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Fidelity verschärft Abstimmungspolitik, fordert mehr Diversität

Fidelity erweitert seine Abstimmungspolitik um neue globale Leitlinien zu Diversität und Klimawandel und nimmt dabei die Führungsgremien der Unternehmen stärker in die Pflicht. Dabei sollen u.a. in Deutschland die Schrauben enger angezogen werden, wenn es bei der Diversität happern sollte.

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© wladimir1804 / stock.adobe.com

Fidelity International mit einem verwalteten Vermögen von 787,1 Milliarden US-Dollar informiert über seine erneuerten Abstimmungsgrundsätze für nachhaltiges Investieren. Damit führt das Unternehmen aktualisierte, globale Leitlinien zu Klimawandel und Geschlechtervielfalt ein.

Fidelity macht Umwelt- und Gesellschaftspolitik
Der globale Vermögensverwalter will laut eigenen Angaben durch Engagement und Abstimmungsverhalten die Führung und den Nachhaltigkeitsansatz seiner Portfoliounternehmen verbessern. Mit den neuen Leitlinien will Fidelity seine Portfoliounternehmen zur Verantwortung ziehen und dabei von seinem Recht Gebrauch machen, gegen jene Vorstände zu stimmen, die den Erwartungen nicht gerecht werden.

„Wir bei Fidelity sind überzeugt, dass die Ausübung unserer Eigentumsrechte durch die Stimmabgabe auf Hauptversammlungen eine grundlegende Verantwortung gegenüber den Aktionären darstellt“, erklärt Jenn-Hui Tan, Global Head of Stewardship and Sustainable Investing. „Wir wollen durch Engagement und Abstimmungsverhalten die Unternehmensführung und den Nachhaltigkeitsansatz unserer Portfoliounternehmen verbessern.”

Die Abstimmungsgrundsätze und -leitlinien für nachhaltiges Investieren decken zwölf Themen ab, die sich auf zentrale ESG-Bereiche konzentrieren und die Abstimmungsgrundsätze sowie die Erwartungen von Fidelity International an seine Portfoliounternehmen detailliert beschreiben.

Kampf gegen den Klimawandel
Fidelity International sei sich bewusst, dass der Klimawandel eines der größten Risiken oder sogar das größte Risiko für die langfristige Rentabilität und Nachhaltigkeit von Unternehmen sei. Um die globale Erwärmung auf nicht mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, müsse die Weltwirtschaft einen radikalen Wandel durchlaufen, der die meisten Bereiche menschlicher Aktivitäten betrifft.

Fidelity erwartet von seinen Portfoliounternehmen, dass sie:

  • Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels und Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen (THG) ergreifen;
  • Emissionen, Zielvorgaben, Risikomanagement und -überwachung konkret und angemessen offenlegen.

Ab 2022 will Fidelity bei Unternehmen, die seine Mindesterwartungen nicht erfüllen, gegen die Unternehmensleitung stimmen.

„Unsere Botschaft an die Portfoliounternehmen ist klar: Die Klimakrise darf und kann nicht ignoriert werden“, erklärt Jenn-Hui Tan. „Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Sektoren, in die wir investieren, und muss daher bei allen Unternehmen ganz oben auf der Agenda stehen. Bei Fidelity arbeiten wir mit anderen Unternehmen in der Net Zero Asset Managers Initiative zusammen, um den Übergang zu globalen Netto-Null-Emissionen zu unterstützen.

Fidelity erwarten von den Portfoliounternehmen, dass sie das Gleiche tun und über Leitlinien zur Verringerung von Kohlenstoff- und anderen Treibhausgasemissionen verfügen. Dazu gehören die Festlegung und Berichterstattung über ehrgeizige Ziele, die sich am UN-Klimaabkommen von Paris orientieren, inklusive einer Strategie für Netto-Null-Emissionen.“

Höhere Geschlechtervielfalt in Führungsgremien
In einigen Ländern gab es in den letzten Jahren Fortschritte im Bereich Geschlechtervielfalt. Neue Untersuchungen in Großbritannien belegen allerdings, dass mehr für ausgewogene, faire Verhältnisse bei Unternehmen getan werden muss. Der neue Bericht The Hidden Truth About Diversity and Inclusion in the FTSE All-Share - über Frauen in Führungsgremien enthüllt, dass bei über der Hälfte aller im FTSE All-Share ex350 gelisteten Unternehmen ausschließlich Männer in den Chefetagen sitzen.

Fidelity will sich aktiv engagieren und zieht laut eigenen Angabe in Betracht, bei Unternehmen in den meisten Industrieländern, bei denen nicht mindestens eine Frauenquote von 30 Prozent erreicht wird, gegen die Unternehmensleitung zu stimmen. In Märkten, in denen sich Standards zur Diversität noch entwickeln, wird zunächst eine 15 Prozent-Quote angestrebt.

Strengere Herangehensweise in Deutschland
Für Deutschland geht Fidelity mit seiner neuen Abstimmungspolitik über die hier bereits geltende 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte hinaus. Auch auf kleine und mittlere Firmen mit unter 2000 Mitarbeitern, die bislang von der gesetzlichen Regelung ausgenommen sind, wird die neue Politik angewandt. (aa)

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