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​NordLB: Fed als globaler Rückversicherer für Konjunkturrisiken

​NordLB-Analyst Analyst Tobias Basse liefert eine erste Einschätzung der aktuellen Fed-Entscheidungen, die Leitzinsen um 25 Basispunkte zurückzunehmen und ab 1. August die Schrumpfung der Fed-Bilanz zu stoppen.

 Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Federal Reserve
Jerome Powell enttäuschte die Märkte.
© Andrew Harrer / Bloomberg

Die US-Notenbank hat gestern erwartungsgemäß beschlossen, die Leitzinsen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten um 25 Basispunkte zu senken. Damit notiert die obere Grenze der Fed Funds Target Rate nun bei 2,25 Prozent. Zudem werden die Maßnahmen zur Normalisierung des Bilanzvolumens der Fed vorzeitig beendet.

Entscheidungen des Offenmarktausschusses keine große Überraschung
Auch die zwei Stimmen gegen die Zinssenkung waren zu erwarten gewesen. Esther George und Eric Rosengren haben sich gestern in der Tat dafür ausgesprochen, die Fed Funds Target Rate unverändert zu belassen. In Auftritten vor der Zinsentscheidung der Notenbank hatten beide bereits klare Signale in diese Richtung gesendet.   

Überraschender Auftritt von Jerome Powell nach der Notenbanksitzung
Dieser schloss zwar weitere Zinssenkungen nicht kategorisch aus, betonte aber doch, dass die aktuelle Entscheidung nicht als Auftakt einer Sequenz von Anpassungen an der Fed Funds Target Rate verstanden werden muss. Die Finanzmärkte hatten sich offenkundig deutlichere Signale in Richtung einer perspektivisch lockereren US-Geldpolitik erhofft. Entsprechend kam mit den Worten Powells Druck auf die internationalen Aktienmärkte auf. Zudem konnte der US-Dollar aufwerten.

Einmalige Zinssenkung als Rückversicherung gegen Konjunkturrisiken 
Die US-Notenbank scheint in der nun verkündeten Zinssenkung eine Art Rückversicherung gegen Konjunkturrisiken zu sehen. In diesem Kontext ist der noch immer schwelende Handelskonflikt zwischen Peking und Washington zweifellos von ganz besonderer Bedeutung. Basse dazu: "Da wir weiterhin davon ausgehen, dass sich beide Seiten spätestens zum Jahreswechsel hin auf einen recht sinnvollen Kompromiss einigen werden, ist die US-Geldpolitik in 2019 wohl zu einem binären Prozess geworden; es sollte also noch 1 oder 0 Anpassungen an der Fed Funds Target Rate geben."

Jetzt regieren wieder die Zahlen
Der Umfang der zusätzlichen Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung in den USA wird damit maßgeblich von den neuen nordamerikanischen Wirtschaftsdaten bestimmt. Sollte der Trend zu einer Besserung nach dem schwierigen zweiten Quartal anhalten, mag man in Washington sogar ganz von weiteren Zinssenkungen absehen. "Etwas wahrscheinlicher erscheint uns momentan aber ein Szenario, in dem die Fed Funds Target Rate vor dem Ende des Jahres noch einmal um 25bp gesenkt werden muss", schreibt Basse.    

Rolle als Rückversicherer scheint unter den Fed-Mitgliedern populär zu sein
Die von der US-Zentralbank im Jahr 1998 vorgenommenen Leitzinssenkungen kann sicherlich als Musterbeispiel für eine solche geldpolitische Strategie angesehen werden. Möglicherweise wurde damals wirklich eine globale Wirtschaftskrise verhindert. Allerdings hat die Fed 1998 wohl auch die geldpolitische Saat für die dann wenige Jahre später platzende New-Economy-Blase gesät. Entsprechend sollten die jüngst erreichten neuen Rekordstände an den US-Aktienmärkten eigentlich die Warnglocken bei der Fed klingen lassen.

Markt hat sich perspektivisch mehr erwartet
Die Märkte haben sich von Jerome Powell ganz offensichtlich klarere Signale in Richtung weiter sinkender US-Leitzinsen erhofft. Diese Erwartungshaltung ist vom Fed-Chef enttäuscht worden. Entsprechend sind die internationalen Aktienmärkte mit den Worten Powells unter Druck geraten, und der US-Dollar konnte aufwerten. (kb)

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