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Flossbach von Storch: Das Land ist seit Monaten in der Rezession

Dass sich die deutsche Wirtschaft abgekühlt hat, ist ein offenes Geheimnis. Nun schlägt der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch allerdings Alarm: Die Krise ist längst da!

Thomas Mayer
Thomas Mayer, Leiter des Flossbach von Storch Research Institute
© José Poblete / FONDS professionell

Das Flossbach von Storch Research Institute hat einen neuen Konjunkturindikator für Deutschland vorgestellt, mit dem sich Schwächephasen der Wirtschaft verlässlicher diagnostizieren lassen sollen als mit den bislang üblichen Verfahren. Demnach steckt Deutschland schon seit Monaten in der Rezession.

Normalerweise werde eine Rezession als Schrumpfung des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) über zwei Quartale definiert, schreiben Institutsleiter Thomas Mayer und seine Kollegin Agnieszka Gehringer. Gegenüber dieser gängigen Definition habe der neue Indikator zwei Vorteile: "Erstens kann er durch die Kombination der BIP-Daten mit dem Informationsgehalt zahlreicher anderer Aktivitätsdaten konjunkturelle Wendepunkte zuverlässiger identifizieren. Zweitens kann er Wendepunkte im Konjunkturzyklus zeitlich genauer erfassen, da er auf monatlichen Daten beruht."

In fünf von sieben Monaten seit Jahresbeginn gefallen
Der Indikator des Analyseinstituts, das zum Vermögensverwalter Flossbach von Storch gehört, stagniert seit dem zweiten Quartal 2018. Im Jahr 2019 ist er in fünf von bisher sieben Monaten, für die Daten verfügbar sind, gesunken. Das neue Barometer "hätte folglich den Rückgang des realen BIP im zweiten Quartal dieses Jahres früher erkennen können als die amtliche Statistik", so Gehringer und Mayer.

FvS-Konjunkturindex für Deutschland (indexiert; Januar 2019 = 100)

Quelle: Eigene Berechnungen Flossbach von Storch Research Institute/Macrobond

Flossbach-Ökonomen orientieren sich an US-Statistikbehörde
Bei der Berechnung des Indikators folgen die Flossbach-Ökonomen dem Ansatz des US National Bureau for Economic Research (NBER). "Das NBER diagnostiziert Wendepunkte im US-Konjunkturzyklus, indem es eine Vielzahl von Wirtschaftsindikatoren analysiert und auf dieser Grundlage Ende und Beginn von Rezessionen bestimmt", erläutern Gehringer und Mayer.

In zwei Punkten weichen die Kölner Ökonomen jedoch von ihrem US-Vorbild ab: "Erstens betrachten wir eine breitere Liste von monatlichen Indikatoren, die auch Daten einschließen, die nur einen Teilbereich der Wirtschaft beschreiben." Zweitens würde auf Grundlage der monatlichen Indikatoren ein quantitativer Konjunkturindex berechnet. "Damit beruht unsere Bestimmung des Konjunkturverlaufs stärker auf einem quantitativen Verfahren und weniger auf einem subjektiven Urteil als die Bestimmung des NBER für die USA." (fp/bm)

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