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Fidelity erhöht die Schlagzahl im Reich der Mitte

Das Fidelity International erhielt als erster ausländischer Anbieter die Lizenz zum Fondsvertrieb in China. Nun stellt Fidelity die ersten Produkte auf dem Festland zum Verkauf. Andere westliche Häuser drängen ebenfalls in den Markt.

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© kromkrathog / Fotolia

Der Fondsanbieter Fidelity International baut seine Präsenz in der Volksrepublik China aus. Das Haus legt zwei neue Fonds speziell für den Vertrieb in Festlandchina auf: einen Aktienfonds, der auf die am Inlandsmarkt gehandelten A-Titel setzt, sowie einen Rentenfonds. Fidelity hatte vor einem Jahr als erster ausländischer Asset Manager die Lizenz als privater Vermögensverwalter erhalten. Die neuen Produkte dürften an institutionelle Investoren und sehr vermögende Privatanleger verkauft werden, teilte das Haus mit.

Damit lanciert Fidelity laut eigenen Angaben als erster ausländischer Anbieter in Eigenregie Fonds für chinesische Privatanleger. Bislang war die Volksrepublik weitgehend abgeschottet für Asset Manager von außerhalb. Schrittweise öffnet das Land jedoch seine Kapitalmärkte.

So durften ausländische Gesellschaften zunächst "Repräsentanzen" eröffnen, um institutionellen, meist staatsnahen Investoren ihre Dienste anzubieten. Im nächsten Schritt wurden über ein Austauschprogramm einige in Hongkong zugelassene Fonds für den Verkauf in der Volksrepublik zugelassen und umgekehrt.

Ableger in Eigenregie eröffnet
Zudem durften Asset Manager Joint Ventures auf dem Festland eingehen. Die Unternehmen mussten aber mehrheitlich in chinesischer Hand liegen. Fidelity gründete 2015 dann eine eigene Tochtergesellschaft im Rahmen des Wholly-Foreign-Owned-Enterprise-Programms (WFOE). Dabei dürfen ausländische Unternehmen in Eigenregie Ableger in China eröffnen.

Diesen Kanal will Fidelity weiter ausbauen. "Wir sind bestrebt, unser Produktangebot in den nächsten zwei bis drei Jahren weiterzuentwickeln, damit Anleger in China ihre Investmentbedürfnisse erfüllen können", sagt Jackson Lee, Leiter des China-Geschäfts bei Fidelity International.

Investmentziel und Absatzmarkt zugleich
Die Öffnung von Chinas Finanzmärkten war nach dem Börsencrash Ende 2015 zum Erliegen gekommen. Nun lockern die Behörden aber langsam die Beschränkungen wieder. Der wachsende Wohlstand in China lockt ausländische Asset Manager, die das riesige Land nicht nur als Investmentziel für ihre Portfolios, sondern zunehmend auch als Absatzmarkt sehen.

Neben Fidelity sind auch eine Reihe westlicher Anbieter in der Volksrepublik aktiv, so etwa J.P. Morgan Asset Management, Blackrock oder Allianz Global Investors und die Deutsche Asset Management. Auch der zentrale Fondsanbieter der deutschen Genossenschaftsbanken, Union Investment, mischt über ein Joint Venture im Reich der Mitte mit. Zuletzt kündigte auch Hauck & Aufhäuser an, die Möglichkeiten eines Fondsvertriebs in China auszuloten. Die Bank wurde von dem chinesischen Konglomerat Fosun übernommen. (ert)

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