Logo von Institutional Money
Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Regulierung
twitterlinkedInXING

EZB im Alarm-Modus: Inflation steigert Risiko für Banken und Staaten

Angesichts des sich eintrübenden Konjunkturausblicks und der hartnäckigen Inflation warnt die Europäische Zentralbank vor wachsenden Stabilitätsrisiken für Banken, Regierungen und Haushalte. Der Finanzstabilitätsbericht der EZB sieht wenig Positives.

de_guindos_luis_ezb_klein_quer.jpg
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos
© Bloomberg / Bloomberg News

Die steigenden Lebenshaltungskosten belasteten die Fähigkeit der Verbraucher, Kredite zu bedienen, heißt es im Finanzstabilitätsbericht, den die EZB vor kurzem vorgelegt hat. Die Verschlechterung des Wachstumsausblicks bedroht indessen die Gewinne der Unternehmen. 

EZB sieht dunkelviolett
Die Währungshüter schlugen auch in Bezug auf die öffentlichen Finanzen Alarm und verwiesen dabei auf schuldenfinanzierte Unterstützungsprogramme gegen die Energiekrise. An den Aktienmärkten drohe hingegen ein neuer Kursverfall. Bei den Immobilienpreisen könnte laut EZB nach den Jahren der Hausse das Maximalniveau erreicht sein. 

Ausverkauf
Aktien und Bonds fallen dieses Jahr.

“Verbraucher und Unternehmen beginnen bereits, die Auswirkungen der steigenden Inflation und der nachlassenden Konjunktur zu spüren”, konstatierte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. “Die Risiken für die Finanzstabilität haben nach unserer Einschätzung zugenommen. Indessen ist im Euroraum eine technische Rezession wahrscheinlicher geworden.”

Risiken für die Finanzstabilität
Die Mischung aus steigenden Preisen und schrumpfender Produktion infolge des russisch-ukrainischen Krieges stellt sowohl die politischen Entscheidungsträger als auch die Anleger vor Herausforderungen.

Quantitative Tightening soll trotz des Wirtschaftsabschwungs kommen
Um eine Verfestigung der Inflation zu verhindern, hat die EZB ihren bisher aggressivsten Zinserhöhungszyklus eingeleitet, obwohl sich ein konjunktureller Abschwung abzeichnet. Die Straffung der Geldpolitik soll fortgesetzt werden. Dabei hat die Notenbank auch signalisiert, an den Abbau ihres fünf Billionen Euro schweren Anleiheportfolios gehen zu wollen.

Risky Assets
Risikobehaftete Vermögenswerte dürften weiterhin “empfindlich auf den unsicheren Inflationspfad” sowie auf geldpolitische und wirtschaftliche Entwicklungen reagieren, so die Notenbank. Unter anderem der US-Aktienmarkt erscheine angesichts der Fundamentaldaten immer noch überzogen bewertet - den deutlichen Börsenkorrekturen zum Trotz.

Derivatmärkte im Fokus
Weitere Verwerfungen bei den Kursen könnten aus Sicht der Notenbank zu weiteren Problemen auf den Derivatemärkten führen, die bereits durch die ausufernden Energiekosten unter Druck geraten waren. Bei den jüngsten Turbulenzen am britischen Finanzmarkt hatten Nachschussforderungen eine wichtige Rolle gespielt. 

Höhere Kreditvorsorge wohl unvermeidlich
Die Banken müssen nach Einschätzung der EZB im nächsten Jahr womöglich mehr Geld für faule Kredite zurücklegen. Im Finanzstabilitätsbericht wurde dabei auf “eine weitere drastische Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten” verwiesen sowie auch auf die Erwartung höherer Kurzfristzinsen. Die EZB erklärte, ihre Prognosen seien konservativer als die von Analysten, die die Branche beobachteten.

Koste es, was es wolle
Eurozone bleibt wegen Energiekrise in den roten Zahlen

Abfederung des Energiepreisschocks auf Pump
Nach den hohen Ausgaben während der Corona-Pandemie haben die Regierungen des Euroraums nach EZB-Schätzungen den Gegenwert von rund 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung aufgewendet, um die Auswirkungen des Energieschocks abzufedern. Die Währungshüter warnen, dass “die meisten dieser Maßnahmen nicht zielgerichtet” seien. Sie wiederholten den Ratschlag, dass Hilfen zeitlich begrenzt und auf die Bedürftigsten ausgerichtet sein sollten.

Zinsanstieg belastet öffentliche Haushalte
“Der Anstieg der Zinsen belastet die Haushaltslage stärker als bisher angenommen”, heißt es im EZB-Bericht. “Daher könnte eine weitere Verschlechterung des Finanzumfelds die Marktstimmung gegenüber einigen der anfälligeren staatlichen Emittenten des Euroraums verändern.”

Gedämpfte Nachfrage nach Immobilienkrediten 
Die Immobilienmärkte indessen könnten an einem Wendepunkt angelangt sein, so die EZB. Der Anstieg der Kreditkosten dämpfe die Nachfrage nach neuen Darlehen. “Es gibt Anzeichen, dass die Immobilienexpansion der letzten Jahre zu einem Ende kommen könnte”, hieß es. Schätzungen einer überzogener Bewertung und Hypothekenzinsen befänden sich inzwischen auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Auch an den Märkten für Gewerbeimmobilien verschärften sich die Finanzierungskonditionen, was die Erholung nach der Pandemie rückgängig machen könnnte, warnte die EZB. (kb)

twitterlinkedInXING

News

Institutional Money Kontakt
Logo von Institutional Money
Institutional Money
c/o FONDS professionell Multimedia GmbH, Landstrasser Hauptstraße 67, EG/Hof, 1030 Wien

Telefon: +43 1 815 54 84-0
Fax: +43 1 815 54 84-18
E-Mail: office@institutional-money.com

Redaktion Köln:
Hohenzollernring 52
50672 Köln
Telefon: +49 221 33 77 81-0
Telefax: +49 221 33 77 81-19
 Schließen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren