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Dieser Fondsriese peilt Übernahmen und Börsengang an

Die Asset-Management-Einheit von Natixis zählt zu Europas Branchenführern. Doch das ist nicht genug für Nicolas Namias. Der Bankchef peilt Zukäufe an, die auch durch einen Börsengang gestemmt werden könnten. Sein Problem: Der Verkauf der gebeutelten Boutique H2O kommt nicht voran.

Nicolas Namias, Vorstandschef der französischen Investmentbank Natixis
Nicolas Namias, Vorstandschef der französischen Investmentbank Natixis
© Natixis

Der Vorstandschef der französischen Investmentbank Natixis will die Fondssparte seines Hauses durch Zukäufe stärken. Um eine Übernahme zu finanzieren, wäre auch ein Börsengang der Einheit eine Option, sagte Nicolas Namias der Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT). Natixis Investment Managers verwaltet ein Vermögen von rund 1,2 Billionen Euro und zählt damit zu den Branchenriesen in Europa. Zum Vergleich: Der größte Anbieter des Kontinents Amundi verwaltet gut 1,8 Billionen Euro.

"Wir sind eindeutig die Konsolidierer in dieser Branche", gibt sich Namias selbstbewusst. Zudem konkretisierte er, dass "Asien sicherlich ein Gebiet für die Expansion ist". Der Natixis-Chef betont, dass er "strategischen Spielraum" habe und "die Vermögensverwaltungssparte an die Börse bringen könne, um ein großes M&A-Projekt zu finanzieren".

H2O-Verkauf noch nicht abgeschlossen
Doch bis es dazu kommt, sind ein paar Altlasten zu schultern. Die Größte von ihnen heißt H2O. Die als Dachgesellschaft für Investmentboutiquen agierende Natixis Investment Managers war durch riskante Engagements der Tochter in Turbulenzen geraten. H2O-Starmanager Bruno Crastes und sein Team hatten in zum Teil illiquide Wertpapiere investiert, die dem Umfeld des schillernden deutschen Finanziers und Hertha-BSC-Sponsors Lars Windhorst zuzurechnen sind. Als die Verquickung bekannt wurde, zogen Anleger Milliarden aus den H2O-Fonds ab. In der Folge des Corona-Crashs musste das Haus einige Fonds zeitweilig einfrieren und illiquide Teile der Portfolios abwickeln.

Nach den imageschädigenden Vorfällen beschloss Natixis, die Beteiligung an H2O zu verkaufen. Geplant war, dass das Management um H2O-Gründer Crastes die Anteile übernimmt, doch diese Transaktion ist immer noch in der Schwebe, wie die "FT" berichtet. Offenbar gibt es heftige Bedenken der Aufseher. Details dazu wollte Natixis-Chef Namias gegenüber der Zeitung nicht kommentieren. Er verweist lediglich darauf, dass H2O den Fondsvertrieb selbst übernommen hat und die Finanzergebnisse der Boutique bilanziell nicht mehr der Dachgesellschaft zugerechnet werden.

Abschied vom Parkett
Neben den Wirren um H2O leidet die Investmentbank Natixis auch unter herben Verlusten aus dem Handel mit Aktienderivaten. In der Folge nahm die Muttergesellschaft, die französische Genossenschaftsbank BPCE, das Institut im Frühjahr von der Börse. Zuvor war der damalige Vorstandschef gegen Nicolas Namias ausgetauscht worden. Dieser versucht nun, das Haus in ruhigeres Fahrwasser zu lenken.

Trotz der Wirren um H2O verteidigt Namias die Aufstellung der Fondseinheit als Boutiquendach. Bei diesem Modell übernimmt Natixis Investment Managers Mehrheitsanteile an kleineren Investmentgesellschaften. Diese erhalten Zugang zu dem nach eigener Darstellung weitreichenden Marketing- und Vertriebskanal der Franzosen, können aber ihre Anlagestrategie weitgehend selbstständig weiterverfolgen.

Dezentrale Struktur
Natixis sei derzeit der größte Investmentmanager der Welt, der diese Art von dezentraler Geschäftsstruktur habe, betont Namias gegenüber der "FT". Dies ermögliche es dem Unternehmen, von verschiedenen Anlagestrategien und Talenten zu profitieren, solange es gute Systeme zur Einhaltung der Vorschriften gebe. Nach den Vorgängen bei H2O hatte Natixis zwar eine interne Überprüfung des Risiko-Managements und der Compliance-Kontrolle eingeleitet, den daraus folgenden Bericht aber unter Verschluss gehalten. (ert)

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