Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

Haben Sie jemals ein Einhorn gesehen?

Ad

Mutige Positionen in heute richtungsweisenden Technologieunternehmen sowie fünf Jahrzehnte Immobilieninvestments zeugen von unserer umfassenden Erfahrung im Bereich Private Assets. Wir kennen uns in Bereichen aus, die vielen nicht vertraut sind. Sprechen Sie uns an.

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Wie sieht Fidelity derzeit die Märkte?

Anlässlich der Fidelity Fixed Income Conference in Wien gab Research-Analyst Ian Samson eine Einschätzung der ökonomischen Lage und einen Einblick in die Allokationsüberlegungen seines Hauses. Vor allem die USA, China und die Eurozone standen im Fokus.

Ians Samson, Research Analyst von Fidelity, hielt einen makroökonomischen Ausblick.
Ians Samson, Research Analyst von Fidelity, hielt einen makroökonomischen Ausblick. Die besten Grafiken der Präsentation finden Sie nachfolgend ->
© Anton Altendorfer / Institutional Money

„Aus dem wirtschaftlichen Rückenwind wurde Gegenwind“, erklärte Ian Samson am Beginn eines makroökonomischen Ausblicks auf der Fidelity Fixed Income Conference in Wien rückblickend auf die wirtschaftliche Entwicklung auf globaler Ebene der letzten Monate. Fidelity geht aber davon aus, dass 2019 besser als 2018 laufen sollte. Denn trotz eines derzeit noch mauen Konjunkturwachstums sollte sich die weltweite Wirtschaft im zweiten Halbjahr bei ihren Wachstumsraten stabilisieren und sich in Folge verbessern. Diese Erholung erfolgt aber nicht synchron auf globaler Ebene. „Die Emerging Markets haben das Schlimmste hinter sich, während das US-Wachstum zurückgeht“, sagte Samson. Für den Rückgang beim US-Wachstum ist u.a. die restriktivere Geldpolitik der Fed des vergangenen Jahres verantwortlich. „Die 2018er-Zinsschritte in Kombination mit Quantitative Tightening waren die zweitgrößte Verschärfung der Geldpolitik in den vergangenen zwei Dekaden“, erklärte Samson mit Verweis auf eine Grafik, die Sie der Bildergalerie oben entnehmen können. Die Fed-Politik ist wichtig, erinnerte Samson: „Die USA bestimmen das monetäre Umfeld für die Welt.“

Fiskalpolitik verliert an Wirkung
Zusätzlich zur restriktiveren Geldpolitik, die seit kurzem jedoch wieder kapitalmarktfreundlicher zu werden scheint, lässt auch der fiskalische Impuls durch die von der Trump-Regierung gewährten Steuererleichterungen nach und bringt das US-Wirtschaftswachstum nunmehr unter Druck. Das zeigt sich an fallenden ISM-Indizes, die Sie in der Grafik oben sehen. Vor diesem Hintergrund sollten sich Investoren von den jüngst noch relativ guten US-BIP-Zahlen nicht blenden lassen. Die Zeichen stünden laut dem Fidelity-Mann in den USA auf Abschwung.

Samson untermauerte dies mit vier Charts, die jüngste Umfragen zur Stimmung im verarbeitenden Gewerbe und des Dienstleitungssektors, aber auch die Stimmung unter den CEOs und die zukünftig zu erwartenden Investments in die Realwirtschaft zeigten (siehe Grafik oben). Fazit aller dieser gezeigten Grafiken: Mit der US-Wirtschaft geht es begab.

Entschuldung hat Nachteile
Ein Grund für die mangelnde Investitions-Bereitschaft von US-Corporate America sind die mittlerweile bedenklich hohen Unternehmensschulden. Zur Vermeidung von Downgrades bei ihren Bonitätseinschätzungen reduzieren immer mehr Unternehmen ihre Investitionen und wollen mit den ersparten Geldern Schulden reduzieren. Das Problem dabei ist: Wenn das zu viele Unternehmen machen, könnten genau diese für einzelne Unternehmen sinnvolle Maßnahmen eine Rezession auslösen, die alle Unternehmen im Worst Case am falschen Fuß erwischen könnten und die Ratingagenturen zu Downgrades veranlassen könnte. Vor dieser Gefahrenkulisse ist derzeit Inflation in den USA kein Problem, was die Fed zu einer expansiveren Geldpolitik motivieren könnte. Auf dieses Szenario spekulieren derzeit die Aktienmärkte, während die Rentenmärkte auf eine wirtschaftliche Eintrübung und damit auf fallende Zinsen sowie steigende Anleihenkurse setzen. In Konsequenz sollte der gegenüber den meisten Währungen der Welt überbewertete US-Dollar einen Teil dieser Überbewertung abbauen und schwächer gehen.

Eurozone hofft auch China
Die Wirtschaft in der Eurozone entwickelt sich Jahren der Krise relativ stabil, trotz noch immer hoher Arbeitslosigkeitsrate von rund neun Prozent im Durchschnitt. Hoffnung macht eine Ausweitung der Kreditvergabe an Unternehmen und Privathaushalte. Der Rücksetzer beim BIP-Wachstum im zweiten Halbjahr 2018 traf vor allem exportorientierte Länder wie Deutschland, während sich beispielsweise Länder wie Frankreich oder die skandinavischen Länder besser hielten (siehe die Grafik oben). „Die Konjunktur der Eurozone hängt von einer Wiedergeburt der Schwellenländer ab“, erklärte Samson.

Euroland kann diesbezüglich guter Dinge sein. Denn China stimuliert wieder seine Wirtschaft durch eine Ausweitung der öffentlichen Ausgaben. Das sollte nach einiger Zeit nicht nur die dortige Konjunktur, sondern auch Exportländer wie Deutschland unterstützen.

In Folge erörterte Samson, ob der Handelskrieg zwischen den USA und China den möglichen Aufschwung ernsthaft gefährden könnte.

China ist zu groß, um gestoppt werden zu können
Samson zeigte anhand mehrerer Grafiken, dass Chinas Exporte in die USA in den letzten Jahren gemessen am eigenen BIP und anderen Messgrößen an Bedeutung verloren und Zölle auf chinesische Produkte in Richtung USA selbst im Worst Case China weniger als 0,7 Prozentpunkte an jährlichem Wachstum kosten sollten (siehe Grafik oben). Von daher sollten Investoren die negativen Auswirkungen des Handelskriegs nicht überschätzen.

Vorsicht ist trotzdem angebracht: Denn beim Platzen der Sub-prime-Blase in den USA hieß es damals ebenfalls, dass es sich dabei nur um ein „marginales Problem“ handeln würde, bevor Zweit- und Drittrundeneffekte zur Überraschung vieler Marktteilnehmer zur großen Finanzkrise führten.

Allokations-Ideen
Abschließend ging Samson auf eine Allokation ein, die Fidelity derzeit als aussichtsreich einschätzt: Cash und Aktien werden neutral gewichtet. Staatsanleihen unter-, Credit übergewichtet. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen