten weit voraus sind, ist allseits bekannt. "Gründe sind neben der demografischen Entwicklung mit einer jüngeren Bevölkerung und jährlich mehr Erwerbstätigen auch die strukturelle Dynamik. Diese resultiert unter anderem aus dem Übergang von einer landwirtschaftlich geprägten hin zu einer Dienstleistungswirtschaft. Mithilfe dieses Wachstumskurses dürfte sich die Verschuldung dieser Länder – auch infolge der Corona-Pandemie – stabilisieren und 2022 deutlich sinken", merkt Peter Eerdmans an.

Verhältnis von Schulden und Bruttoinlandsprodukt zeichnet nur ein grobes Bild
Entscheidend für Investoren sind im aktuellen Umfeld die fiskalischen Kennzahlen und insbesondere das Verhältnis von Zinskosten und Einnahmen. Frontier Markets müssen besondere Herausforderungen bewältigen, um sich weiterzuentwickeln und ihr Potenzial auszuschöpfen. So bedeuten niedrige Sparquoten oft, dass durch staatliche Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft Investitionen des privaten Sektors „verdrängt“ werden. Ebenso haben unausgereifte staatliche Prozesse und eine wenig effiziente Steuererhebung relativ geringe Staatseinnahmen zur Folge. Und obwohl die Verschuldung ähnlich hoch ist wie in Schwellenländern und niedriger als in Industrieländern, müssen Frontier Markets wesentlich höhere Zinskosten schultern.

Erfolgsaussichten der Frontier Markets
Diese hängen entsprechend davon ab, wie sie diese Herausforderungen bewältigen. Es sind Reformen erforderlich, die die Einnahmen des Staates erhöhen, die Steuerbasis verbreitert und die Schattenwirtschaft bekämpfen. Gleichzeitig müssen diese Länder die Zinskosten der Schulden stabilisieren und senken. Während die Sonderziehungsrechte des IWF in Höhe von 650 Milliarden US-Dollar bei Letzterem helfen, werden auch internationale Investoren eine wichtige Rolle spielen.

ESG-Faktoren erhalten Schlüsselrolle bei Finanzierungen
In den kommenden Jahren werden ESG-Faktoren eine Schlüsselrolle bei neuen zielgerichteteren Finanzierungsinstrumenten für Frontier Markets spielen. Unter Beteiligung von Politik, dem IWF und der Weltbank wird darüber diskutiert, wie die Zinskosten für diese Länder gesenkt und wichtige Projekte sowie Wirtschaftsbereiche investierbar gemacht werden können.

Volatilität der Grenzmärkte
Frontier Markets als Ganzes sind zwar nicht so volatil wie viele Investoren glauben, dennoch gibt es große Unterschiede innerhalb dieses Anlageuniversums. Peter Eerdmans dazu: "In den letzten fünf Jahren waren alle der zehn besten und acht der zehn schwächsten Märkte aus dem J.P. Morgan EMBI Frontier Markets. In diesem Anlageuniversum Alpha zu generieren, hängt also vor allem von der Fähigkeit eines Asset Managers ab, die „richtigen“ Länder auszuwählen. Wir bei Ninety One konzentriert sich auf die Märkte, in denen inländische Renten- und Altersvorsorgesysteme entstehen und effizienter werden. Beides wird dazu beitragen, die Zinslast des Staates zukünftig zu verringern."

Serbien, Elfenbeinküste mit starkem Wachstumspotential
Es sei auch zwingend notwendig, zwischen Ländern mit anfälligen Finanzen und solchen, die solide aufgestellt sind, zu unterscheiden. Basierend auf dem eigenen zukunftsgerichteten Analysemodell für die Kreditanfälligkeit bevorzugt Ninety One Länder wie Serbien oder die Elfenbeinküste. Dort sieht man ein starkes Wachstumspotential und robuste Finanzierungsmodelle, sodass Investoren für das eingegangene Risiko großzügig entlohnt werden. Hinzu kommt, dass diese Länder Investoren eine überdurchschnittliche Risikoprämie bieten, einfach weil sie weniger im Fokus stehen und zu den Frontier Markets zählen.

Fazit
Investoren, die über das erforderliche Wissen über diese Märkte verfügen und die hiesigen Gegebenheiten verstehen, können die Risiken umschiffen und die attraktiven Anlagechancen nutzen. (kb)

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