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EZB-Präsidentin: "Dürfen nicht in Panik geraten"

Christine Lagarde will im Kampf der EZB gegen die Inflation nichts überstürzen und sieht eine Rezession in der Eurozone nicht als Basisszenario

Christine Lagarde
© Andreas Arnold / Bloomberg

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich nicht dazu drängen lassen, ihre geldpolitischen Stimuli überstürzt zurückzunehmen, um die Inflation einzudämmen, die fast viermal so hoch ist wie ihr eigenes Ziel von zwei Prozent. Das erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg TV.

“Ich glaube nicht, dass wir uns im Moment in einer Situation steigender Nachfrage befinden”, sagte sie am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos im Gespräch mit Francine Lacqua. “Es handelt sich definitiv um Inflation, die durch die Angebotsseite angeheizt wird. In dieser Situation müssen wir uns natürlich in die richtige Richtung bewegen, aber wir dürfen nichts überstürzen und nicht in Panik geraten.”

Erste Zinserhöhung für Juli geplant
Lagarde äußerte sich einen Tag, nachdem sie in einem Blogbeitrag ihren Zeitplan für die nächsten Schritte der Zentralbank dargelegt hatte. Der Ausstieg aus den Negativzinsen werde wahrscheinlich Ende des dritten Quartals erfolgen, eine erste Zinserhöhung sei für Juli geplant.

Der Plan für zwei Zinserhöhungen um je einen Viertelpunkt im dritten Quartal hat informierten Kreisen zufolge die Falken im Rat verärgert, weil dies eine Anhebung um 50 Basispunkte effektiv ausschließen würde. 

Einige Ratsmitglieder, darunter der französische Gouverneur Francois Villeroy de Galhau, haben angedeutet, dass die EZB das Jahr mit positiven Zinssätzen beenden könnte. In einem weiteren Bloomberg-Interview sagte Villeroy am Dienstag, ein Zinsschritt um ein Halbprozent sei derzeit kein Konsens im Rat.

“Wenn man aus dem negativen Bereich heraus ist, kann man bei Null sein, man kann leicht über Null sein,” sagte Lagarde. “Das werden wir auf der Grundlage unserer Projektionen, auf der Grundlage unserer Forward Guidance bestimmen.”

Lagarde wollte sich im Interview nicht dazu äußern, ob sie eine Erhöhung um 50 Basispunkte in Betracht ziehen würde. Händler rechnen mit vier Zinserhöhungen um 25 Basispunkte bis Ende 2022.

Die politischen Entscheidungsträger bewegen sich auf einem schmalen Grat, da der Einmarsch Russlands in der Ukraine die Preise in die Höhe schnellen ließ und das Vertrauen der Unternehmen und Haushalte erschütterte. Neue Covid-Beschränkungen in China belasten die Lieferketten zusätzlich.

Rezession derzeit nicht "Basisszenario"
Die EZB-Präsidentin spielte jedoch das Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs herunter und sagte, das sei derzeit nicht das “Basisszenario” der Währungshüter. Die Arbeitslosigkeit sei auf einem Tiefststand, der Sommertourismus werde stark, und die Haushalte hätten reichlich Erspartes: “Im Moment sehen wir keine Rezession im Euroraum.”

Der Euro reagierte auf Lagardes Äußerungen mit einem Kurssprung, der frühere Verluste gegenüber dem Dollar wieder wettmachte und einen Ein-Monats-Höchststand von 1,0736 Dollar erreichte. Auch gegenüber dem Franken und dem Pfund erholte sich die Gemeinschaftswährung. (aa)

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