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Franklin Templeton-Stratege empfiehlt antizyklischen Einstieg in China

Ein Investmentstratege von Franklin Templeton Investments erläutert, warum Investoren bei China das große Bild vor Augen haben und langfristige Aktienpositionen eingehen sollten.

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© YiuCheung / stock.adobe.com

Chinesische Aktien haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Dabei fing erst alles gut an. Zu Beginn des Jahres 2021 war die Stimmung bei Chinas wichtigsten Handelspartnern dank einer unerwartet schnellen wirtschaftlichen Erholung im Inland und der Vorfreude auf die Einführung des Covid-Impfstoffs von Optimismus geprägt. Bis Mitte Februar stiegen die chinesischen Aktien um etwa 20 % und übertrafen damit die globalen Märkte in weniger als zwei Monaten um 14 Prozent. Im November kehrte sich die Situation um. Der chinesische Index liegt jetzt ca. elf Prozent im Minus, während die globalen Aktien um fast ein Fünftel gestiegen sind, rekapituliert Marcus Weyerer, Senior ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments.

Gründe für die letztjährige Underperformance
Weyerer nennte eine Reihe von Faktoren, die zur Underperformance chinesischer Aktien beigetragen haben. Die meisten dieser Faktoren sind Weyerer zufulge auf die weitreichenden regulatorischen Maßnahmen zurückzuführen, die sich derzeit auf die chinesische Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt auswirken und darauf abzielen, die nationale Sicherheit zu verbessern, Ungleichheit zu verringern und eine nachhaltige Zukunft zu fördern. "Wir sind der Ansicht, dass regulatorische Zyklen ein fester Bestandteil von Investitionen in Schwellenländern im Allgemeinen und in China im Besonderen sind. Die Reformen und Sanktionen dienen durchaus einem Ziel, das sich langfristig positiv auf die Finanzmärkte auswirken kann", schätzt Weyerer.

Unsicherheit ist guter Kaufzeitpunkt
Zwar gäbe keine Anzeichen dafür, dass der aktuelle Zyklus zu Ende ist, doch haben sich die Märkte seit dem Spätsommer etwas stabilisiert. Anleger wurden durch die gezielten staatlichen Interventionen in bestimmten Sektoren und die daraus resultierenden spezifischen Risiken aufgeschreckt. Wer jedoch eine positive langfristige Sicht auf das Land hat und Schwankungen in Kauf nehmen kann, könnte auf breit gestreute Lösungen setzen. Während in einigen Sektoren und Unternehmen das Geschäftsmodell vor den Augen der Anleger weggebrochen ist (z. B. AST - Nachhilfeunterricht), könnten andere Branchen von der allgemeinen negativen Stimmung erfasst worden sein und einen interessanten Anlagehorizont bieten, merkt Weyerer an.

Langfristig stimmt die Investmentstory
Bis zu einem gewissen Grad spiegelt der Kursabschlag das derzeit erhöhte Risiko wider, insbesondere im Technologiesektor, der in China unter Beschuss steht. Allerdings reflektiert er möglicherweise nicht die längerfristigen Wachstumsaussichten in angemessener Weise. In der Vergangenheit haben sich Volatilitätsspitzen in China oft als langfristige Gelegenheiten zum Kauf erwiesen, erinnert Weyerer.

Auch wenn die jüngsten BIP-Wachstumszahlen enttäuscht haben, ist China nach wie vor auf dem besten Weg, innerhalb eines Jahrzehnts die größte Volkswirtschaft der Welt zu werden. Der säkulare Wandel von einer exportorientierten Nation zu einer konsumorientierten Wirtschaft ist weiterhin ungebrochen. Es wird erwartet, dass China bis 2022 eine Mittelschicht mit mehr als 550 Millionen Menschen  haben wird - das ist mehr als die gesamte Bevölkerung der EU und des Vereinigten Königreichs zusammen.

Neben der Größe spielt auch die Qualität eine immer wichtigere Rolle. Da die Armutsquote sinkt, steigt die Nachfrage der chinesischen Verbraucher nach höherwertigen, teureren Produkten stetig an. Viele dieser Produkte werden inzwischen von chinesischen Unternehmen entwickelt, entworfen und hergestellt. Dies wiederum erfordert besser ausgebildete Arbeitskräfte, die auch besser bezahlt werden.

Anlagestrategie für 2022
Angesichts des wirtschaftlichen und politischen Einflusses, den China auf der Weltbühne ausübt, ist das Land in den Portfolios vieler Aktienanleger Weyerer zufolge unterrepräsentiert. Die verstärkte Aufnahme von A-Aktien (Festlandchina) in wichtige Indizes seit 2019 hat die Situation verbessert. Dennoch verharrt das China-Engagement in globalen Benchmarks im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich.

"Auch wenn es Fragen zum Zugang und zur Risikobereitschaft gibt, die Gründe für diese Unterrepräsentation sind, sollten langfristige Anleger Rückschläge als Gelegenheit zum Ausbau ihrer Positionen betrachten. Bedenken Sie dies: Das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu BIP beträgt in den USA etwa das 1,9-fache. Das Verhältnis in China liegt bei 0,8x (CEIC Data, 2020)", merkt Weyerer an.

China-ETFs einsetzen
Eine typische Strategie für Schwellenländer sei Weyerer zufolge möglicherweise nicht die geeignetste Lösung, um das Engagement in chinesischen Aktien im Gesamtportfolio zu erhöhen; obwohl China fast 40 Prozent des FTSE Emerging Index ausmacht, würde ein Anleger immer noch 60 Cent pro Dollar in Länder investieren, die in einigen Fällen ein völlig anderes Risiko-Rendite-Profil aufweisen.

"Die einfachste und kosteneffizienteste Möglichkeit, das bestehende Engagement in diesem für die meisten Anleger relativ kleinen Land zu erhöhen, könnte ein spezieller ETF für China sein. Um die Gesamtheit des Landes bestmöglich zu erfassen und wirklich diversifiziert zu sein, sollte er eine breite Palette von Aktienklassen sowie große und mittelgroße Unternehmen aus verschiedenen Sektoren umfassen", empfiehlt der ETF-Spezialist abschließend. (aa)

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