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Europas Asset Manager sind disziplinierter als US-Rivalen

Nach goldenen Jahren für die Fondsbranche sieht die Unternehmensberatung McKinsey schwierigere Zeiten aufziehen. Anbieter vom Alten Kontinent konnten immerhin ihre Kosten im Zaum halten. Doch der Wettbewerb wird härter.

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© Eisenhans / stock.adobe.com

Europas Fondsanbieter haben bei den Ausgaben eine strengere Disziplin bewiesen als die nordamerikanische Konkurrenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Branchenkennzahlen durch die Unternehmensberatung McKinsey. Demnach stiegen zwar bei den Asset Managern vom Alten Kontinent 2018 die Kosten um gut zwei Prozent. Bei den Anbietern aud der anderen Atlantik-Seite kletterten die Ausgaben aber doppelt so stark.

Zudem zieht sich bei den Amerikanern die Steigerung durch sämtliche Bereiche des Geschäfts, während bei den europäischen Anbietern die Kosten in Kernbereichen wir Investmentmanagement und Vertrieb unverändert blieben. Demnach bezifferten sich 2018 die Aufwendungen im europäischen Schnitt auf 21,6 Basispunkte des verwalteten Vermögens – dem identischen Wert wie im Vorjahr. Die Erträge sanken allerdings von 34,6 auf 33,9 Basispunkte des verwalteten Vermögens.

Noch am Anfang
Als einen Grund für das etwas bessere Abschneiden der europäischen Gesellschaften nennen die Unternehmensberater die Tatsache, dass hier die Konkurrenz durch günstige, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) noch nicht so stark ausgeprägt ist wie jenseits des Atlantiks. So lag der ETF-Anteil am europäischen Gesamtmarkt bei zwölf Prozent im Retail- und 17 Prozent im institutionellen Geschäft. In den USA eroberten passive Produkte bei Privatanlegern bereits eine 18-Prozent-Portion des Marktes, bei institutionellen waren es 25 Prozent.

Im Jahr 2018 verwaltete die Branche in Europa die Rekordsumme von 20 Billionen Euro und hatte nur ein gedämpftes Nettoneugeldaufkommen verzeichnet. Für das Gesamtjahr 2019 erwarten die McKinsey-Experten dank höherer Zuflüsse und einer guten Marktentwicklung den Rekordwert von 22 Billionen Euro. Die Gewinne der Asset Manager treten aber mit hochgerechnet 17,5 Milliarden Euro auf der Stelle, schätzen die Analysten. Damit nehmen die Gewinne der Fondsindustrie – gemessen am verwalteten Vermögen – leicht ab.

Neue Quellen erschließen
Dieser Trend wird sich fortsetzen, prophezeien die McKinsey-Analysten. Nach Jahren des starken Wachstums und einer meist guten Entwicklung an den Wertpapierbörsen schreitet die Erosion der Renditen durch das Niedrigzinsumfeld immer stärker voran – und trübt zusehends die Aussichten für die Asset-Management-Industrie ein. Auch die ETF-Konkurrenz werde in Europa weiter erstarken.

Die Consultants haben auch Ratschläge parat, wie die Branche darauf reagieren sollte: Das eigene Produktangebot radikal überdenken und sich strikt auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichten. Dazu gehöre, neue Renditequellen zu erschließen und Trends wie nachhaltige Investments aufzugreifen. Zudem sollten die Asset Manager wie Fintechs selbst zu Disruptoren werden und Chancen ergreifen, welche die Digitalisierung eröffne. (ert)

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