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Fed liefert dritte Zinssenkung, aber auch nicht mehr

Die US-Notenbank hat das Zielband für die Fed Funds Target Rate um 25 Basispunkte auf zwischen 1,5 und 1,75 Prozent gesenkt. Die Zinssenkung war genauso von der überwiegenden Anzahl der Marktteilnehmer erwartet worden.

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Fed-Präsident Jerome Powell
© Andrew Harrer / Bloomberg

Der Einlagesatz auf Überschussreserven der Banken (IOER) sinkt ebenfalls um 25 Basispunkte auf nun 1,55 Prozent. Die Entscheidung fiel, ebenso wie auf den vergangenen Sitzungen, nicht einstimmig. Die regionalen Fed-Präsidenten von Kansas City und Boston, Esther George und Eric Rosengren, behielten ihre ablehnende Haltung gegenüber einer geldpolitischen Lockerung bei.

Die US-Währungshüter stellten in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung fest, dass sich der Arbeitsmarkt weiter stark zeige, während die Wirtschaft insgesamt mit moderatem Tempo zulege. Ein kräftiger privater Konsum stehe schwachen Investitionen und Außenhandelsdaten gegenüber. Die Teuerung bewege sich unter dem Zielwert von zwei Prozent, während die Inflationserwartungen weiter niedrig seien.

Als Begründung für ihren geldpolitischen Lockerungsschritt nannte die Fed, wie bereits im Juli und September, die Implikationen globaler Entwicklungen für den US-Konjunkturausblick und eine gedämpfte Inflation. Sie stellte zudem fest, dass die Unsicherheiten für den Konjunkturausblick weiterhin bestünden. Eine Änderung der Sprachregelung gab es indes hinsichtlich der Festlegung des weiteren geldpolitischen Pfades: Die Fed strich die Formulierung, wonach sie entschlossen sei, angemessen zu handeln, um den Konjunkturaufschwung zu sichern. Stattdessen bekundete sie, den "angemessenen Pfad beurteilen" zu wollen.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bewegte sich nach der Entscheidung kaum, sie hielt sich bei rund 1,80 Prozent und damit ein gutes Stück unter dem Wochenhoch von 1,85 Prozent. Die USD-Zinskurve tendierte zudem flacher, weil Marktteilnehmer ihre Spekulation auf eine weitere Zinssenkung im Dezember gedrosselt haben, woe das LLBW Research schreibt. Abgeleitet  aus den Terminsätzen am US-Dollar-Geldmarkt liegt die marktimplizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember bei rund 20 Prozent, so die Experten. 

Der nächste Zinsentscheid im Dezember dürfte aus Sicht der Experten der LBBW nur dann eine vierte Zinssenkung in Folge bringen, falls sich die politischen Risiken wieder merklich zuspitzen sollten. Obwohl Fed-Chef Powell die Ausrichtung der US-Geldpolitik aktuell "gut positioniert" sieht, bleibt bei der US-Notenbank nach dem Dafürhalten der Research-Speziaisten mittelfristig eine Neigung zu einer nochmaligen gemäßigten Lockerung der Geldpolitik bestehen, so dass sie für das erste Halbjahr 2020 von zwei Zinssenkungsschritten ausgehen.​ (kb)

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