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Finreon: So können Institutionelle vollkommen CO2-neutral investieren

Das ehemalige Spin-Off der Universität St. Gallen (HSG) wendet sich derzeit mit einer „Weltneuheit“ an institutionelle Investoren und will diesen erstmals ein vollständig CO2-neutrales Investment ermöglichen. Der Ansatz der Schweizer ist einen näheren Blick wert und lockt mit einem Gratis-Call.

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© jyugem / stock.adobe.com

Laut dem schweizerischen Asset Manager Finreon AG soll der hauseigene, innovative Finreon ZeroCarbon CO2-Hedge Investoren erstmals eine vollkommene CO2-Neutralisierung bei geringem Risiko und geringen Kosten ermöglichen. Durch eine effiziente und flexible Ausgestaltung sei die Dekarbonisierung vielfältiger Anlageklassen und Anlageportfolios möglich.

Markbasierte Lösungen haben sich durchgesetzt
Die bisherige Entwicklung nachhaltiger Anlagen (ESG) hat laut dem Spin-Off der Universität St. Gallen (HSG) gezeigt, dass sich breite, marktbasierte Lösungen gegenüber konzentrierten, thematischen Ansätzen durchgesetzt haben – so auch bei der Dekarbonisierung. Hierfür sollen über die Kapitalmärkte – sprich über die Allokation von Kapital – die Risiken reduziert sowie Einfluss auf Unternehmen generiert werden. Marktbasierte Ansätze reduzieren dabei den CO2-Fussabdruck eines Portfolios mittels einer Übergewichtung von Titeln mit niedrigem CO2-Ausstoss und einer Untergewichtung bis hin zum Ausschluss von Titeln mit hohem CO2-Ausstoss.

Die CO2-Reduktion von Anlageportfolios zu Ende gedacht
Die zum Patent angemeldete Finreon ZeroCarbon-Lösung soll den marktbasierten Ansatz konsequent zu Ende führen: Durch eine negative Gewichtung von Titeln mit hohem CO2-Ausstoss (High Carbon) und einer positiven Gewichtung von Titeln mit niedrigem CO2-Ausstoss (Low Carbon) entsteht der Gesellschaft zufolge ein eigentlicher CO2-Hedge, welcher die Konstruktionsprobleme klassischer Über-/ Untergewichtungsansätze systematisch verbessert. Die innovative Portfoliokonstruktion ermögliche es, mit minimalem zusätzlichem Risiko (Tracking Error) das CO2-Exposure eines Portfolios und die damit zusammenhängenden Risiken nicht nur zu reduzieren, sondern erstmals komplett zu neutralisieren.

Konsequente Weiterführung des marktbasierten Ansatzes

Anlageportfolios dekarbonisieren mit separatem Portfolio
Der positive CO2-Fussabdruck eines Anlageportfolios kann neutralisiert werden, indem ein separates Portfolio konstruiert wird, welches einen hohen negativen CO2-Fussabdruck besitzt. Dabei wird darauf geachtet, dass keinerlei Risiken hinsichtlich Sektorallokation, Regionenexposure oder Renditetreibern (Beta, Value, Momentum, etc.) eingegangen werden.

Durch die systematische Gegenüberstellung von Low Carbon Titeln und High Carbon Titeln entsteht ein CO2-Hedge-Portfolio, welches laut Finreon von den Schwankungen an den Börsen nahezu unberührt bleibt, die CO2-Emmissionen jedoch konsequent reduziert. Durch den patentierten Optimierungsalgorithmus erreicht das Finreon ZeroCarbon-Portfolio eine hohe negative CO2-Intensität bei gleichzeitig geringem Risiko. Somit können bereits mit sehr geringen Hedge-Volumen die CO2-Emissionen eines Portfolios neutralisiert werden (siehe nachfolgende Abbildung), und das ohne grössere Abweichungen von der Benchmark in Kauf nehmen zu müssen.

Einsatz des ZeroCarbon-Hedges zur Neutralisierung des CO2-Ausstosses

Long-Short-Portfolio
Zur Erreichung eines möglichst effizienten (also die höchste CO2-Reduktion für das geringste Risiko zu erreichen) CO2-Hedge Portfolios, konstruiert Finreon über den patentierten Optimierungsalgorithmus ein Long-Short Portfolio, welches auf der Long-Seite Titel mit niedrigem CO2-Ausstoss (positiver CO2-Footprint) und auf der Short-Seite Titel mit hohem CO2-Ausstoss (negativer CO2-Footprint) besitzt. „Das Shorten der Titel mit hohem CO2-Ausstoss dient also nicht primär zur Herstellung von Marktneutralität, sondern um einen negativen CO2-Footprint auf Ebene des Hedge-Portfolios (Long + Short) zu erhalten“, erklärt die Gesellschaft auf Nachfrage von „Institutional Money“.

Damit das Portfolio möglichst isoliert CO2-reduziert, also nur eine Sensitivität zum "Faktor CO2" oder dem "CO2-Preis" aufweist, werden weitere Restriktionen in die Optimierung integriert. So werden zahlreiche systematische (Markt-Beta und Style Faktoren wie Value, Size, etc.) und titelübergreifende (Sektoren, Länder, Währungen, etc.) Einflussfaktoren neutralisiert und titelspezifische Risiken durch eine hohe Titelanzahl (ca. 150 - 200 Titel auf der Long- sowie der Short-Seite) weg diversifiziert.

„Der Grund hierfür ist, dass gezielt keine Rendite-Wetten (weder auf der Long- noch auf der Short-Seite) eingegangen werden sollen. Die Marktneutralität dient also als eine von zahlreichen Nebenbedingung in unserer Optimierung, um ein möglichst robustes, ausschliesslich zur CO2-Absicherung eines Underlyings gedachtes Hedge-Portfolio zu konstruieren“, ergänzt Finreon.

Flexibler Einsatz
Vergleichbar mit einer Währungsabsicherung zur Neutralisierung des Fremdwährungs-Exposures lässt sich der Finreon ZeroCarbon-Hedge zur Neutralisierung des CO2-Exposures einsetzen. Der ZeroCarbon-Hedge kann dabei laut den Schweizern flexibel mit verschiedenen Aktienportfolios kombiniert werden. Unter dem Strich können Investoren also weiterhin vollumfänglich und nach ihren Präferenzen an den Aktienmärkten partizipieren, dies jedoch erstmals vollkommen CO2-neutral.

Wertentwicklung eines CO2-neutralen Portfolios und eines Referenzindex (MSCI World)

Die obige Tabelle zeigt exemplarisch die Wertentwicklung eines CO2-neutralen Portfolios. Der Finreon ZeroCarbon-Hedge bleibt von den Schwankungen an den Börsen nahezu unberührt. In Kombination mit dem Finreon Climate Change Underlying entsteht ein CO2-neutrales Portfolio, welches den Referenzindex (MSCI World) sehr nah verfolgt.

CO2-Reduktion als kostenlose Call-Option
Auch die akademische Forschung bestätigt Finreon zufolge die Vorteile der Dekarbonisierung. Investoren, welche den CO2-Ausstoss ihres Portfolios reduzieren, unter Einhaltung geringer relativer Risiken – sprich bei geringem Tracking Error im Vergleich zu einem Referenzindex, können faktisch von einer „gratis Call-Option“ profitieren (Anderson et. al 2016).

Solange Massnahmen zur Eindämmung der Klimawandels anhängig sind, wird das CO2-reduzierte Portfolio eine vergleichbare Rendite wie der Referenzindex erzielen. Wird sich nun aber der politische und regulatorische Druck verstärken und sich beispielsweise einen Preis auf CO2-Emissionen durchsetzen, sollte das CO2-reduzierte Portfolio beginnen, den Referenzindex zu übertreffen. (aa)

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