Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Fondsmanager mit Top-Performance sieht in Inflation neues Risiko

Fondsmanager Ken Jesudian schlug den US-Small-Cap-Index im vergangenen Jahr mit Trades, die von der wirtschaftlichen Erholung nach dem Lockdown profitierten. Jetzt sieht er ein neues Risiko für 2021: das Potential für eine Beschleunigung der Inflation.

ken_jesudian_crimson_am_klein_quer.jpg
Crimson Asset Management Chief Executive Officer Ken Jesudian
© Bloomberg News

Die Verbraucher hätten Geld zum Ausgeben, und die Bilanzen der meisten Banken seien in guter Verfassung, sagte Ken Jesudian, Mitbegründer und Geschäftsführer von Crimson Asset Management mit Sitz in Toronto, der letztes Jahr mit US-Small Caps 39 Prozent Performance generierte. Diese Faktoren machten die derzeitige Phase potentiell inflationärer als die Zeit nach der Finanzkrise. Wegen lockerer Geldpolitik und großer Haushaltsdefizite ging damals das Gespenst der Inflation zwar um, doch tatsächlich trat die Teuerung nie ein.

Geben steigende Staatsanleihenrenditen und Rohstoffpreise Anhaltspunkte?
Inzwischen senden die globalen Märkte jedoch ein Signal, dass die Inflation zurückkehrt.  Rohstoffe wie Öl und Mais steigen und die Renditen von Staatsanleihen haben den höchsten Stand seit fast einem Jahr erreicht. Am Montag lag die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen zum ersten Mal seit Februar 2020 bei zwei Prozent, und die Renditen in Großbritannien, Kanada, Australien und anderen Ländern sind seit Jahresbeginn stark gestiegen. Ein in Aussicht stehendes Konjunkturpaket der Biden-Regierung in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar (1,6 Billionen Euro) könnte die Glut höherer Preise anfachen.

Inflation als große Überraschung in 2021?
“Eine schnelle und stark ansteigende Inflation könnte sich als die größte Überraschung des Jahres 2021 erweisen”, sagte Jesudian in einer Note an Kunden, die Bloomberg vorliegt. “In einem solchen Umfeld sollten Investoren Aktien von Unternehmen mit Preissetzungsmacht, geringen Investitionsausgaben und niedrigen Schuldenständen besitzen.”

Jesudians Crimson Capital Growth Fund
Dieser Fonds erzielte im vergangenen Jahr eine Rendite von 39,2 Prozent, mehr als das Doppelte der Gesamtrendite des Russell 2000 Index von 18 Prozent in kanadischen Dollar. Der Fonds, der in US-Small Caps investiert, erwirtschaftete von der Auflegung 2018 bis zum Ende des letzten Jahres annualisiert 15,8 Prozentund übertraf damit den Anstieg des Index von sechs Prozent in kanadischer Währung. Nach dem breiten Ausverkauf von Aktien im Februar und März letzten Jahres, fügte Jesudian seinem Fonds 14 neue Titel hinzu, darunter den Discounter Big Lots und den Autohändler Lithia Motors, die sich beide gegenüber den Tiefstständen des letzten Jahres mehr als verfünffacht haben.

Welche Unternehmen ein Inflationsplay sein könnten
Das Potential für einen Inflationsschub bedeute, dass Investoren Unternehmen besitzen sollten, die Spielraum für Preiserhöhungen haben, weil es keinen Ersatz für ihre Produkte oder relativ wenig Konkurrenz gibt, sagte Jesudian in einem Interview. Ein Beispiel im Crimson-Fonds ist Eagle Materials, ein in Dallas ansässiges Unternehmen, das Zement und andere Baumaterialien verkauft. “Es ist kein Geschäft, das sich für den Versand oder den Transport über große Entfernungen eignet”, sagte er. Die regionalen Werke in den USA seien weitgehend von starker Konkurrenz abgeschirmt.

Mid-Cps wurden in der Krise zu Small-Caps
Der von der Pandemie ausgelöste Marktcrash im letzten Jahr gab Crimson auch die Chance, in Unternehmen zu investieren, die zuvor zu groß für den Fonds gewesen wären. “Ich hätte nie gedacht, dass man den Namen Hyatt Hotels neben das Wort ‘Small Cap’ setzen würde”, sagte Jesudian. Die Pandemie ließ den Marktwert des Unternehmens in weniger als einem Monat auf 3,7 Milliarden US-Dollar fallen von 9,4 Milliarden US-Dollar, was die Investition attraktiv machte, sagte er. Manche Geschäftsreisen würden zwar nur langsam wieder an Fahrt aufnehmen, aber Konferenzen und Freizeitreisen sollten sich erholen, so Jesudian. Die Hyatt-Aktie hat sich verdreifacht, seit sie im vergangenen März einen Tiefststand von etwa 24 US-Dollar erreicht hatte. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren