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Fed: Die Tauben sind noch zuversichtlich

Die Fed senkte auf ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsspanne um 25 Basispunkte auf 1,75 bis 2,00 Prozent. Der Zinssatz für Überschussreserven wurde überproportional um 30 Basispunkte gesenkt, um den Liquiditätsengpässen am US-Geldmarkt entgegenzuwirken.

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© tanarch / stock.adobe.com

Gleichzeitig wurde die zurückhaltende Kommunikation im Statement beibehalten und die Punktewolke zeigte eine schwächere Tendenz zu weiteren Zinssenkungen als erwartet, wie die BayernLB berichtet. Aufgrund des eskalierten Handelsstreits und des von uns erwarteten Abwärtstrends der Konjunkturdaten erwartet sie dennoch weitere Zinssenkungen im Dezember und im März.

Weitere Details der Sitzung
- Die Entscheidung, den Leitzins zu senken, wurde auch auf dieser Sitzung nicht einstimmig getroffen. Dies lag zum einen an den Falken George und Rosengren, die für einen unveränderten Leitzins eintraten. Zum anderen stimmte die geldpolitische Taube Bullard gegen die 25-Basispunkte-Senkung, da er stattdessen für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte plädierte. Das FOMC-Board zeigt sich gespalten.
- Laut des Statements liegen die Gesamtinflation und Kernrate weiterhin unter dem Zwei-Prozent-Ziel und blieben die marktbasierten Inflationserwartungen niedrig. Auf der anschließenden Pressekonferenz betonte Fed-Chair Powell, dass der Inflationsdruck weiterhin gedämpft sei. Die CPI-Kernrate zeigt allerdings bereits seit Juni einen moderaten Inflationsdruck von 0,3 Prozent zum Vormonat.
- Eine Fortsetzung des Aufschwungs mit der Inflation nahe 2,0 Prozent sei laut des Statements weiterhin das wahrscheinlichste Szenario. Die Formulierung, dass Unsicherheiten in Bezug auf den Ausblick bestehen bleiben, wurde nicht angepasst. Dies ist mit Blick auf die deutliche Eskalation im Handelsstreit mit China nach Ansicht der Experten der BayernLB eine äußerst optimistische Formulierung. Der Handelsstreit fand im Statement insofern noch seinen Platz, als dass der Rückgang der US-Exporte explizit aufgenommen wurde.
- Der Wortlaut „the Committee will act as appropriate to sustain the expansion” wurde im Statement beibehalten und damit zeigt die Fed keine erhöhte Handlungsbereitschaft. Auf der Pressekonferenz steuerte Powell sprachlich auch nicht nach, sondern wiederholte vielmehr diese Formulierung und betonte den datenabhängigen Ansatz.
- Auf der Pressekonferenz nannte Powell als Grund für die Zinssenkung die Vorsorge gegenüber Abwärtsrisiken. Auch die zweite Zinssenkung ist somit im Rahmen eines Risiko-Managements beschlossen worden.
- Die Handlungsbereitschaft der FOMC-Mitglieder hielt sich auch mit Blick auf die Punktewolke in Grenzen. 2019 und 2020 wird im Median keine weitere Zinssenkung erwartet und für 2021 und 2022 zeigt der Median jeweils eine Anhebung. In 2019 erwarten allerdings 7 der 17 FOMC-Mitglieder eine weitere Zinssenkung.
- Die Projektionen zur Inflation blieben unverändert. Die Wachstumsprojektionen wurden für 2019 und 2021 sogar jeweils um 0,1 Prozentpunkte aufwärts revidiert. Mit einer leichten Eintrübung am Arbeitsmarkt rechnet allerdings auch die Fed, denn die Prognose der Arbeitslosenquote wurde für 2019 um 0,1 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent angehoben.
- Auch der FX-Markt hatte einen deutlicheren verbalen Eingriff der Fed erwartet, denn der Dollar wertete von 1,1067 auf zwischenzeitlich 1,1015 US-Dollar je Euro auf.

Volatilität am US-Geldmarkt: Überproportionale Senkung des IOER
Als Reaktion auf die Liquiditätsengpässe am US-Geldmarkt senkte die Fed gestern den Zinssatz für Überschussreserven (IOER; interest rate on excess reserves) überproportional zu der Senkung der Leitzinsspanne um 30 Basispunkte. Dies ist eine technische Maßnahme, die die Fed schon des Öfteren ergriffen hat, um die Effektive Federal Funds Rate (EFFR) wieder in die Mitte des Zielkorridors zu rücken. Denn sie war zuletzt in Richtung der Obergrenze des Zielkorridors angestiegen und lag vorgestern zwischenzeitlich sogar darüber. Das zeigt die folgende Grafik.

Effektive Federal Funds Rate wieder in die Mitte des Zielkorridors gerückt

Daran waren wohl mehrere Faktoren Schuld
Diese traten unglücklicherweise zusammen auf und die Liquiditätsreserven im Bankensystem aus dem Gleichgewicht brachten (Bond Sell-Off der letzten zwei Wochen, Settlement der Auktionen der letzten Woche und Zahltag für Unternehmenssteuern). Dies zeigt aber, dass der US-Geldmarkt fragil ist. Bereits vorgestern griff die New York Fed ein und stellte Liquidität in Höhe von 53,2 Milliarden US-Dollar bereit – eine Intervention in einer Höhe, die die Fed das letzte Mal in 2008 durchführte – und gestern versorgte sie den Geldmarkt mit weiteren 75 Milliarden US-Dollar. Auf der Pressekonferenz erklärte Powell, dass diese massiven Eingriffe „effektiv“ gewesen seien. Gemeinsam mit der überproportionalen Senkung des IOER dürfte der Volatilität am US-Geldmarkt entgegen gewirkt werden. (kb)

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