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EZB will, dass Banken rasch ein europäisches Zahlungssystem aufbauen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Europas Banken dazu aufgerufen, im Bereich der Kartenzahlungen zügig eine konkurrenzfähige Alternative zu den großen US-Kreditkartenanbietern Mastercard und Visa sowie Apple, Amazon und PayPal zu entwickeln.

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EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré 
© EZB

EZB-Direktor Benoît Cœuré merkte an, dass es auch zwei Jahrzehnte nach der Einführung einer gemeinsamen Währung noch immer kein europäisches Netzwerk für bargeldlose Zahlungen gäbe. Europa sei hier noch zu fragmentiert und habe in punkto eigenständiger  Bezahldienste zu wenig unternommen. In zehn europäischen Ländern würden noch nationale Systeme bestehen, die keine Karten aus anderen EU-Ländern akzeptierten, berichtet der Bankenverband. 

Die EZB stellte jüngst ein Sofort-Bezahlsystem namens TIPS für Transaktionen zwischen Banken vor, doch die Geldhäuser treten nur zögerlich bei, sodass TIPS bislang nur geringe Wirkung entfaltet hat.

Cyber-Risiken 
Zudem sei das Geschäft mit Bezahldiensten durch den digitalen Wandel im Umbruch. Infolge der Abhängigkeit von internationalen Anbietern werde der gemeinsame Währungsraum auch anfälliger für Störungen von außen, wie etwa Cyber-Risiken, fügte Cœuré hinzu. Sich auf ausländische Zahlungsdienstleister zu verlassen, sei problematisch, da der Währungsblock keine Autorität für sie darstelle und nur eione beschränkte Aufsicht ausüben könne.  

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, erklärte, sein Ziel sei es, dass bis Ende 2021 ein paneuropäisches Instant Payment System etabliert werde.

Projekt Pepsi
Burkhard Balz, Vorstand der Bundesbank, hatte bereits vergangene Woche deutsche und europäische Banken aufgefordert, ihre Arbeit an einem einheitlichen europäischen Zahlungssystem fortzusetzen. Im Rahmen des Projektes Pepsi (Pan European Payment System Initiative) loten derzeit rund 20 große Banken in Europa Möglichkeiten für ein europäisches Zahlungssystem aus. Ob die Banken hier einen Zahn zulegen werden, wenn die Zentralbanken Druck machen, wird man sehen. (kb)

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