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Fidelity: Europäische HY-Bonds locken mit sieben Prozent Rendite

Für die Fondsgesellschaft Fidelity International haben fallende Kurse Hochzinsanleihen wieder attraktiv gemacht. Investoren erwarten Renditen von über sieben Prozent, sofern die eigenen Risikobudgets zukünftig höhere Ausfallsrisiken zulassen.

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© pincasso / stock.adobe.com

Großanleger mit trockenem Pulver zum Investieren sollten sich laut Faidra Kouri, Investment Specialist bei Fidelity, derzeit europäische Hochzinsanleihen näher ansehen. Denn diese werden nach dem Abverkauf der vergangenen Wochen ihrem Namen wieder gerecht. Nach dem Sell-Off von Risiko-Assets im ersten Quartal 2020 rentieren europäische Hochzinsanleihen laut Fidelity-Angaben nun zu mehr als sieben Prozent. Damit rücken diese Papiere wieder ins Blickfeld, nachdem sie während der vergangenen fünf Jahre infolge des Zinstiefs und zusammengelaufener Spreads ihren Namen zu Unrecht trugen.

Hohe Default-Risiken eingepreist
In den wegen der Furcht vor höheren Ausfällen nach oben geschnellten Spreads europäischer High-Yield-Indizes auf 757 Basispunkte (per 31.3.2020) sind erwartete kumulierte Fünf-Jahres-Ausfallraten von 40 Prozent eingepreist. Dieser Wert liegt acht Prozentpunkte über dem jemals erreichten Wert.

Fidelitys Kouri bewertet es als positives Zeichen, dass der Break-Even-Spread Anleger mehr als das historische kumulierte Ausfallniveau kompensiert.

Euro High-Yield-Spreads über ihrem langfristigen Durchschnitt

Flut an Fallen Angels?
Eine Sorge von Anlegern sei laut Fidelity, dass das High-Yield-Segment sowohl in den USA als auch in Europa durch die Herabstufung von Unternehmen aus dem Investment-Grade-Segment um mehr als 30 Prozent anwachsen könnte. Auch wenn Fidelity erheblich verschlechterte Ratings erwartet, gibt es zwei Aspekte, die die Entwicklungen relativieren:

1. Eingepreiste Herabstufungen: Die Märkte preisen den Abstieg ins High-Yield-Universum bereits im Vorfeld ein. Ein Beispiel ist Ford mit einer aktuellen Rendite von mehr als zehn Prozent (im Vergleich zu 6 % für Euro High-Yield-BB-Anleihen).

2. Viele gefallene Engel schaffen den Wiederaufstieg: Gefallene Engel schaffen branchenübergreifend relativ häufig den Wiederaufstieg ins Investment-Grade-Universum: Beispiele der jüngeren Vergangenheit sind Fiat, Lafarge, Tesco und Anglo American. Dies belegt auch die Wertentwicklung des Euro High Yield Fallen Angel Index, der den Euro High-Yield-Index während der vergangenen 20 Jahre um 528 Prozent bzw. 5,8 Prozent p.a. übertroffen hat.

Wertentwicklung des Euro High Yield Fallen Angel Index vs Euro High Yield Index

Unterschiede zur Finanzkrise
Der europäische High-Yield-Markt hat einen hohen Anteil von Bank- und Finanztiteln. Anleger sollten im Allgemeinen keine Rettungsaktionen durch die EZB oder einzelne Staaten im Hochzinsbereich erwarten. Im Gegensatz zur Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 sind aber laut Kouri zwei Unterschiede zu beachten:

1. Politik wird Banken stützen: Die aktuelle Liquiditätskrise betrifft Unternehmen branchenweit. Banken werden derzeit eher als Lösung und nicht als das Problem gesehen. Die Regierungspolitik wird sich somit darauf konzentrieren, die Banken liquide zu halten.

2. Risikoreiche Branchen sind unterrepräsentiert: Positiv für Anleger im europäischen High-Yield-Markt ist, dass Branchen wie Energie und Fluggesellschaften unterrepräsentiert sind, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Sektorengewichte des europäischen High-Yield-Markts

Darlehensgeber stärker im Fokus des Managements
Während aktuell einige liquiditätsbeanspruchende Kapitalmaßnahmen, wie Aktienrückkäufe und hohe Dividendenzahlungen, von denen Aktionäre profitieren, unter Druck geraten sind, sind Anleihekupons weniger betroffen, da dies als Kreditausfall gewertet würde. „In der vor uns liegenden Konsolidierungsphase sollten Unternehmen zudem ihre Verschuldungsquoten senken und sich stärker auf solide Bilanzen fokussieren“, prognostiziert Kouri.

Für einen Einstieg ins europäische High-Yield-Segment spricht darüber hinaus, dass die Spreads die Talsohle der Wirtschaftsdaten vorwegnehmen und eine Rückkehr zum Durchschnitt erwarten lassen. Historisch gesehen hätten High-Yield-Anleger laut Kouri über einen Zeitraum von zwei Jahren noch nie Geld verloren, wenn die Spreads über 800 Basispunkten waren. (aa)

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