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Fintech N26 zieht bei der Bewertung mit der Commerzbank gleich

Trotz nicht existenter Börsennotiz ist das Fintech N26 mittlerweile teurer als die börsennotierte, altehrwürdige Commerzbank und ist damit Deutschlands wertvollstes Fintech.

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© N26

Die Berliner Smartphone-Bank N26 GmbH ist in einer neuen Finanzierungsrunde mit über neun Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) bewertet worden. Damit ist sie nun in etwa genauso viel wert wie die Commerzbank AG, die zweitgrößte börsennotierte Bank im Land. Diese kam zuletzt auf eine Marktkapitalisierung von rund 7,7 Milliarden Euro. Darauf weist Bloomberg News hin.

Bekannte Finanzinvestoren
Die Finanzierungsrunde hatte einen Umfang von mehr als 900 Millionen Dollar, wie N26 am Montag erklärte. Angeführt wurde sie von den US-Investoren Third Point Ventures und Coatue Management mit Sitz in New York. Zusätzlich beteiligten sich Dragoneer Investment Group und Alt-Investoren. In der letzten Finanzierungsrunde hatte die Neobank mit mehr als sieben Millionen Kunden in 25 Ländern eine Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar erreicht. 

Das Unternehmen wird mit dem neu eingesammelten Geld das Angebot in der digitalen Banking-App ausbauen und die Belegschaft vergrößern. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren weltweit weitere 1.000 Mitarbeiter mit Fokus auf Technologie, Produktmanagement und digitale Sicherheit eingestellt werden.

“Wir wollen das Geld auch für M&A-Deals verwenden, um entweder geografisch zu expandieren oder unser Produktangebot zu erweitern”, sagte Finanzvorstand Jan Kemper in einem Interview. “Wir müssen nicht alles selbst entwickeln.” Eine der neuen Funktionen, die N26 anbieten wolle, sei der Wertpapierhandel.

Schon im März hatte das Unternehmen zudem erklärt, es bereite sich auf einen Börsengang vor, nannte dabei aber keinen Zeitrahmen. Kemper wurde nun konkreter: “Innerhalb der nächsten eineinhalb bis zwei Jahre wollen wir in der Lage sein, ein IPO zu wagen, falls wir das für richtig halten.”

Geldwäschekontrollen kritisiert
Bloomberg hatte im Juli berichtet, dass N26 in der jüngsten Finanzierungsrunde eine Bewertung von etwa zehn Milliarden Dollar anstrebe. Zeitgleich war die Bank in Deutschland mit Gegenwind von der Bankenaufsicht konfrontiert, besonders aufgrund angeblich mangelhafter Geldwäschekontrollen. Im Juni verhängte die Bafin ein Bußgeld von 4,25 Millionen Euro wegen verspäteter Einreichung von Verdachtsmeldungen.

Wie N26 nun mitteilte, hat sich das Unternehmen mit der deutschen Aufsicht vorerst darauf verständigt, über die nächsten Monate in Europa mit maximal 50.000 bis 70.000 Neukunden pro Monat zu wachsen. Die Veröffentlichung einer entsprechenden Anordnung werde erwartet. Deshalb könne es in einigen Märkten zu einer zeitlich befristeten Warteliste für Neukunden kommen. “Die Anforderungen an Compliance und Governance steigen mit unserem Wachstum, und hier wollen wir zunächst unsere Hausaufgaben machen”, sagte Kemper.

Transaktionen im Fintech-Sektor haben in der Pandemie an Fahrt gewonnen. Der Appetit der Investoren auf Online- und mobile Dienste stieg. Solarisbank, Anbieter von White-Label-Bankdiensten, und Wefox - eine Versicherungs-Technologiefirma, die von ehemaligen Mitarbeitern der Deutschen Bank  und Groupon gegründet wurde - sind weitere deutsche Fintechs, die in diesem Jahr hunderte Millionen Dollar einsammeln konnten.

Mit der neuen Bewertung löst N26 auch die Berliner Broker-App Trade Republic als wertvollstes deutsches Fintech ab. Diese erreichte im Mai eine Bewertung von über fünf Milliarden Dollar. (aa)

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