Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Regulierung
twitterlinkedInXING

Trotz Gesetzeskonflikt: EZB will Bank-Aktionäre kurz halten

Die Europäische Zentralbank hält Europas Bankensektor dazu an, die Dividendenpolitik möglichst konservativ zu gestalten – bis hin zu einer kompletten Aussetzung von Gewinnausschüttungen. Bei Ignorieren oder Missachtung droht die EZB ziemlich unverhohlen mit der Marktaufsicht.

draghi_yellen_haruhiko_kuroda_david_paul_morris_317048761_1-5.jpg
"Wirklich, ich mache, es, Sie werden schon sehen". Ob EZB-Chef Mario Draghi seinen Pendants von der BoJ, Haruhiko Kuroda und der Fed, Janet Yellen, in Jackson Hole tatsächlich die Aufforderung zur möglichst geringen Ausschüttung von Bank-Dividenden avisiert hat, muss dahingestellt bleiben – seit heute steht die Rute aber jedenfalls im Fenster.
© David Paul Morris / Bloomberg

Die Europäische Zentralbank mischt sich mit einer recht deutlichen Aufforderung in die Dividendepolitik des privaten Bankensektors ein. Im Wortlaut sollten demnach "die Kreditinstitute eine Ausschüttungspolitik auf Basis konservativer und vorsichtiger Annahmen festlegen, um nach jeder Ausschüttung den geltenden Kapitalanforderungen und den Ergebnissen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Anm.: Supervisory Review and Evaluation, kurz: "SREP")  zu entsprechen."

Banken, die ihre Kapitalanforderungen erfüllen, aber ihre vollständig umgesetzten Kapitalquoten noch nicht erreicht haben, sollten wiederum "ihren Nettogewinn in Form von Dividenden konservativ ausschütten, um selbst bei einer Verschlechterung der Wirtschafts- und Finanzlage weiterhin allen Anforderungen und Ergebnissen des SREP entsprechen zu können. Darüber hinaus sollten sie Dividenden grundsätzlich nur insoweit ausschütten, als mindestens ein linearer Pfad zu den vorgeschriebenen vollständig umgesetzten Kapitalanforderungen" und "zu den Ergebnissen des SREP gesichert ist"

"Unverzüglich Kontakt aufnehmen"

Einwänden, wonach es unter Umständen nationale rechtliche Verpflichtungen zur Ausschüttung von Gewinnbeteilungen kommen könnte baut die EZB vor und signalisiert gleichzeitig, dass sie in der Sache eher wenig Spaß versteht: "Kreditinstitute, die dieser Empfehlung nicht nachkommen, weil sie davon ausgehen, rechtlich verpflichtet zu sein, Dividenden auszuschütten, sollten unverzüglich mit ihrem gemeinsamen Aufsichtsteam Kontakt aufnehmen." (hw)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen