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Schwellenländer mit Verschuldung von 19 Billionen US-Dollar in Gefahr

Kommt die nächste Schuldenkrise gar aus einem anderen Eck als gemeinhin vermutet? Ist es am Ende gar nicht die Verschuldung der US-Corporates oder in China, sondern sind es die Emerging Markets als Ganzes, die die nächste Kreditkrise aufgrund ihrer steigenden Auslandsverschuldung auslösen?

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Die Schuldenstände, die sich innerhalb eines Jahrzehnts vervierfachten, haben nach Einschätzung von Fitch Ratings die Schwellenländermärkte in Zeiten steigender US-Zinsen anfällig im Falle einer Verschärfung der Finanzbedingungen werden lassen.

Von fünf auf 19 Billionen US-Dollar Schulden in einer Dekade
Ausstehende Schuldverschreibungen aus Entwicklungsländern sind von fünf Billionen binnen zehn Jahren auf 19 Billionen US-Dollar angeschwollen, teilte die Rating-Agentur in einem Bericht mit. Trotz der Entwicklung lokaler Anleihemärkte in Landeswährung werden die Schuldner mit höheren externen Finanzierungskosten, einem stärkeren Dollar und einer Verlangsamung der Kapitalzuflüsse konfrontiert werden.

Fitch erwartet sechs US-Leitzinsanhebungen bis Ende 2019
"Wenn die finanziellen Bedingungen stärker verschärft werden als erwartet, würden die Schwellenländeranleihen unter Druck geraten", sagte Monica Insoll, Leiterin Credit Market Research bei Fitch. "Wenn sich der Appetit der Anleger im Hinblick auf EM-Risiken umkehrt, könnten Emittenten selbst auf ihren Heimatmärkten vor Refinanzierungsschwierigkeiten stehen, und Kapitalabflüsse könnten Druck auf Wechselkurse oder Devisenreserven ausüben."

Auslandsschulden in US-Dollar könnten zum Bumerang werden
Die Kapitalströme in die Schwellenländer könnten sich verringern, da US-amerikanische und globale Anleger höhere Renditen bei US-Vermögenswerten erzielen. Dies würde Regierungen, die bereits die Herausforderung haben, Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren oder Auslandsschulden zu refinanzieren, zusätzlich unter Druck bringen und möglicherweise zu schwächeren Währungen oder einem Rückgang der Devisenreserven führen, so Fitch.

Ukraine, Türkei und Argentinien ganz vorne bei den Wackelkandidaten
Abgesehen von den anfälligsten großen Schwellenländern, nämlich der Ukraine, der Türkei und Argentinien, sieht Fitch Risiken in Ländern mit höherer Bonität wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Peru und Kasachstan aufgrund ihrer Abhängigkeit von Auslandsschulden. China wird als Land mit mittlerem Risiko eingestuft, wobei die größten Herausforderungen eine hohe Verschuldung in der breiteren Wirtschaft und die Liquiditätsprofile mittelgroßer Banken seien.

Lokalwährungsanleihen sind stabilere Finanzierungsquelle
Anleihen in lokaler Währung von Schwellenländern werden hauptsächlich von inländischen Anlegern wie Pensionsfonds, Versicherungen und Banken gekauft, die eine relativ stabile Finanzierungsquelle darstellen. Andrade Gutierrez, einer der größten Baukonzerne Brasiliens, ist - nach fünf Ausfällen im Jahr 2017 - der einzige Schwellenländer-Zahlungsausfall, der von Fitch bis dato in 2018 zu verzeichnen war. (kb)

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