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FERI mit eindringlicher Warnung vor monetärer Verwässerung

Heißt es unter einer künftigen US-Regierung mit einer designierten Finanzministerin Janet Yellen etwa freie Fahrt für monetäre Staatsfinanzierung? Die Experten des FERI Cognitive Finance Institute sehen die USA jedenfalls unmissverständlich in Richtung monetärer Verwässerung voranschreiten.

Heinz-Werner Rapp
Heinz-Werner Rapp: "Janet Yellen schafft als ehemalige FED-Chefin eine direkte Verbindung zwischen Finanzministerium und Notenbank."
© Feri

Die Berufung von Janet Yellen zur künftigen US-Finanzministerin findet aufgrund ihrer hohen Qualifikation weltweit durchaus Zuspruch. Dennoch sende die Personalie auch ein alarmierendes Signal, ist Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute (FCFI) überzeugt. "Yellen schafft als ehemalige FED-Chefin eine direkte Verbindung zwischen Finanzministerium und Notenbank", so Rapp. "Sie wird damit Teil einer neuen US-Strategie mit dem klaren Ziel, Geld- und Fiskalpolitik künftig noch enger zu verflechten." Die USA würden damit unmissverständlich in Richtung monetärer Verwässerung voranschreiten, ganz im Sinne der umstrittenen "Modern Monetary Theory" (MMT).

Redaktionelle Anmerkung: Die Galionsfigur der Modern Monetary Theory (MMT), Stephanie Kelton, ist einer der Starreferenten am kommenden Institutional Money Kongress in Wiesbaden, der Ende Mai 2021 stattfindet. Mehr Infos dazu HIER

Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischen
Laut den Erkenntnissen des FERI Cognitive Finance Institute zeigen westliche Industrieländer schon seit geraumer Zeit eine zunehmende Tendenz, Staatsausgaben und steigende Defizite durch Gelddrucken der jeweiligen Notenbanken zu finanzieren. Im Zuge der jüngsten Corona-Krise habe sich diese Tendenz zu ausufernder Geldschöpfung nochmals dramatisch verstärkt: "Die enormen Corona-Defizite der G7-Länder werden von den Notenbanken bezahlt, die zu diesem Zweck schon über acht Billionen Euro neues Geld drucken", so Rapp. Durch die Hintertür hätten die großen Notenbanken damit ein neues geldpolitisches Regime installiert: direkte Staatsfinanzierung durch Monetisierung.

Der Weg zur monetären Staatsfinanzierung setze ein hohes Maß an Einvernehmlichkeit zwischen Regierung und Notenbanken voraus. Im Gegensatz zur früher betonten Unabhängigkeit der Zentralbanken würden diese inzwischen immer stärker politisiert und auf fiskalische Ziele der Regierungen ausgerichtet. Auch die neue Regierung der USA folge diesem Schema: "Janet Yellen verfügt über sehr enge Verbindungen zur US-Notenbank und genießt weltweit Anerkennung für ihre geldpolitische Expertise", erläutert Rapp. "Damit ist sie wie kaum jemand sonst prädestiniert, in den kommenden Jahren eine enge Verflechtung von Geld- und Fiskalpolitik in den USA zu organisieren."

Modern Monetary Theory durch die Hintertür, auch in Europa
Ohne dies so zu nennen, würden die USA damit die Weichen in Richtung "MMT" stellen, also hin zu einer dauerhaften Finanzierung staatlicher Ausgaben, Defizite und Schulden mit neu gedrucktem Notenbankgeld. "Dazu passt, dass die Ideen der MMT speziell in der Demokratischen Partei stark verankert sind", betont Rapp. Das gleiche Muster gelte aber inzwischen auch für Europa, wo plötzlich mit Christine Lagarde einer ehemaligen französischen Finanzministerin und IWF-Chefin ohne geldpolitisches Fachwissen die Leitung der EZB übertragen worden sei. "Auch hier ist das gleiche Prinzip erkennbar: Es geht um die direkte Verflechtung zwischen Fiskal- und Geldpolitik, also zwischen dem Finanzbedarf hoch verschuldeter EWU-Länder und den potenziell sehr tiefen Taschen der EZB", ist Rapp überzeugt.

Notenbanken als Unterabteilungen von Regierungen?
Notenbanken würden so immer mehr zu Unterabteilungen der Regierungen, mit dem klaren Auftrag, ausufernde Staatsschulden mit neu gedrucktem Geld zu begleichen. Diese Tendenz sei inzwischen besorgniserregend, da sie zu ungebremster Geldschöpfung und einer monetären Verwässerung des gesamten Finanzsystems führe, so die deutliche Warnung des Feri Cognitive Finance Institute.

Das FERI Cognitive Finance Institute hatte bereits 2019 in einer ausführlichen Studie mit dem Titel "'Modern Monetary Theory' und 'OMF' – Monetäre Verwässerung und Monetisierung auf dem Vormarsch" das Problem der massiv zunehmenden monetären Verwässerung analysiert. Eine Kurzversion dieser Studie ist nach wie vor über diesen Link abrufbar. (hh)


Über das FERI Cognitive Finance Institute:
Das 2016 von Heinz-Werner Rapp gegründete Institut ist strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik der FERI Gruppe, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung. Das Institut nutzt dazu aktuelle Erkenntnisse aus Bereichen wie Verhaltensökonomie, Komplexitätstheorie und Kognitionswissenschaft. Dahinter steht ein erfahrenes Team mit interdisziplinär akademischem Hintergrund, langjähriger Forschungspraxis und spezifischen Schwerpunktkenntnissen. Zudem besteht Zugang zu einem leistungsfähigen Netzwerk externer Experten.

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