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Fisch AM sieht Gefahr der Konjunkturüberhitzung durch Rückkoppelungen

Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management, weist auf die vielen potentiellen Gefahren hin, die sich aus einer überaus lockeren Geldpolitik einerseits und einer sehr guten Konjunkturentwicklung andererseits ergeben können. Goldilocks-Szenarien sehen jedenfalls anders aus.

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Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management
© Fisch AM

"Der Kampf der positiven Kräfte gegenüber den potentiellen Gefahren am Finanzmarkt geht in die nächste Runde. Die globale Konjunktur sowie die Aktien- und Kreditmärkte werden weiter kräftig unterstützt: Genannt seien beispielsweise die Ausweitung des staatlichen Stimulus in den USA sowie in den EU-Einzelstaaten und natürlich die Geldpolitik, die enorm expansiv bleibt. Aktuell kaufen die Fed und die EZB monatlich für 120 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 90 Milliarden Euro Wertpapiere am Markt (Quantitative Easing) und blähen dadurch ihre Bilanzen weiter auf", sagt Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management, in seinem Statement zur aktuellen Marktsituation. Die für das konjunkturelle Wachstum wichtigen Geldmengen M1 und M2 stiegen entsprechend an und belegten damit, dass die Geldpolitik derzeit noch wirke. Die Geldmenge M2 wachse in den USA derzeit sogar schneller als jemals zuvor seit dem zweiten Weltkrieg.

Positive Rückkoppelungseffekte zwischen Konjunkturentwicklung und Geldpolitik
Insbesondere die exportlastige EU-Industrie erhält starke Impulse vom Ausland. Europa profitiert besonders stark von der konjunkturellen Erholung in Asien und hier insbesondere in China. Beat Thoma weiter: "Des Weiteren sind die Bargeldbestände der privaten Haushalte wie auch der Unternehmen sowohl in den USA als auch in Europa auf Rekordhoch. Zusammen mit einem soliden Häusermarkt wirken hier für die kommenden Monate starke positive Wohlstands- und Vermögenseffekte, die erfreuliche Auswirkungen auf den Güterkonsum haben sollten."

Doch wo Licht ist, da gibt es bekanntlich auch Schatten
Investoren täten gut daran, die Risiken für die Konjunkturentwicklung und die Finanzmärkte, die das positive Umfeld zunichtemachen könnten, nicht aus den Augen zu verlieren: Zum Beispiel sinkendes Konsumentenvertrauen aufgrund von Impfstoffproblemen, was eine Double-Dip-Rezession nach sich ziehen könnte. Auch eine konjunkturelle Überhitzung, ausgelöst von einer zu starken Stimulierung durch die staatlichen Hilfspakete, wäre für einen langfristig gesunden Aufschwung kontraproduktiv. Tapering-Diskussionen, also die Furcht vor einer Straffung der lockeren Geldpolitik, wären ebenfalls Gift für die Finanzmärkte. Damit einhergehend stelle generell die hohe Bewertung der Aktienmärkte und eine entsprechend große Sensitivität auf negative Meldungen eine Gefahr dar wie auch die zunehmende Staatsverschuldung, die zu einem stärker als erwartetem Zinsaufwärtsdruck führen könnte, meint Thoma. 

Erhöhte Störungsanfälligkeit der Märkte als relativ neues Problem
Zu den Störungen zählen etwa der Anstieg langfristiger Zinsen oder höhere Inflationsraten. Thoma dazu: "Es drohen aufgrund von Rückkoppelungseffekten plötzliche hohe Volatilität bereits bei kleinen Zinsänderungen und ganz allgemein nicht-lineare Verstärkungsmechanismen. Die Aktienmärkte tendieren zudem bei einem Zinsanstieg von tiefem Niveau aus zur Schwäche. Dabei würde es sich aber nur um temporäre Korrekturen handeln, solange die Notenbanken ihre Geldpolitik nicht ändern. Generell überwiegen derzeit noch die positiven Treiber. Die potentiell gefährlichen Trends beim US-Dollar, der Inflation und den langfristigen Zinsen sind noch sehr moderat und von den Notenbanken sogar erwünscht. Insofern liegen die positiven Kräfte gegen die potentiellen Gefahren leicht nach Punkten vorne – aber in Sicherheit wiegen sollten sich Investoren nicht." (kb)

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