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Explodiert bei der nächsten Rezession die „BBB-Bombe“?

Von vielen Marktteilnehmern unbemerkt sind bei US-Unternehmensanleihen Risiken entstanden, die im Falle eines wirtschaftlichen Einbruchs schlagend werden und zu massiven Verwerfungen an den Märkten führen könnten. Im Worst Case droht eine ausgewachsene Systemkrise.

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Bei US-Corporate Bonds droht eine Bombe hochzugehen, die das Zeug hat, im Worst Case eine Finanzkrise auszulösen. Investoren sollten diese Gefahr im Hinterkopf behalten und sich die nächsten zwei Grafiken jedenfalls ansehen. Einfach weiterklicken
© Artem / stock.adobe.com

Investoren sollten bei US-Unternehmensanleihen besser zweimal hinsehen. Denn diese bergen Risiken, die in der kommenden Rezession ernsthafte Probleme auslösen könnten. Vor dieser Gefahr warnt beispielsweise Robert Rethfeld in der aktuellen Ausgabe des „Wellenreiter-Invest“. Er verweist auf eine Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley vom letzten Herbst. In dieser wurde berechnet, dass sich Universum der BBB-gerateten Unternehmensanleihen seit dem Jahr 2008 von 770 Milliarden auf 2,4 Billionen US-Dollar ausgeweitet hat (siehe die erste Grafik oben in der Bilderstrecke). Dabei droht die zunehmende Gefahr, dass US-Corporate-Bonds in Höhe von bis zu einer 1,1 Billionen US-Dollar im Falle von Downgrades ihrer Bonität ihr Investmentgrade-Rating verlieren und in das High-Yield-Bond-Segment fallen würden.

Zu viele „Fallen Angels“ in einer zu kleinen „HY-Bond-Hölle“
Das Problem dabei ist, dass das HY-Bond-Universum mit etwas mehr als einer Billion US-Dollar Volumen diese Menge an „Fallen Angels“ wohl nur schwer aufnehmen kann. Darüber hinaus könnten diese neuen HY-Bonds im Rahmen eines „Crowding Outs“ schwächer geratete HY-Bond-Emittenten die Refinanzierung verunmöglichen oder zumindest drastisch verteuern.

Das könnte über Zweitrundeneffekte eine Pleitewelle bei HY-Emittenten auslösen, die Rezession verschärfen und einen Teufelskreis auslösen, da weitere IG-Unternehmen abgestuft werden würden. „Diese aufgrund von erzwungenen Verkäufen durch Pensionskassen und Versicherungen losgetretene Abwärtswelle würde die Stabilität des Finanzmarktes in Frage stellen“, warnt Rethfeld. Dieser Kehraus begründet sich mit den Anlagebestimmungen, an die sich viele Großanleger richten müssen: „Institutionelle Anleger wie Pensionskassen oder Versicherungen schließen häufig Investitionen in Junk Bonds aus“, erklärt Rethfeld. Im Grunde soll dieser vorsichtige Herangehensweise Risiken vermeiden: Denn HY-Bonds haben ein erhöhtes Insolvenzrisiko, dass Großanleger vielfach nicht tragen dürfen oder wollen.

Europa droht Zombifizierung
Laut Rethfeld seien die Verhältnisse am Alten Kontinent ähnlich. Auch hier ist die BBB-Kategorie stark gewachsen. Es bestünde laut dem Wellenreiter-Invest-Mastermind kein Zweifel, dass die Niedrigzinsphase die Existenz von Krediten und damit von Unternehmen ermögliche, die in früheren Zeiten keine Überlebenschance gehabt hätten. In der OECD existieren Rethfeld zufolge 536 Zombie-Unternehmen. Das sind Unternehmen, deren Gewinne nicht ausreichen, um die Zinszahlungen abzudecken.

Die faulen Äpfel fallen zuerst
Rethfeld geht in seiner Analyse auf die Frage ein, wann diese „BBB-Bombe“ platzen könnte. Er empfiehlt Investoren, auf die Spread-Entwicklung von „BBB“-Unternehmensanleihen im Verhältnis zu AAA-Bonds zu achten. „Sobald die Zinsen für BBB-Unternehmensanleihen deutlich stärker ansteigen als diejenigen für die beste Kategorie (AAA), spricht man von einer Spreadausweitung. In Rezessionen finden solche Ausweitungen regelmäßig statt, da die faulen Äpfel zuerst fallen“, erklärt Rethfeld (siehe die zweite Grafik in der Bildergalerie).

Darüber hinaus sollten Investoren auch auf den Devisenmarkt schauen, der in der Regel Krisen vorzeitig signalisiert. Beispielsweise durch einen härten Yen vs US-Dollar. (aa)

Redaktionelle Anmerkung: "Institutional Money" thematisierte diese ernstzunehmen Gefahr bereits in Print-Ausgabe 1/2019. Nachzulesen unter "Überschuldet?"

 

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