Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Fisch AM: Warum High-Yield-Bond-Indizes Investoren in die Irre führen

Nach Ansicht von Fisch Asset Management sind Hochzinsanleihen trotz der am ersten Blick im historischen Vergleich sehr niedrigen Renditen bzw. Risikoaufschläge weiterhin ein attraktives Investment. Eine genauere Benchmark-Analyse untermauert diese Prognose.

Kyle Kloc, Fisch Asset Management
Kyle Kloc, Fisch Asset Management
© Fisch AM

Institutionelle Investoren stellen sich aktuell verstärkt die Frage, ob sie über Zins und Kreditaufschläge bei High-Yield-Anleihen noch ausreichend für das eingegangene Risiko entschädigt werden. Betrachtet man die beiden Faktoren lediglich auf aggregiertem High-Yield-Index-Level, könnte man vorschnell zum Ergebnis kommen, dass dies nicht der Fall ist. "Doch bei genauerer Betrachtung wird deutlich, warum die Kreditaufschläge insgesamt historisch niedrig erscheinen", erklärt Kyle Kloc, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management, in einer aktuellen Analyse.

HY-Benchmarks haben an Qualität gewonnen, daher niedrigere Risikoaufschläge
Der Grund dafür ist laut Kloc, dass sich seit Auflage der High-Yield-Indizes des Datenanbieters ICE BofA die Zusammenstellung des Gesamtindex hinsichtlich der Ratingkategorien maßgeblich verändert hat. Der Teil der qualitativ höherwertigen Emissionen mit einem durchschnittlichen Rating von BB ist mit einem Anteil von rund 54 Prozent auf einem Allzeithoch, wohingegen der mit B sowie CCC und niedriger geratete Anteil im unteren Bereich des historischen Anteils liegt. "Dies drückt die Kreditaufschläge auf aggregierter Ebene zusätzlich nach unten und vermittelt den Anschein, die Kreditaufschläge befänden sich auf einem historischen Allzeittief. Das sind sie zwar auch – jedoch einhergehend mit einem historischen Allzeithoch in der Gesamtqualität des Index", hält Kloc fest.

Attraktive Bewertung, niedrigere Zinsänderungsrisiken
Trotz der vermeintlich historisch niedrigen Verzinsung sind Kloc zufolge High-Yield-Bonds in Relation zu anderen liquiden festverzinslichen Anlageklassen, etwa globalen Staats- oder Unternehmensanleihen, absolut betrachtet immer noch sehr attraktiv. "Ein weiteres Argument, das gerade an Relevanz gewinnt: Hochverzinsliche Anleihen sind normalerweise auch weniger anfällig gegenüber steigenden Zinsen. Zum einen bietet die höhere Verzinsung etwas Schutz und zum anderen ist die durchschnittliche Duration, das heißt die Zinssensitivität, aufgrund der häufig kürzeren Laufzeiten und Call-Optionen wesentlich geringer", erinnert Kloc.

Gutes Makro-Umfeld für Credit-Risiken
Es gibt Kloc zufolge zudem gute Argumente dafür, dass der Scheitelpunkt des Kreditzyklus noch nicht erreicht wurde. Die zwei offensichtlichsten sind eine weitere Erholung der globalen Weltwirtschaft bei gleichbleibender oder nur wenig restriktiverer Geldpolitik sowie die Erwartung, dass die Ausfallraten unter ihren historischen Mittelwert von etwa zwei Prozent fallen. "Dies dürfte zumindest über die nächsten zwölf bis 18 Monate ein positives Umfeld für hochverzinsliche Anleihen darstellen. Somit sollten die Kreditaufschläge niedrig bleiben beziehungsweise sich sogar noch etwas weiter einengen können", erklärt Kloc abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren