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Die Highlights der Faros-Infrastrukturdiskussion Teil 1 + FOTOGALERIE

Vier namhafte Infrastrukturinvestoren diskutierten am Investorentag des Consulters Faros in Wien zum Thema Infrastruktur und gewährten dabei tiefe Einblicke in ihre Denk- und Herangehensweise bei diesem derzeit angesagten Investmentthema.

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Bekannte Infrastrukturinvestoren von Adressen wie der Ampega, GEA Pensionskasse, Uniqa oder Faros Fiduciary Management, diskutierten am Investorentag von Faros über eine Stunde über Infrastruktur Investments.
 
© Maximilian Rosenberger

Anlässlich des Investorentags von Faros Pension & Asset Advisory in Wien diskutierten vier bekannte Profianleger über Infrastruktur: Dr. Thomas Mann, Geschäftsführer von Ampega Asset Management, dem Vermögensverwalter des Talanx-Konzerns, Andreas Siegert, Vorstand der GEA-Pensionskasse, Dimitar Lambrev, Senior Portfoliomanager bei der österreichischen Uniqa Insurance Group und Martin Dürr, Senior Advisor bei Faros Fiduciary Management.

Welche bekannten Vortragenden noch alle am Faros-Investorentag Gehaltvolles zu Gehör brachten, können Sie nachfolgender Fotogalerie entnehmen.

Erfahrene Infrastrukturanleger im Gespräch
Den Auftakt bildete eine Frage von Moderatorin Dr. Annette Walker nach dem bisherigen Erfahrungsstand der Diskutanten im Bereich Infrastruktur. Die GEA-Pensionskasse, die lieber stärker auf rentable Immobilien denn auf hohe Anleihengewichtungen schwört, setzt schon seit über rund einem Jahrzehnt auf Infrastruktur. Dabei wird auf breite Diversifikation geachtet und auf Dachfonds vertraut. „Infrastruktur ist ein guter und stabiler Portfoliobaustein. Wir planen einen weiteren Ausbau“, erklärt GEA-PK-Mann Andreas Siegert.

Bei der Talanx. bzw der Vermögensverwaltungstochter Ampega AM geht man laut Thomas Mann einen anderen Weg. Auch aufgrund eines wesentlich höheren Anlagevermögens und entsprechend verfügbarer In-Hous-Expertise wird Infrastruktur selbst und direkt erworben.

Mit mehr als 16 Jahren gibt es auch bei der Uniqa Insurance Group viel Erfahrung im Bereich Infrastruktur. Seit 2015 gibt es sogar eine hauseigene Plattform dafür. Dimitar Lambrev betonte, dass sich die Zeiten aber geändert haben. Galt „Infrastruktur“ bis zur Lehmann-Brothers-Krise noch als „langweilig“, glauben nun viele, viele  Marktteilnehmer, sich in dieser „sexy“ Anlageklasse auszukennen. Zwar macht Infrastruktur in Zeiten niedrigster bzw. negativer Anleihezinsen Sinn, müsse aber laut Lambrev „gut vorbereitet und verstanden werden“.

Nach Einschätzung von Faros Fiduciary Management-Experte Martin Dürr wurde der Infrastrukturmarkt wesentlich professioneller, es gäbe für Investoren aufgrund eines größeren Angebots inzwischen mehr Auswahl. „Das macht es aber anspruchsvoller, das richtige Produkt zu finden“, erklärte der Berater. Dürr merkte ebenfalls an, dass das große Anlegerinteresse auch bei Infrastruktur die Renditen sinken ließ. Mann zufolge werden wie bei Anleihen auch bei Infrastruktur die hohen Renditen und die bislang gelieferte Performance zukünftig nicht mehr erzielbar sein. „Die letzten zehn schönen Jahre werden wir nicht mehr erleben.“

Hohe Renditen sind passé
Lambrev erinnerte daran, dass vor fünf bis sechs Jahren bei Infrastruktur (Eigenkapital, EK) noch IRRs von mehr als zehn Prozent möglich waren. „Das ist heute aber unmöglich, weil überall die Renditen zurückgingen“. Infrastruktur sei mittlerweile ein „crowded jungle“, in dem hohe Investorennachfrage auf ein beschränktes Angebot treffe und die Renditen unter Druck bringe. Das führe dazu, dass im Infrastrukturbereich immer neue Subsegmente entstehen, wie beispielsweise Infrastructure Debt, das seit 2012 ernsthaft auf den Radarbildschirmen auftauchte. Aber auch beim Standort der Infrastruktur änderte sich vieles: „Früher bereitete Off-Shore Investoren Bauchschmerzen, heute ist es inzwischen schon Main Stream“, erklärte Lambrev.

Dürr kritisierte, dass viele Investoren den Risikograd ihrer Sachwerte-Investments generell erhöhen, um mehr Renditen zu erzielen. So erfordere beispielsweise „Value Add“ höhere Skills bei den Investoren bzw. deren mandatierten Managern. Für Dürr sei es ab einem gewissen Punkt vernünftig, nicht auf Infrastruktur, sondern gleich dezidierte Private-Equity-Manager zu mandatieren, die sich in ihren Nischen aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung besser auskennen als viele neue Infrastruktur-Player am Markt. „Es stellt sich die Frage, ab wann non-listed-Infrastruktur bereits Private Equity ist“.

Vogelnest als Spielverderber
Mann stellte die interessante Frage in den Raum, was „Risiko“ überhaupt sei. Denn Infrastrukturinvestments könne nur sehr schwer anhand von Benchmarks gemessen und verglichen werden. Schließlich habe ein Windpark-Investment ganz andere Eigenschaften und Risiken, als traditionelle Aktien- oder Anleiheninvestments.

Grundsätzlich sei auch immer zu unterscheiden, ob Investoren bei Infrastruktur auf der Equity, oder auf der Debt-Seite engagiert seien. Gerade auf der Equity-Seite drohen unerwartete Risiken. Eines davon könnte der „Rote Habicht“ sein. Wenn sich dieser unter Naturschutz stehende Vogel bei einer Windkraftanlage einniste, müsse die Turbine abgeschaltet werden, bis die Nistzeit vorbei ist. „Das ist ein Risiko“, sagte Mann. Daher müssten Infrastrukturinvestoren wie auch bei Aktien und Anleihen eine „Marktfolge“ implementieren, um mit solch unterwarteten Ereignissen umgehen zu können. „Bei Infrastruktur gibt es harte, komplexe Tagesprobleme zum Managen“, betonte Mann. Er empfahl den anwesenden Zuhörern, jedenfalls auf breite Streuung hinsichtlich Anlagen, Länder und Jurisdiktionen zu setzen, um nicht durch ein einziges Vogelnest auf der einzigen Infrastrukturanlage im Portfolio am falschen Fuß erwischt zu werden. Vor diesem Hintergrund rät Mann kleineren Institutionellen auf der Eigenkapitalseite von Direktinvestments ab und legt Investoren breit anlegende Infrastrukturfonds nahe. Aber auch bei diesen Vehikeln sei genaues Hinsehen notwendig, was und wie gekauft wird. Schließlich böten milliardenschwere Fonds einen bunten Strauß an Objekten und seien vielfach selbst gehebelt. Mann warnte darüber hinaus, dass es auch bei diesem „opportunistischen Eigenkapital“ verstecke Risiken gäbe, beispielsweise immer schwächere Covenants, denen sich Investoren gewahr sein müssten.

Siegert von der GEA-PK stimmte in vielen der genannten Punkten Mann zu und sagte: „Als Investor muss man vieles aushalten können.“ Weil bei Infrastruktur sei man als Investor langfristig gebunden, daher helfe nur Diversifikation, bestehende Risiken zu stemmen. Sein Haus setze jedenfalls nicht auf riskantere und damit etwas höhere „verzinste“ Investments zur Erreichung des Rechenzinses. Die GEA-PK ging einen anderen Weg: Der Rechenzins wurde gesenkt, um so „entspannter investieren zu können“ und nicht wie andere Investoren dem Markt hinterherlaufen zu müssen. Daher würden von der Pensionskasse nur wenig rentable Investments nicht mehr eingegangen.

Wie es bei Infrastruktur mit Nachhaltigkeit oder den geforderten Renditen aussieht und ob Investoren lieber auf gelistete oder ungelistete Infrastruktur setzen sollen, erfahren Sie HIER in Teil 2. (aa)

 

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