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Ex-BlackRock-Manager: ESG-Investmentmodell funktioniert nicht

Terrence Keeley kritisiert, wie Anleger und Fondsanbieter Nachhaltigkeit in ihren Portfolios umsetzen. Ausschlüsse von Unternehmen führen nicht weiter, so die frühere BlackRock-Führungskraft. Er fordert vielmehr: Gebt den schmutzigen Firmen das Geld, damit diese bei sich aufräumen.

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© Naiyana / stock.adobe.com

Der frühere BlackRock-Manager Terrence Keeley bricht in einem Buch mit dem weit verbreiteten Ansatz der Asset-Management-Industrie, aufgrund von Nachhaltigkeitskriterien Investments in Unternehmen auszuschließen, die entsprechenden Standards nicht genügen. Keeley plädiert dem "Wall Street Journal" zufolge vielmehr dafür, dass Anleger ihr Geld aus Indexprodukten abziehen, die kontroverse Unternehmen ausklammern. Investoren sollten ihr Geld in Unternehmen stecken, die mit anhaltenden ökologischen und sozialen Problemen ringen – und dort auf einen Wandel drängen.

Mit seinem Plädoyer bricht Keeley auch mit dem Ansatz seines ehemaligen Arbeitgebers BlackRock. Der Branchenprimus bietet, wie viele andere Asset Manager auch, Investments in Fonds und Indexfonds, die Unternehmen aus kontroversen Bereichen wie Kohle oder geächteten Waffen ausschließen. Keeley war bis Juli beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock für die Beziehungen zu Zentralbanken, Finanzministerien und Staatsfonds wie auch Family Offices zuständig.

Energiequelle Nummer eins
In seinem Buch "Sustainable: Moving Beyond ESG to Impact Investing" kritisiert Keeley die Fixierung von Investoren wie Anbietern auf solche Ausschlüsse und bezweifelt deren Sinn. Zwar sei etwa Kohle zweifellos die umweltschädlichste Form der Stromerzeugung, in weiten Teilen Asiens bleibe sie jedoch die Energiequelle Nummer eins. Keeley plädiert angesichts dieser Realität dafür, gerade in Unternehmen zu investieren, die in solchen Bereichen aktiv sind und als Anteilseigner auf einen Wandel zu pochen – und diesen zu unterstützen.

Keeley ist nicht der erste ehemalige BlackRock-Manager, der mit der ESG-Strategie des Hauses bricht. Auch der Ex-Chef für nachhaltige Investments, Tariq Fancy, kritisierte die geübte Praxis bei ESG-Anlagen als "gefährliches Placebo". Fancy wie Keeley sehen in puncto Nachhaltigkeit nicht allein die Investmentwelt in der Pflicht, einen Wandel herbeizuführen. Vielmehr liege es bei den Regierungen, klare Regeln zu erlassen. Auch die Gesellschaft als Ganzes sowie jeder einzelne Mensch müsse mit seinem Verhalten dazu beitragen.

Keinem recht gemacht
BlackRock selbst wiederum sieht sich von zwei Seiten Kritik ausgesetzt. Einmal Umweltschützer, die meinen, der Finanzriese tue nicht genug. Auf der anderen Seite stehen einige US-Bundesstaaten, die Geschäfte mit dem Konzern kappen, weil er zu aggressiv auf Nachhaltigkeit poche und die amerikanische Energiebranche "boykottiere".

Keeley und sein Ex-Chef Larry Fink pflegen übrigens offenbar noch ein gutes Verhältnis. Der BlackRock-Chef erschien zur Vorstellung von Keeleys Buch, berichtet das "Wall Street Journal". Fink schrieb auch das Vorwort. "Ich stimme nicht mit allen Meinungen oder Schlussfolgerungen in Terrys Buch überein, aber ich begrüße seinen Beitrag und den vieler anderer zu diesem kritischen Dialog", so Fink. (ert)

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